Mit Nistkästen gegen Raupenplage
Meisen kontra Eichenspinner

Ahlen / Tönnishäuschen -

Die kürzlich in Eigenarbeit durch den Verein „Unser Dorf“ erstellten Nistkästen sind auf die stolze Zahl von 200 angewachsen. Damit soll passend zum Start der Saison versucht werden, möglichst viele Meisen anzusiedeln.

Dienstag, 14.01.2020, 15:17 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 15:46 Uhr
Nistkästen 2020 von „Unser Dorf“ in Tönnishäuschen.
Nistkästen 2020 von „Unser Dorf“ in Tönnishäuschen. Foto: Christian Wolff

Ob Ochtrup, Horstmar, Rinkerode, Haltern, Lüdinghausen oder Metelen: Kommunen in der Umgebung rüsten mit Nistkästen auf, um der ausufernden Population des Eichenprozessionsspinners entgegenzuwirken. Auch in den Niederlanden gehen Bürger auf diese Weise ökologisch mit der Problematik um. Auf Ahlener Stadtgebiet macht derzeit Tönnishäuschen den Vorreiter.

Meisen sind der natürliche Feind jener Raupen, die sich in den Baumkronen breit machen. Die Vögel – Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen – sollen sich in den Kästen niederlassen und möglichst viele Raupen vertilgen. Die Idee vor Ort kam aus den Reihen des Vereins „Tönnishäuschen – Unser Dorf“, der jene Aktion in seiner vorigen Jahreshauptversammlung einstielte und vor wenigen Tagen in einer ersten Aktion rund 200 Nistkästen ehrenamtlich bauen ließ (die „AZ“ berichtete). „Wir haben sie alle mit einer Nummer versehen, damit wir – wenn dann alle hängen – genau prüfen können, welche Kästen belegt sind und welche nicht“, sagt Vereinsmitglied Verena Stapel. Die Aktion sei längst nicht abgeschlossen, denn mit dem Bau sei lediglich die nötige Vorarbeit geleistet worden.

 

Potenzial für andere Stadtteile

Unterdessen laufen in Ahlen die Vorbereitungen für einen ganzen Maßnahmenkatalog in der neuen Saison des ungeliebten „Spinners“. Stadtsprecher Frank Merschhaus teilt auf Anfrage mit, dass noch in diesem Monat zwei Stellen bei den Umweltbetrieben ausgeschrieben werden. Die neuen Kollegen sollen sich vornehmlich um das Thema kümmern – natürlich nicht ausschließlich, aber saisonal ab Mai / Juni schwerpunktmäßig.

Was die Nistkasten-Idee angeht, sieht Merschhaus durchaus Potenzial, so etwas auch in anderen Stadtteilen Ahlens umzusetzen. Wichtig seien neben der Erstellung von Nistkästen auch „Insektenhotels“. Schließlich müssten die Vögel genug zu fressen finden, wenn sie sich ansiedeln sollen. Kästen müssten ebenfalls langfristig gereinigt werden, um den besten Effekt zu erzielen. „Das Ganze ist sicher kein Allheilmittel, aber gehört definitiv ins gesamte Maßnahmenpaket“, so Merschhaus. Eine professionelle Entfernung der Raupennester werde an einigen prekären Stellen nach wie vor unabdingbar sein.

Immer mehr Menschen klagten im vergangenen Sommer über gesundheitliche Einschränkungen durch den Kontakt mit den giftigen Härchen der Raupen. Augen- und Hautreizungen gehören dabei zu den verbreiteten Folgen.

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