Martin Temme zieht Bilanz
Kino ist wieder in

Ahlen -

Der Optimismus ist zurück: Kinobetreiber Martin Temme schaut auf ein Kinojahr mit steigenden Besucherzahlen zurück.

Freitag, 17.01.2020, 17:36 Uhr
Jan Bülow (M.) als Udo und Max von der Groeben (r.) als Steffi Stephan in einer Szene des Films „Lindenberg! Mach dein Ding!“
Jan Bülow (M.) als Udo und Max von der Groeben (r.) als Steffi Stephan in einer Szene des Films „Lindenberg! Mach dein Ding!“ Foto: Gordon Timpen/DCM/dpa

Kino ist wieder in. „2019 war ein gutes Jahr“, stellt Martin Temme fest. Die Erleichterung ist dem Betreiber des „Cinema Ahlen“ nach dem mageren Vorjahr, als die Besucherzahlen bundesweit einbrachen, deutlich anzumerken. „Wir haben 2019 wieder unser selbst gestecktes Ziel von 100 000 Besuchern erreicht“, freut sich Temme. Und was ihn noch zufriedener macht: Ahlen legte überproportional zu. Und der Zuwachs war mit 14 Prozent bundesweit schon nicht schlecht.

Für den guten Trend sieht der „Cinema“-Chef mehrere Gründe. Zum Beispiel fehlte im Sommer ein sportliches Großereignis wie im Vorjahr, als die Fußball-WM in Südafrika stattfand. Zum Ärger der gesamten Kinobranche übten sich die großen Verleiher in solchen Jahren auch in Zurückhaltung mit Blockbustern.

Im vergangenen Kinojahr verteilten sich die Publikumsmagneten dagegen mehr über das Jahr – mit einem gewissen Schwerpunkt im dritten und vierten Quartal. „Star Wars 9 – der Aufstieg Skywalkers“, „Die Eiskönigin 2“ und „König der Löwen“, die die bundesweite Hitliste anführen, punkteten auch in Ahlen. Überraschend gute Besucherzahlen schrieb auch der Film „Systemsprenger“ der deutschen Regisseurin Nora Fingscheid über ein neunjähriges Mädchen, das sich allen Verhaltensnormen widersetzt.

Einen deutlichen Rückgang registriert Temme bei 3-D-Filmen. Über die Gründe kann er nur spekulieren. Nicht jeder Film eigne sich für 3 D und die Verleiher seien inzwischen davon abgegangen, jeden Film in 2- und 3 D anzubieten.

Wir haben 2019 wieder unser selbst gestecktes Ziel von 100 000 Besuchern erreicht.

Martin Temme

Für die neue Lust auf Kino macht der Cineast einen gewissen Gewöhnungseffekt des Publikums an Streaming-Dienste verantwortlich. Ähnliche Phänomene haben es bei dem Aufkommen der Videotheken und später der privaten Fernsehsender auch gegeben.

Nach einem Hype, der sich nach jeder Neuerung einstelle, entdeckten die Menschen, dass Kino einen eigenen Reiz habe. Insofern blicke er zuversichtlich ins Jahr, auch wenn in diesem Jahr mit der Fußball-EM und den Olympischen Spielen sogar zwei Sportgroßereignisse auf dem Kalender stehen. Auch, dass bei den Besucherzahlen in den ersten beiden Januarwochen noch Luft nach oben ist, vermag Temmes grundsätzliche positive Einschätzung nicht zu trüben. „Eine gewisse Zurückhaltung ist nach den Feiertagen ganz normal“, weiß er aus Erfahrung. Dennoch hofft er, dass die beiden neuen Filme beim Publikum zünden. Dabei macht er sich bei „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence weniger Gedanken als um „Lindenberg – Mach dein Ding“. Mit dem sehenswerten Porträt des jungen Udo Lindenberg, der in Gronau aufgewachsen ist, überraschte das „Cinema“ bereits die Gäste der Silvesterparty, als es um kurz vor ein Uhr den Film in einer Vorpremiere spielte.

Martin Temme schaut zufrieden aufs Kinojahr 2019 zurück
Foto: Dierk Hartleb

in Temme schaut zufrieden aufs Kinojahr 2019 zurück

Am 2. April können dann endlich die James-Bond-Fans ihre Neugier auf den letzten Auftritt von Daniel Craig in dem Streifen „Keine Zeit zu sterben“ befriedigen. Zurück auf die Leinwand kehren auch die Vorläufer der Gelbwesten in Gestalt der Minions zurück, die sich allerdings wesentlich friedlicher geben als ihre Reinkarnation als Wutbürger in der Wirklichkeit.

Den Fußballbegeisterten bietet Martin Temme während der EM wieder die Übertragung der Spiele der deutschen Mannschaft. Als Kontrastprogramm plant er wieder ein Filmfestival mit Arthouse-Filmen. Public Viewing ist für ihn kein Thema. „Ich sehe auch niemanden, der sich das ans Bein binden will“, unkt Temme. Die Sicherheitsauflagen seien einfach zu hoch und unbezahlbar.

„Unser Ziel bleibt, auch in diesem Jahr die 100 000er- Marke zu erreichen“, gibt Martin Temme auch für dieses Jahr als Zielvorgabe aus, in dem das „Cinema Ahlen“ sein 15-jähriges Bestehen begeht.

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