Beide sind seit Jahresanfang identisch
Super-Preis auch bei E 10

Ahlen -

E 10 so teuer wie Super. Da zweifelte selbst Tankstellenbetreiber Bastian Knippschild an seiner Anzeigentafel. Drei Wochen liefen beide Preise synchron – in Ahlen und anderswo. Bis Donnerstag.

Freitag, 24.01.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 09:32 Uhr
Drei Wochen Gleichstand – bis Donnerstagmorgen. Da schaffte E 10 wieder Abstand zum Superpreis. Wenn auch nur um einen Cent. Bastian Knippschild hat das in acht Jahren noch nicht erlebt.
Drei Wochen Gleichstand – bis Donnerstagmorgen. Da schaffte E 10 wieder Abstand zum Superpreis. Wenn auch nur um einen Cent. Bastian Knippschild hat das in acht Jahren noch nicht erlebt. Foto: Ulrich Gösmann

Wann hatte es das zuletzt gegeben? „In meiner Zeit bisher noch nicht“, sagt Bastian Knippschild . Seit acht Jahren ist er Betreiber der Avia-Tankstelle an der Dolberger Straße. Und so lange war der Liter E 10 immer günstiger als das Standard-Super. In der Regel um zwei Cent. Seit Jahresanfang sprudelt der Sprit zum gleichen Preis aus den Zapfpistolen. Bis zu diesem Donnerstag.

Knippschild hatte zum Jahresanfang zunächst auf einen Defekt seiner Preistafel getippt. „Ich bin dann eine Runde durch Ahlen gefahren“, verrät er augenzwinkernd. Doch bei den Anderen habe es nicht anders ausgesehen. Überall Gleichstand bis auf die kleine Ziffer hinter dem Komma. „Ich habe mich dann bei meiner Gesellschaft erkundigt“, lässt der 30-Jährige wissen. Ergebnis: „Es ist darauf zurückzuführen, dass Länder wie Ungarn, USA oder Dänemark mehr Ethanol abnehmen. Das treibt den Preis in die Höhe.“ Und gehe an Reserven. Ethanol sei schließlich ein nachhaltiges Anbauprodukt. Das könne eben nicht so schnell nachwachsen.

Dass der Motor deswegen irgendwann stottert, ist ein Mythos.

Bastian Knippschild

Der Anteil derer, die zur E 10-Pistole greifen, machte bei der Avia an der Dolberger Straße im vergangenen Jahr 15 Prozent der Super-Tanker aus. Knippschild spricht von einer „speziellen Gruppe von Tankern. Mehr die Sparer, weniger die Umweltaktivisten. Wobei es am Ende aufs Gleiche raus komme. E 10 sei energieärmer. Der Motor brauche ein paar Tropfen mehr. „Ich habe wohl öfter gehört: Ich komme nicht ganz so weit damit.“ Schlapp habe im Langzeitrückblick aber noch kein ihm bekannter Wagen gemacht. „Dass der Motor deswegen irgendwann stottert, ist ein Mythos“, schmunzelt der Tankstellenbetreiber.

Dass beide Super-Kraftstoffe in den ersten Wochen des neuen Jahres auf gleicher Preiswelle schwammen, hat das Kundenverhalten nicht messbar verändert. „Es ist ganz kurios: Gestern lag der Anteil der E-10-Tanker bei 25 Prozent, vor drei Tagen bei fünf. Ich denke, die Leute haben es nicht einmal bemerkt“, mutmaßt Bastian Knippschild.

Wir nehmen immer Super. Aus Gewohnheit.

Erika Sowka

Gewohnheit blitzt auch am Donnerstag bei denen durch, die zwischen neun und halb zehn ihr Super tanken. E 10 ist kein Thema. „Wir nehmen immer Super. Aus Gewohnheit“, verrät Erika Sowka. Holger Marquardt bekennt, sich nie Gedanken darum gemacht zu haben: „Ich weiß gar nicht, ob unser Auto das überhaupt kann.“

Spritzsparfüchse, die um des augenscheinlichen Sparens willen zu E 10 greifen, dürfte der Donnerstag kleine Glücksgefühle zurückgegeben haben. Wie von Geisterhand bringen die Anzeigentafel am Vormittag mit der nächsten Preiskorrektur den Liter E 10 einen Cent günstiger an den Markt.

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