SPD-Delegiertenversammlung wählt Bürgermeisterkandidaten
100 Prozent für Hermann Huerkamp

Demonstrativer hätte die Rückendeckung der Basis für Hermann Huerkamp nicht ausfallen können: 36 von 37 stimmberechtigten Delegierten machten ihr Kreuz bei „Ja“, damit war der 60-Jährige offiziell zum Bürgermeisterkandidaten der Ahlener SPD für die Wahl am 13. September nominiert.

Sonntag, 26.01.2020, 19:42 Uhr
Über seine praktisch einstimmige Wahl zum Bürgermeisterkandidaten freuten sich mit Hermann Huerkamp (3.v.r.) seine Lebensgefährtin Liane Beumer (mit Blumenstrauß) sowie (v.l.) Bernhard Daldrup, Andrea Jaunich, Sebastian Richter, Horst Jaunich und Frederik Werning.
Über seine praktisch einstimmige Wahl zum Bürgermeisterkandidaten freuten sich mit Hermann Huerkamp (3.v.r.) seine Lebensgefährtin Liane Beumer (mit Blumenstrauß) sowie (v.l.) Bernhard Daldrup, Andrea Jaunich, Sebastian Richter, Horst Jaunich und Frederik Werning. Foto: Peter Harke

AhlenEs gebe durchaus noch erfreuliche Momente auch für Sozialdemokraten, zitierte Sebastian Richter Altbürgermeister Horst Jaunich. Einen solchen Moment erlebte der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Ahlen am Sonntagmittag in der Lohnhalle der Zeche, als er das Ergebnis der Wahl von Hermann Huerkamp zum Bürgermeisterkandidaten bekanntgeben durfte: 36 von 37 stimmberechtigten Delegierten aus den Ortsvereinen hatten auf dem Stimmzettel „Ja“ angekreuzt, bei einer Enthaltung. Damit stärkte die Parteibasis dem neuen Hoffnungsträger so demon­strativ wie nur möglich den Rücken für den Wahlkampf.

Richter, der Huerkamp als erster gratulierte und ihm ei­nen Strauß mit roten Rosen und Gerbera überreichte, konnte seine Freude über den Coup, den der engere Stadtverbandsvorstand mit dieser Personalie – auch zur Überraschung der meisten eigenen Mitglieder – gelandet hatte, nicht verbergen. „Wir haben es geschafft, das unter der Decke zu halten.“ Als das Geheimnis dann gelüftet worden sei, habe dies einen „Sturm der Euphorie“ ausgelöst. Mit Hermann Huerkamp habe man nicht nur einen respektablen Kandidaten aufgestellt, sondern einen, mit dem man die Wahl am 13. September „im Optimalfall“ auch gewinnen könne. Richter: „Das haben uns viele nicht zugetraut. Aber die SPD in Ahlen sollte man nicht unterschätzen.“

Auch Huerkamp berichtete, der Zuspruch, den er für seine Kandidatur erfahre, sei „überwältigend“. Das bestätige und bestärke ihn darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wobei das Angebot für ihn vollkommen unverhofft gekommen sei: „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier in ,meiner‘ Lohnhalle mal als Bürgermeisterkandidat stehen werde.“

„Seine“ Lohnhalle: Für den 60-Jährigen war der Auftritt in noch ungewohnter Rolle dennoch ein Heimspiel. Als Geschäftsführer der Projektgesellschaft Westfalen ist er seit 2004 der Hausherr auf der ehemaligen Zeche, deren Transformation vom Bergbau- zum Gewerbestandort aus seiner Sicht gelungen ist. Gut 30 Firmen seien heute hier ansässig – „vorzeigbar“ finde er diese Entwicklung. Seine Erfahrungen als der „Möglichmacher“, der er sein möchte, will Huerkamp im angestrebten Amt für ganz Ah­len einbringen, dabei „Gräben überwinden“ und „Menschen zusammenführen“. Eine „Stadt der Vielfalt“ wie Ahlen brauche jeden Bürger, so der gebürtige Ennigeraner, den es 1979 während des Studiums in diese Stadt verschlagen hat, weil in Münster schon damals die „Studentenbuden“ für viele uner­schwinglich waren.

Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, womöglich durch die Gründung ei­ner kommunalen Wohnungsgesellschaft, ist denn auch eines der Ziele, die Huer­kamp in seiner Vorstellungsrede umriss. Dazu gehören ferner ei­ne Belebung der Innenstadt, ein aktives Leerstandsmanagement, ein fußgänger- und fahrradfreundliches Verkehrskonzept, Investitionen in die Modernisierung der Sportstätten, die Digitalisierung der Verwaltung und vieles mehr. Seine Agenda bezeichnete Huerkamp als „lernendes Programm“, darüber wolle er gerne in den nächsten Wochen mit möglichst vielen Bürgern und Akteuren ins Gespräch kommen, ausdrücklich auch mit anderen Parteien.

Die Genossen hat Huerkamp schon überzeugt. Burkhard Knepper attestierte ihm in der Aussprache „eine gute Vorstellung“, er sei genau der richtige Kandidat, „um das Ding zu biegen“.Seite 2

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