Roswitha Richert-Raeggel
Im Überlebenskampf nie müde geworden

Ahlen -

Politisch, brisant und zukunftsweisend – so beschreibt Roswitha Richert- Raeggel ihr zweites Buch, das sie jetzt vorgelegt hat. Es trägt den Titel „Das Haus am Siegmund-Spiegel-Platz“.

Samstag, 11.01.2020, 14:16 Uhr
Am Siegmund-Spiegel-Platz zu wohnen, bedeutet für Roswitha Richert-Raeggel eine große Verpflichtung.
Am Siegmund-Spiegel-Platz zu wohnen, bedeutet für Roswitha Richert-Raeggel eine große Verpflichtung. Foto: Dierk Hartleb

Dort zu wohnen, wo in der Pogromnacht 1938 Siegmund Spiegel von Nazis erschlagen wurde, hat die Ahlenerin immer als Verpflichtung angesehen. Ausführlich beschreibt sie, in dem sie auf über 60 Jahre eigener Biografie zurückblickt, wie sie nicht müde wird, aus Überzeugung rechtem Gedankengut, Rechtsradikalismus und Neonazis die Stirn zu bieten.

Naheliegend, dass sie sich damit oft keine Freunde macht. Ermutigt und unterstützt in ihrem Kampf gegen Rechts fühlte sich die Autorin von Marga Spiegel und Imo Moszkowicz. Von vielen Menschen in verantwortungsvollen Positionen fühlt sie sich dagegen im Stich gelassen.

So bedauert sie, dass der von ihr initiierte „Ahlener Soziale Tag“ (AST) auf dem Siegmund-Spiegel-Platz trotz Zusicherung nicht fortgeführt worden ist, dessen Erlös sie der Stiftung „Rette ein Kinderherz“ gespendet hat. Viel zugute hält sie sich auf das von ihr im Jahr 2000 gegründete Senioren-Service-Dienstleistungsunternehmen, das damals als neues Geschäftsfeld galt. Entstanden ist die Idee aus persönlicher Betroffenheit, als sie vergeblich auf Hilfe bei der Betreuung ihres pflegebedürftigen Mannes hoffte. Doch von Absagen hat sich diese Frau nie entmutigen lassen.

Auch die Tatsache, dass sie Legasthenikerin ist, hat sie nicht abgehalten, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Herausgekommen ist in weiten Teilen eine Abrechnung mit offiziellen Stellen, Behörden, Versicherungen, Angehörigen des Gesundheitssektors. Mit ihrem Buch will sie aufrütteln und Mut machen, sich für die Demokratie einzusetzen.

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