„Politisch-kulturelle Wochen“
Blick auf 30 Jahre deutsche Einheit

Ahlen -

Mit vielen, zum Teil exotischen Ländern und Regionen rund um den Erdball haben sich die „Politisch-kulturellen Wochen“ („PKW“) der Volkshochschule Ahlen schon beschäftigt, von den Alpen über den Oman bis zur Südsee. Auch die nordfriesischen Inseln waren mal ein Ziel. Doch noch nie stand Deutschland in Gänze im Fokus.

Montag, 06.01.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 08:45 Uhr
Stellten das Programm vor (v.l.): Lars Koenig (FBS), Nadine Köttendorf (VHS), Christiane Busmann (Büz), Ewa Salamon (Stadtbücherei), Peter Schneider (Städtepartnerschaftsverein), Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels, Andreas Bockholt (Stadthalle).
Stellten das Programm vor (v.l.): Lars Koenig (FBS), Nadine Köttendorf (VHS), Christiane Busmann (Büz), Ewa Salamon (Stadtbücherei), Peter Schneider (Städtepartnerschaftsverein), Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels, Andreas Bockholt (Stadthalle). Foto: Harke

Den Anlass, dies nachzuholen, bietet jetzt der bevorstehende 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober. „Ein naheliegendes, aktuelles Thema, das die Menschen berührt“, lobte Bürgermeister Dr. Alexander Berger gestern bei der Vorstellung des Programms die Auswahl durch Christoph Wessels und Nadine Köttendorf. Der Fachbereichsleiter für Kultur und Weiterbildung und die VHS-Chefin berichteten übereinstimmend, bei der Vorbereitung selbst gestaunt zu haben, wie facettenreich dieses Thema ist. So erstreckt sich die Veranstaltungsreihe auch bis in den März, mit 30 Terminen – mehr als je zuvor – in Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt.

„Ost-Buffet“ und Fotoausstellung

Das traditionelle „landestypische“ Buffet im Stadthallenrestaurant markiert folglich diesmal noch lange nicht den Schlusspunkt. Die Gäste erwartet am 26. Januar eine kulinarische Reise durch die fünf „neuen“ Bundesländer. Die Hälfte der 90 zur Verfügung stehenden Plätze ist bereits vergeben. „Es wird höchste Zeit zu reservieren“, empfiehlt Stadthallen-Geschäftsführer An­dreas Bockholt. In seinem Haus findet auch, in dem Fall wie gewohnt, die Auftaktveranstaltung statt. Mario Goldstein präsentiert am morgigen Mittwoch, 8. Januar, um 19.30 Uhr die Multivisionsshow „Abenteuer Grünes Band“ mit Bildern und Geschichten von seiner Wanderung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Die Tage, als diese Grenze fiel, hat der Fotograf Bernd Blumrich aus Kleinmachnow am Südrand von Berlin hautnah miterlebt und die dramatischen Ereignisse mit seiner Kamera festgehalten. Eine Auswahl von 40 Bildern, die zum Teil auch in Ahlens Partnerstadt Teltow entstanden, die direkt an der Mauer lag, werden in einer Ausstellung vom 10. Januar bis zum 7. Februar in der Stadtbücherei zu sehen sein. Bereits am Donnerstag, 9. Januar, um 19.30 Uhr hält Blumrich in der VHS einen Vortrag mit dem Titel „Sehnsuchtsvolle Tage 1989/90“. Auch der Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt ist ein Zeitzeuge, er wird am Montag, 13. Januar, im VHS-Erzählsalon nicht nur von seinen Erinnerungen an den Fall der Mauer berichten, sondern auch darüber Auskunft geben können, was heute die Menschen im Osten Deutschlands bewegt, warum viele von ihnen sich noch immer als Verlierer der Geschichte sehen.

Austausch mit Hoyerswerda

Im sächsischen Hoyerswerda, das 1991 durch fremdenfeindliche Übergriffe auf ein Flüchtlingswohnheim bundesweit traurige Bekanntheit erlangte, bildet seit der letzten Kommunalwahl die AfD die stärkste Fraktion im Gemeinderat. „Wahr ist aber auch, dass dort wunderbare Menschen leben, die mit Begeisterung für Kultur und Gemeinschaft dieser Stadt ein anderes Gesicht geben wollen“, weiß Christiane Busmann, Geschäftsführerin des Bürgerzentrums Schuhfa­brik, das erstmals als Kooperationspartner an der „Politisch-kulturellen Wochen“ beteiligt ist. Das Büz pflegt seit 20 Jahren einen intensiven Austausch mit der Kulturfabrik in Hoyerswerda und hat von dort eine kleine Delegation zu einer Filmvorführung mit anschließender Diskussion am 7. Februar eingeladen. Ebenfalls in der Schuhfabrik gastiert am 26. Februar der in der DDR aufgewachsene Komiker Stefan Danziger mit seinem Programm „Was machen Sie eigentlich tagsüber?“

Feste Bestandteile der „PKW“ sind auch in diesem Jahr eine kleine Filmreihe im „Cinema Ahlen“, Kochkurse in der Familienbildungsstätte sowie mehrere Autorenle­sungen, u.a. mit der bekannten Schauspielerin Anne Kas­prik („Ich aus dem Osten“). Ein neues Angebot sind Vorlesenachmittage speziell für Kinder in der Stadtbücherei. Auch dieser Altersgruppe soll das Thema „30 Jahre deutsche Einheit“ näher gebracht werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7174968?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker