Umfrage für Mobilitätskonzept
Reisende bemängeln Sauberkeit des Bahnhofs

Ahlen -

Woher, wohin, warum? Im Auftrag der Stadt Ahlen befragten am Mittwoch Mitarbeiter der „nts“-Ingenieurgesellschaft aus Münster am Bahnhof Zugreisende. Die Ergebnisse sollen in ein neues Mobilitätskonzept einfließen.

Mittwoch, 15.01.2020, 19:59 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 08:54 Uhr
Marie Tüshaus befragte am Mittwoch zahlreiche Zugreisende auf dem Ahlener Bahnhof zu Ziel und Zweck ihrer Fahrt.
Marie Tüshaus befragte am Mittwoch zahlreiche Zugreisende auf dem Ahlener Bahnhof zu Ziel und Zweck ihrer Fahrt. Foto: Peter Harke

Zunächst mag der junge Mann kein „Interview“ geben. Aber dann willigt er doch ein, als Marie Tüshaus ihm mit entwaffnendem Lächeln versichert: ,,Dauert auch nur eine Minute.“ Das ist nicht gelogen, es geht wirklich ganz schnell, fünf kurze und absolut „harmlose“ Fragen stellt sie dem Berufsschüler aus Oelde, der gerade am Gleis 3 des Ahlener Bahnhofs auf seinen Zug wartet: Woher kommen Sie? Wohin fahren Sie? Welchem Zweck dient Ihre Fahrt? Marie Tüshaus tippt die Antworten auf ihrem Smartphone in einer speziellen Umfrage-App ein. „Damit wir hier nicht mit so vielen Zetteln stehen im Wind.“ Es ist ganz schön zugig auf dem Bahnsteig, aber zum Glück jetzt in der Mittagssonne längst nicht mehr so kalt wie vor acht Stunden, um 4.30 Uhr, als Marie Tüshaus die „Frühschicht“ angetreten hat. Die ging bis acht. Dann sei sie „total durchgefroren“ gewesen und habe sich im Büro erst mal eine Wärmflasche gemacht.

Nun ist die Mitarbeiterin der „nts“-Ingenieurgesellschaft aus Münster zurück in Ahlen und mit Stadtplanerin Angelika Schöning sowie Klaudia Froede, Leiterin der neuen Stabsstelle für Klimaschutz im Rathaus, verabredet, um ihnen einen Zwischenstandsbericht zu geben. Die Stadt Ahlen ist Auftraggeberin der zweigleisigen Befragung, die „nts“ an diesem Mittwochmit mehreren Mitarbeitern und Studenten am Bahnhof durchführt. Während Marie Tüshaus sich um die sogenannten „Einsteiger“, also die Zugreisenden, kümmert, interessiert sich ein Kollege auf dem Park & Ride-Parkplatz an der Industriestraße unter anderem dafür, warum, wie oft und wie lange dieser Anspruch genommen wird und ob dessen Nutzer mit dem Angebot an Stellflächen zufrieden sind. Nicht überraschend: Die meisten sind es nicht, sagen, dass sie hier oft keinen freien Parkplatz finden würden. Bezogen auf den Bahnhof und sein Umfeld sei die Sauberkeit ein Hauptkritikpunkt, erzählt Marie Tüshaus. Der barrierefreie Umbau werde allenthalben sehr begrüßt, aber zugleich bemängelt, „dass es zu lange dauert“.

Knapp 190 Interviews sind zur Halbzeit schon geführt, noch mal so viele dürften es wohl werden bis 20 Uhr, wenn das „nts“-Team Feierabend machen will. Die Auswertung der Fragebögen wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Erste Ergebnisse und Trends hofft Angelika Schöning aber schon am kommenden Montag bei ei­ner Bürgerversammlung im Rathaus (18 Uhr, Ratssaal) vorstellen zu können. Nicht nur bei diesem „Mobilitätsforum“ sind die Ahlener aufgerufen, ihre Wünsche zu äußern und Vorschläge machen, wie der Individual- und der Öffentliche Personennahverkehr mit Bus und Bahn in der Wersestadt optimiert werden könnte, auch online werden Ideen gesammelt. Seit Montag ist dazu unterwww.mobilitat-ahlen.deeine interaktive Karte im Internet freigeschaltet, in der (Schwach-) Punkte markiert und Kommentare eingetragen werden können. „Da gibt es auch schon einige Anregungen“, freut sich Angelika Schöning, die bei der Stadt federführend verantwortlich ist für das geplante Mobilitätskonzept, über das Echo. Die Internet-Umfrage läuft noch bis zum 12. Februar, die Bürgerbeteiligung soll insgesamt voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen sein.

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