Baumfällarbeiten vor dem Bahnhof
Sandstein-Stele umgestoßen

Ahlen -

Eigentlich sollten nur Bäume fallen, doch plötzlich lag auch eine Sandstein-Stele am Boden: Die Vorbereitungen zur Umgestaltung des Sidney-Hinds-Parks vor dem Bahnhof endeten am Donnerstag mit einem schwerwiegenden Fauxpas.

Donnerstag, 09.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 10:44 Uhr
Die 1983 am Rande des heutigen Sidney-Hinds-Parks aufgestellte Sandstein-Stele „Pütt-Pott-Ploug“ ist ein Fall für den Steindoktor. Beim Fällen mehrerer Bäume durch eine Fachfirma wurde das Kunstobjekt am Donnervormittag vom Sockel gebrochen.
Die 1983 am Rande des heutigen Sidney-Hinds-Parks aufgestellte Sandstein-Stele „Pütt-Pott-Ploug“ ist ein Fall für den Steindoktor. Beim Fällen mehrerer Bäume durch eine Fachfirma wurde das Kunstobjekt am Donnervormittag vom Sockel gebrochen. Foto: privat

Mitarbeiter einer Gartenbaufirma, die im Auftrag der Stadt die Motorsägen anwarfen, sollten unter anderem vier Bäume flachlegen, die sich um das Kunstwerk „Pütt-Pott-Ploug“ gruppierten. Ein Moment der Unachtsamkeit ließ einen tonnenschweren Holzstamm derart unglücklich hinter der Stele entlangschrammen, dass sie in mehrere Teile zerbrach. Steinmetz Ulrich Magera, der umgehend durch die Grünpflegeabteilung informiert wurde, ließ aufatmen: „Der Stein ist noch zu retten.“

Der Sidney-Hinds-Park gegenüber dem Bahnhof soll zu einem erlebbaren Stadttor mit Visitenkartenfunktion werden. So hatten es die zuständigen Gremien im Vorjahr beschlossen.

Sichtbare Vorarbeiten dazu laufen seit Donnerstag – jedoch nicht ohne Begleitung von Kritik aus der Bürgerschaft. Warum so viele stattliche Bäume fallen müssen, können einige Passanten beim „AZ“-Ortstermin nicht verstehen. Für harte Worte des Missfallens sorgt schließlich der Umstand, dass die markante Sandstein-Stele, die Ahlens drei Seiten unter dem Titel „Pütt-Pott-Ploug“ symbolisiert, beim Abräumen eines Baumstammes umgerissen wurde – versehentlich.

Folgenreiche Fällarbeiten vor dem Bahnhof

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Umgehend wird der städtische Grünflächenchef Jörg Pieconkowski gerufen, kurz darauf Steinmetzmeister Ulrich Magera als Fachmann. Er lädt die Einzelteile des 1983 errichteten Kunstobjekts, das laut Denkmalfachfrau Nicole Wittkemper-Peilert nicht unter Schutz steht, direkt auf seinen Wagen. Magera geht davon aus, dass die Stele zu restaurieren ist.

Unterdessen gehen die Vorarbeiten am Hinds-Park weiter. 310 000 Euro soll die Maßnahme, die Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ erhält, kosten.

Ein Kernstück dabei sind die mittelalterlichen Wehranlagenreste, die sich in Teilen noch unterhalb der Anlage nahe des Ostwalls befinden. Im Sommer 2018 legten Archäologen die als Bodendenkmal eingetragenen Wallanlagen frei, die Teil der Stadtbefestigung gewesen sind. Die Relikte aus dem Mittelalter sollen in der Gestaltung des neuen Parks nachempfunden werden, um Bürgern und Besuchern die geschichtliche Entwicklung Ahlens näherzubringen. „Die ehemalige Wehranlage ist im Bereich des Parks nicht überbaut und kann mit wenig technischem Aufwand erlebbar gemacht werden“, hatte Jörg Pieconkowski bereits im Vorjahr bei der Planvorstellung erklärt.

Ein weiterer Baustein der Gestaltung ist die Barrierefreiheit, die auf Fuß- und Radwegen sowie auf den Rampen vorgesehen ist. Auf die übrigen Parkwege kommt eine wassergebundene Wegedecke. Die teils sehr breiten Parkwege sollen begradigt und auf das notwendige Maß reduziert, die freiwerdenden Flächen dann zu zusätzlichen Grünflächen werden. Die jetzige Wegeführung bleibt in weiten Teilen erhalten, heißt es in der städtischen Beschlussvorlage.

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