St. Gottfried jetzt St. Johannes
Schlüsselübergabe mit Schmerz

Ahlen -

Der symbolische Schlüssel ist übergeben: St. Gottfried heißt jetzt St. Johannes. Im Übergabegottesdienst bekannte Ilona Gombert: „Sicher sind wir traurig über diesen Tag. Warum wir, warum St. Gottfried?“

Sonntag, 12.01.2020, 10:44 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 17:18 Uhr
Der Moment des symbolischen Übergangs: Elisabeth Klockenbusch überreicht Pfarrer Petrus Kaya die Schlüssel, die Pfarrer Joseph Thota und Dr. Ludger Kaulig (v. r.) verfolgen.
Der Moment des symbolischen Übergangs: Elisabeth Klockenbusch überreicht Pfarrer Petrus Kaya die Schlüssel. Links im Bild die Pfarrer Dr. Ludger Kaulig und Joseph Thota. Foto: Ralf Steinhorst

Mit der Schlüsselübergabe am Ende des letzten katholischen Vorabendgottesdienstes ging am Wochenende die St.-Gottfried-Kirche symbolisch in das Eigentum der Syrisch-orthodoxen Gemeinde St. Johannes der Täufer über. Das Kirchengebäude trägt damit zukünftig auch den Namen der Kirchengemeinde.

Das Eingangslied „Unterwegs in eine neue Welt, in der uns der Glaube zusammenhält“ unterstrich die Bedeutung des Gottesdienstes, den die Pfarrer Dr. Ludger Kaulig und Joseph Thota von St. Bartholomäus und Pfarrer Petrus Kaya von der Syrisch-orthodoxen Gemeinde St. Johannes zelebrierten. „Liebe Gemeinden muss ich ja heute in der Mehrzahl sagen“, begrüßte Stadtpfarrer Kaulig die Gläubigen, um sich dann an die aramäischen Christen zu wenden: „Sie sind jetzt noch unsere Gäste, ehe sich das zum Ende des Gottesdienstes umkehren wird“.

Das Datum der Übergabe wurde gut gewählt, liegt dieser Tag doch in der Mitte der Patronatstage beider Gemeinden. St. Johannes feiert ihn am 7. Januar, St. Gottfried am 13. Januar. Pfarrer Dr. Kaulig betonte, die Taufe verbinde beide Gemeinden, auch wenn es für die Gemeindemitglieder von St. Gottfried nicht leicht sei, von ihrer räumlichen Mitte loszulassen. Deshalb sei es wichtig, die geistige Mitte zu Gott zu wahren. In seiner Predigt betonte Dr. Kaulig aber auch, es sei ein Trost, dass die Kirche erhalten und in einer benachbarten Gemeinde bleibe. Dass es eine enge Nachbarschaft ist, zeigte die gemeinsam gefeierte Eucharistiefeier.

Auch wenn die Federführung des Gottesdienstes auf katholischer Seite lag, stimmte der Chor von St. Johannes das Halleluja an. Später wurde das „Vater unser“ zunächst auf Aramäisch gesungen, anschließend in Deutsch gesprochen.

Kirchenübergabe St. Gottfried in Ahlen

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Zum Ende des Gottesdienstes traten Ilona Gombert , Petra Vennekötter-Schulte, Kirsten Fischer und Elisabeth Klockenbusch vom Kirchortteam nacheinander ans Ambo, um ihre Gefühle mit Erinnerungen an Wegbegleiter und Veranstaltungen in St. Gottfried zu äußern. „Sicher sind wir traurig über diesen Tag. Warum wir, warum St. Gottfried?“, fragte sich Ilona Gombert. Petra Vennekötter-Schulte und Kirsten Fischer stellten fest, sie hätten St. Gottfried immer als lebendige Gemeinde erlebt. „Ich danke der Gemeinde für den Halt unter meinen Füßen“, bekräftigte Petra Vennekötter-Schulte. Elisabeth Klockenbusch brachte es auf die Formel: „Festhalten wollen und loslassen müssen“. Sie erinnerte aber auch daran, dass die KAB, die kfd und die Pfarrcaritas in St. Gottfried schon vor einiger Zeit wegen fehlender aktiver Mitglieder aufgelöst werden mussten. Elisabeth Klockenbusch übernahm es schließlich, Pfarrer Petrus Kaya die Schlüssel zu übergeben.

So wie ihr uns in dieser Zeit die Türen geöffnet habt, so halten wir auch zukünftig die Türen für euch geöffnet.

Pfarrer Petrus Kaya

Dieser zeigte zum Abschluss des Gottesdienstes Verständnis für den Schmerz seiner katholischen Glaubensbrüder, versuchte aber zu trösten: „Lasst uns Gott danken, dass diese Kirche eine Kirche bleibt!“. Er erinnerte daran, dass seine Gemeinde 18 Jahre lang Gast in der St.-Gottfried-Kirche war: „So wie ihr uns in dieser Zeit die Türen geöffnet habt, so halten wir auch zukünftig die Türen für euch geöffnet“.

Im Anschluss hatte das Kirchortteam St. Gottfried die Mitglieder beider Gemeinden zum Miteinander mit Imbiss ins Pfarrheim eingeladen. Es war zugleich die letzte Aktivität des Kirchortteams, das im Januar entschieden hatte, sich mit dem Übergabetermin als Gremium aufzulösen. Auslöser war, dass keine Lösung für einen Termin eines Vorabendgottesdienstes am Samstagabend zwischen beiden Gemeinden gefunden werden konnte. Ein wöchentlicher Montagsgottesdienst um 19 Uhr und ein alle zwei Wochen stattfindender Dienstagsgottesdienst um 8.30 Uhr bleiben aber bestehen. Ob sich auch der Kirchort St. Gottfried auflösen wird, ist fraglich, auch wenn die Gottesdienste bleiben.

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