Joey Kelly in der Stadthalle
Nach Bulli Challenge die Panamericana

Ahlen -

Der Weg zum Ausdauersport und die Bulli Challenge – Joey und Luke Kelly sprachen in der Stadthalle über ihr Leben. Und über neue Pläne.

Montag, 06.01.2020, 19:00 Uhr
Joey Kelly wunderte sich selbst über die große Zahl der Besucher, die bei seinem Vortag gemeinsam mit seinem Sohn Luke am Sonntagabend in der Stadthalle erstaunliches Sitzfleisch bewiesen.
Joey Kelly wunderte sich selbst über die große Zahl der Besucher, die bei seinem Vortag gemeinsam mit seinem Sohn Luke am Sonntagabend in der Stadthalle erstaunliches Sitzfleisch bewiesen. Foto: Martin Janzik

An den Besuch in Ahlen konnte sich Joey Kelly nicht mehr erinnern. „Ich war noch nicht in dieser Stadt“, wandte sich der 47-Jährige am Sonntagabend an sein Publikum, das ihm lautstark widersprach. „1992“, schallte es ihm aus den dicht besetzten Reihen entgegen. An die Auftritte mit der Kelly Family in Hamm und den dortigen Lokalsender als Veranstalter konnte sich Joey aber noch gut erinnern. Immerhin.

Danach überließ der Ex­tremsportler und erfolgreiche Unternehmer die Bühne zunächst Marina und Michael Schmidt, die ihre Bürojobs geschmissen haben, um sich ganz ihrem Projekt „Ozeankind e.V.“ widmen zu können. Mit abstoßenden Fotos von Plastikmüllbergen, die Meere belasten und Afrikaner zu Müllsammlern degradieren, warben sie für ihr Anliegen, beim täglichen Einkauf mehr auf die Art der Verpackung zu achten.

Im Anschluss übernahm Luke Kelly im Wesentlichen die Regie, der als Ausdauersportler in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und schon seit frühester Jugend Halbmarathon und inzwischen auch die Marathonstrecke läuft. In lockerem Plauderton und unterlegt mit Fotos und Videos erzählte Luke, wie er seine sportliche Karriere mit einem Staffelmarathon in Luxemburg begann. Selbst ein Unfall mit einem Longboard konnte den Kelly-Sprössling nicht stoppen. Parallel zu den Sportevents engagierte sich Luke zusammen mit seinem Vater für Wohltätigkeitszwecke wie für den Spendenmarathon bei der Gala des weltbekannten Tenors José Carreras 2017 zugunsten krebskranker Kinder. Auch das war im Video festgehalten worden.

Inzwischen begleitet Luke seinen Vater auf dessen Extremtouren. Viermal durchquerte Joey mit dem Fahrrad die USA von der West- zur Ostküste. Auf der Tour mit dem Mountainbike durch Island stieß Luke allerdings mehrfach an seine Grenzen, wie die Fotos zeigten.

Die Kelly-Show

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Die bislang ultimativste Herausforderung war die Bulli Challenge von Berlin nach Peking – ohne Geld, wie Joey hervorhob. Mit einem historischen VW T 1, der für die Tour fit gemacht wurde, starteten Vater und Sohn in den Sommerferien 2019. In einer Art von Multivision mit Standbildern und Videosequenzen berichteten Joey und Luke, wie sie sich über Skandinavien erst nach St. Petersburg und dann nach Moskau quälten. Wobei die Tortur für den T 1 erst mit dem Grenzübertritt nach Kasachstan begann, wo die Hauptstadt Astana (heute Nur-Sultan) besichtigt wurde. Der Blick für die politischen und sozialen Verhältnisse blieb bei dem Pensum auf der Strecke. Noch schwieriger wurden die Straßenverhältnisse in der Mongolei. Am Ende hatten sie zehn Länder durchquert und 13 000 Kilometer zurückgelegt.

Gib mehr als du nimmst.

Joey Kelly zitiert seinen Vater

Die Bilddokumente zeigten, wie freundlich die Fremden von den Kasachen und den Mongolen aufgenommen wurden. Die Plüschbären und den Modeschmuck, den sie verschenkten, honorierten die Einheimischen mit Nahrungsmitteln oder Benzin. Weil Tankstellen vor allem in der Mongolei Mangelware sind, gehörten immer mehrere gut gefüllte Benzinkanister zum Gepäck.

In diesem Jahr soll es noch ein Stück weiter gehen – auf der Panamericana von Alaska bis Feuerland über eine Entfernung von mehr als 25 000 Kilometer.

Im zweiten Teil des Vortrags, der allerdings mit einer guten Stunde Verspätung begann, beschäftigte sich Joey mit dem Werdegang der Kelly-Family, die von seinem Vater Dan nach dem frühen Tod der Mutter zusammengehalten wurde. Es waren Sätze seines Vaters wie „Das Geld liegt auf der Straße“ oder „Gib mehr als du nimmst“, die die Kellys beherzigten. So wie Joey. Auch zu fortgeschrittener Stunde wurde der Extremsportler und Triathlet nicht müde, noch Bücher zu signieren oder für Fotos zu posieren.

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