Neujahrsempfang der Ahlener FDP
Batterieforschung auf der Zeche?

Ahlen -

Zwei Sitze hat die FDP zurzeit im Stadtrat. „Das wollen wir ändern“, kündigte der Vorsitzende Eric Fellmann am Montagabend beim Neujahrsem­pfang der Liberalen in der Vinothek „Chagall“ an. Fellmann zeigte sich zuversichtlich, bei der Kommunalwahl am 13. September weitere Mandate hinzugewinnen zu können.

Dienstag, 07.01.2020, 22:00 Uhr
Die Chancen der Digitalisierung, in der Bildung wie bei der Energiewende, hob NRW-Landesminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in seinem Vortrag auf dem Neujahrsempfang der Ahlener FDP hervor.
Die Chancen der Digitalisierung, in der Bildung wie bei der Energiewende, hob NRW-Landesminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in seinem Vortrag auf dem Neujahrsempfang der Ahlener FDP hervor. Foto: Peter Harke

Bei ihrem sechsten und, weil es vom Termin her genau passte, zum ersten Mal als „Dreikönigstreffen“ deklarierten Neujahrs­em­pfang am Montagabend in der Vinothek „Chagall“ blieben die Ahlener Liberalen nicht un­ter sich. Mit rund 40 weiteren Gästen konnten der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Eric Fellmann und sein Vize Norbert Fleischer auch den CDU-Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum sowie den Chef der Ahlener CDU , Peter Lehmann, mit seinen Stellvertretern im Fraktionsvorstand, Ralf Marciniak und Martin Hegselmann, begrüßen.

Die Einladung an die Christdemokraten war mehr als eine freundliche Geste, sondern auch als Signal zu verstehen, dass beide Parteien im bevorstehenden Kommunalwahlkampf wieder gemeinsam Dr. Alexander Berger als Bürgermeisterkandidaten unterstützen wollen. Mit ihm, so Eric Fellmann, habe man „eine sehr gute Zeit erlebt, mit Höhen und Tiefen“, aber unter dem Strich sei „viel geschafft“ worden.

Berger erwiderte, er freue sich, „dass die Kooperation zwischen CDU und FDP auch in Ahlen so gut läuft wie im Land“. Das angekündigte „kurze Grußwort“ fiel dann doch etwas länger aus, weil Berger sich durch sämtliche Ressorts von NRW-Landesminister Prof. Dr. An­dreas Pinkwart arbeitete und sie auf die lokale Ebene herunterbrach: Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung, Energie – das seien „die Zukunftsthemen, die uns auch in Ahlen beschäftigen“. Doch zunächst verwies der Verwaltungschef stolz darauf, dass es gelungen sei, für 2020 ei­nen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, bei gleichzeitigem massiven Schuldenabbau. Auch der Jahresabschluss 2019 werde sich positiv darstellen, erstmalig ohne Kassenkredite.

Ich freue mich, dass die Kooperation zwischen CDU und FDP auch in Ahlen so gut läuft wie im Land.

Dr. Alexander Berger

Beim Stichwort „Innovation“ hob Berger neben der regen Nutzung der Ahlen-App – 12 000 von 54 000 Einwohnern hätten diese bereits heruntergeladen – vor allem den Aufbau des digitalen Schulnetzes hervor, den die Stadt in Eigenregie in Angriff genommen habe, ohne auf Fördermittel zu warten. Auch beim Breitbandausbau sei man auf ei­nem guten Weg. Mit Fahrrad- und Mobilitätskonzept leiste Ahlen seinen Beitrag zum Klimaschutz. Bei diesem Thema müsse man aber „die Wirtschaft mitnehmen“, erklärte Berger und regte an, den Zechen­standort auch für neue Energien zu nutzen. Da gebe es zum Beispiel noch die riesige, verwaiste Maschinenzentrale, die für einen „Ableger“ der in Münster geplanten Batterieforschung geeignet wäre.

Der Minister ging auf diesen Vorschlag nicht direkt ein, lobte dafür Ahlens Vorreiterrolle bei der digitalen Ausstattung der Schulen. Gerade in der Bildung biete die Digitalisierung große Chancen. Es gehe nicht um „Spielzeug für die Kinder“, betonte Pinkwart. „Digitaler Unterricht hilft, das Leistungsniveau auszugleichen, schwächere Schüler gezielter zu fördern.“ Wenn der Lehrer nach den Hausaufgaben frage, könne sich aber auch keiner mehr wegducken, stellte der FDP-Politiker schmunzelnd fest. „Jeder kommt dran.“

Wir müssen die Mitte stark machen und uns nicht so sehr mit den Rändern beschäftigen.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart

Auch die „Jahrhundertaufgabe“ Energiewende werde ohne Digitalisierung gar nicht zu lösen sein, fuhr Pinkwart fort. Deutschland sei das einzige Industrieland in Europa, das sich gleichzeitig aus Atom und Kohle verabschieden wolle. Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik müsse daher deutlich forciert werden. Dabei sei Nordrhein-Westfalen bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes schon deutlich weiter als das grün regierte Baden-Württemberg.

Zum politischen Klima in Deutschland merkte Pinkwart an: „Wir müssen die Mitte stark machen und uns nicht so sehr mit den Rändern beschäftigen.“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Markus Diekhoff (Drensteinfurt) erwartet vom Wiedererstarken seiner Partei auf Bundes- und Länderebene Rückenwind für die Kommunalwahl am 13. September. Der Mitgliederstand im Kreis Warendorf befinde sich „kurz vor einem Allzeithoch“.

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