Politisch-kulturelle Wochen: Kochabend
Wiedervereinigung auf Tellern

Ahlen -

Quer durch die deutsche Küche führte ein Kochabend, den Bettina Paus im Rahmen der Politisch-kulturellen Wochen anbot – passend zum Thema „30 Jahre Deutsche Einheit“

Mittwoch, 22.01.2020, 15:08 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 17:00 Uhr
Motiviert gingen die Kochschüler von Bettina Paus (oben, 5.v.l.) an die Arbeit. Die beiden Köche kümmerten sich um Grünkohl mit Kassler und Kohlwurst, die Köchinnen rechts widmeten sich dem schwäbischen Kartoffelsalat.
Motiviert gingen die Kochschüler von Bettina Paus (oben, 5.v.l.) an die Arbeit. Die beiden Köche kümmerten sich um Grünkohl mit Kassler und Kohlwurst, die Köchinnen rechts widmeten sich dem schwäbischen Kartoffelsalat. Foto: Peter Schniederjürgen

Der Duft der Ostalgie wehte am Dienstagabend durch die Küche der Familienbildungsstätte. Hier sorgten 13 Kochbegeisterte mit Bettina Paus für die Wiedervereinigung ausgewählter Gerichte aus „neuen“ und „alten“ Bundesländern auf den Tellern – passend zum Thema der politisch-kulturellen Wochen.

Gleich sieben verschiedene Gerichte kreuz und quer durch die vereinigte Republik kamen auf den Tisch: Spreewälder Gurkensuppe, schwäbischer Kartoffelsalat, Thüringer Zwiebelkuchen, Matjes nach Hausfrauenart, Grünkohl mit Kassler und Kohlwurst, Rote Grütze und Dresdner Eierschecke.

Zunächst stimmte Bettina Paus ihre Kochschüler mit „Kalter Ente“, einem Cocktail aus Weißwein, Sekt und Zitrone, auf die kommenden Stunden ein. Die Verteilung der Arbeit, die dem Essen naturgemäß vorangeht, war rasch erledigt. Denn ein nicht geringer Teil der Gruppe bestand aus erfahrenen Kochfreunden aus Sendenhorst. „Wir kommen zu fast jedem Kochkurs von Bettina Paus“, sagte Birgit Hartmann, die ihren Ehemann Jörg mitgebracht hatte.

Kulinarische Reise: Dazu gehört auch Grünkohl
Foto: Peter Schniederjürgen

narische Reise: Dazu gehört auch Grünkohl

An den Arbeitsflächen und den Herden ging es nun in die buchstäblich heiße Phase. Zwar drückte das Zwiebelschneiden auf die Tränendrüsen, doch die gemeinsame Arbeit mit Aussicht auf ein abwechslungsreiches Mahl ließ die Arbeit leicht von der Hand gehen. Viele Köche verdarben hier den Brei nicht: Die Gerichte schmeckten und sahen dazu noch gut aus. Auch, wenn die Eierschecke zum Abschluss noch ein bisschen länger im Ofen hätte verweilen können.

Hier wird Schwäbischer Kartoffelsalat hergestellt.
Foto: Peter Schniederjürgen

wird Schwäbischer Kartoffelsalat hergestellt.

 

„Leider musste ich für die Rote Grütze handelsüblichen Binder nehmen“, bedauerte Bettina Paus. Denn im Rezept war Sago vorgeschlagen, den die erfahrene Einkäuferin nicht gefunden hatte. Sago ist ein geschmacksneutrales Verdickungsmittel aus dem Mark der echten Sagopalme. „Unsere Mütter haben das wie selbstverständlich genutzt, heute scheint es bereits etwas Exotisches zu sein“, schmunzelte Bettina Paus, „die jüngeren Verkäuferinnen in den Märkten wussten gar nicht mehr was das ist.“ Dessen ungeachtet schritt die Kocharbeit gut voran und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich über einen wahren Festschmaus aus der wiedervereinigten Republik.

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