Angst vor Einbrechern in Ahlen
Mysteriöses X an der Hauswand

Ahlen -

Sollten Einbrecher ihre Objekte vorab mit einem weißen X markieren? In der Ahlener Zechenkolonie geht die Angst um, seitdem drei Unbekannte gesichtet wurden.

Montag, 13.01.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 19:07 Uhr
Kleines X, große Wirkung: Dokumentiert von Anwohnern in der Hum­boldstraße.
Kleines X, große Wirkung: Dokumentiert von Anwohnern in der Hum­boldstraße. Foto: privat

Ein mysteriöses X und ein Facebook-Post, der verunsichert: Die Angst geht um – in der Ahlener Zechenkolonie und anderswo, seitdem sich die Welle der Mutmaßungen in den sozialen Netzwerken hochschaukelt.

Auftaktfrage in die Gruppe: „Wurde noch bei jemand geklingelt, dessen Rolladen runter sind?“ Bis Montag haben über 100 Facebooker auf Ahlens stärkstem Kanal „Ahlener helfen Ahlenern“, in dem ein Viertel der Stadt miteinander verknüpft ist, munter geteilt und kommentiert. Von drei Leuten ist die Rede, die Heizungen ablesen wollen. Und das am Wochenende! Namentlich werden Humboldt-, Kurven- und Kohlenstraße genannt. Hier schlägt das Herz der Kolonie. Der, der die Lawine ins Rollen gebracht hat, rät: „Wenn sie jemand reingelassen hat, achtet auf ein weißes X an eurer Häuserwand. Ist wohl eine Bande.“

Wenn, brechen Einbrecher sofort ein und machen kurzen Prozess

Peter Spahn (Polizeisprecher)

Polizeisprecher Peter Spahn muss schmunzeln. Vorkundschafter, die ihren eigenen Einbruch ankündigen? „Nein, das ist mir nicht bekannt.“ Und das habe es seines Wissens bisher auch noch nicht gegeben. Was auch schwachsinnig sei. „Wenn, brechen Einbrecher sofort ein und machen kurzen Prozess.“ Überhaupt würde gezielt geschellt. Sollte niemand öffnen, ginge es gleich zur Sache. Spahn: „Sie machen es schnell.“

Fallzahlen angestiegen

In Ahlen habe sich die Einbruchsituation gerade wieder entspannt, heißt es aus der Kreispolizeibehörde. Zu Weihnachten waren die Fallzahlen noch deutlich angestiegen. Schwerpunkt: der Nordenstadtteil. Vom mysteriösen X hört Peter Spahn auf Redaktionsanfrage zum ersten Mal. Obwohl im sozialen Netzwerk dazu ermuntert wurde, gleich die Polizei zu verständigen, sei diesbezüglich nichts aktenkundig.

Einzig und allein die Ablesungen von Gas- und Stromzählern können in Einzelfällen kurzfristig und unangekündigt stattfinden.

Katrin Lamprecht

Schulterzucken auch bei Vivawest. Der Wohnungsanbieter war in den Posts mehrfach mutmaßend genannt worden, Ableser könnten am Wochenende dessen Absender tragen und das X an die Wände malen. Katrin Lamprecht , Pressesprecherin bei Vivawest, weiß, dass in Einzelfällen auch samstags Zähler abgelesen würden. „Die von uns beauftragten Werkunternehmer führen jedoch alle einen Mitarbeiterausweis mit Lichtbild mit sich und können sich entsprechend ausweisen“, heißt es aus Gelsenkirchen.

Raum für Spekulationen

Ein Großteil der Ablesungen finde inzwischen funkbasiert statt, sodass die Mitarbeiter gar keinen Zutritt mehr zu den Wohnungen benötigten. Lamprecht: „Die wenigen noch verbleibenden Ablesungen an den Heizkostenverteilern kündigen wir grundsätzlich rechtzeitig über Aushänge in den Hausfluren an. Einzig und allein die Ablesungen von Gas- und Stromzählern können in Einzelfällen kurzfristig und unangekündigt stattfinden.“

Bei diesen Zählern handele es sich um Allgemeinzähler, die sich nicht in den Wohnungen, sondern im Kellerbereich befinden. Womit die Frage um das mysteriöse X noch immer nicht beantwortet ist und an dieser Stelle offen bleibt – für weitere Spekulationen. Aus Angst, das weiße X könnte Peilpunkt für Einbrecher sein, entfernten es Betroffene am Wochenende von ihren Fassaden.

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