„Storno 2019“ zum Ersten
Doch lieber Angie als AKK

Ahlen -

Beim ersten von insgesamt vier Auftritten in Ahlen servierte das „Storno“-Dreigestirn am Dienstagabend in der Stadthalle seine Abrechnung mit 2019.

Donnerstag, 09.01.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 13:28 Uhr
Thomas Philipzen, Jochen Rüther und Harald Funke (v.l.) servierten am Dienstagabend in der ausverkauften Stadthalle ihre Abrechnung des vergangenen Jahres. Am Samstag folgt der zweite Streich, bevor das münsterische Dreigestirn im Februar noch zweimal in Ahlen gastiert.
Thomas Philipzen, Jochen Rüther und Harald Funke (v.l.) servierten am Dienstagabend in der ausverkauften Stadthalle ihre Abrechnung des vergangenen Jahres. Am Samstag folgt der zweite Streich, bevor das münsterische Dreigestirn im Februar noch zweimal in Ahlen gastiert. Foto: Dierk Hartleb

Die Herren sind bekannt – einschlägig. Seit Ende November touren Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther durch westfälische Lande. Ihr Erfolgsrezept? Seit 2005 servieren sie dem Publikum ihre ganz persönliche Jahresabrechnung. Am Dienstagabend in der Stadthalle mit neuen Protagonisten wie AKK und einem Münsterländer namens Jens Spahn. Aber schön der Reihe nach.

Zuerst arbeitet sich das Dreigestirn aus Münster an den Großmannssüchtigen ab, die überall wie Pilze aus dem Boden schießen: Trump, Johnson, Putin, Erdogan, Bolsonaro, Orban, Salvini, der sich fürs Erste selbst entsorgt hat – kein Ende abzusehen. Auch Deutschland hat in dieser Beziehung einiges zu bieten: Gauland, Höcke, Kalbitz. Die AfD als „Lega Ost“, wie Rüther unkt.

Danach hat das Politikestablishment erst einmal Sendepause. Die Unwörter des Jahres? Flugscham, Plastikscham, überall Scham. Da soll es sogar Leute geben, wie Tausendsassa Philipzen meint, die vor Ökoscham statt Fahrrad wieder Auto fahren. Denn: „Fahrradfahrer leben länger und belasten damit die Umwelt.“ Wer so denkt, darf auch nach Ibiza zu einem Seminar für Faszien-Yoga für vegane Retriever fliegen.

Was war noch? 50 Jahre „Sesamstraße“ und Typen wie Grobi, den Welterklärer. Paraderolle für den Zappel-Philipp, der schon vorher als badebehoster italienischer Rechtsaußen Salvini über die Bühne getrollt ist über die Begleit­er­schein­ungen der Spahn‘schen Gesundheitsreformen und seine Pläne für die Organspende sinniert. „Ich hab‘ am Strand von Rimini mein Herz verloren“ und die anderen Organe gleich mit.

Organentnahme bei festgestelltem Hirntod? Jetzt ist Funke beunruhigt, der seine Angie schmerzlich vermisst. Stattdessen soll er jetzt die Rolle von AKK übernehmen. Dann aber nur mit der Maske von Darth Vader, einem Oberbösewicht aus „Stars Wars“. Doch unter der Maske taucht dann doch der vertraute Pagenkopf von Angie auf, Gott sei Dank.

Armer Herr Rüther? Der macht gute Miene zu dem Feuerwerk von Kalauern, Wortspielen und dem Klamauk des tanzenden Derwisch Philipzen. Doch getreu dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ ­wird es noch hochkulturell. Immerhin feierte die Musikwelt 2019 den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach, dessen Operette „Orpheus und Eurydike“ für eine Allegorie auf die Akteure auf der Berliner Bühne herhalten muss.

Und dann war auch noch Maria 2.0. Die Frauen aus dem Münsterland, die die Kirchenoberen das Fürchten lehren. Keine Chance für den vom Vatikan inthronisierten Josef 2.0. Einer Münsterländerin sollte man nicht widersprechen. Fortsetzung nächstes Jahr – selbe Stelle.

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