Jugendzentrum Ost abreißen?
Als Anlaufpunkt nicht geeignet

Ahlen -

Ein Ergebnis der Sozialraumanalyse von Madlen Preuß wird der Politik nicht gefallen: Das Jugendzen­trum ist zwar eine zentrale Einrichtung im Stadtteil, aber kann die ihm zugedachte Funktion eines Stadtteilzentrums in seinem gegenwärtigen Zustand nicht erfüllen.

Mittwoch, 29.01.2020, 13:34 Uhr
In ihrer Sozialraumanalyse stellt die Sozialwissenschaftlerin Madlen Preuß dem Jugendzentrum Ost in jeder Beziehung ein schlechtes Zeugnis aus.
In ihrer Sozialraumanalyse stellt die Sozialwissenschaftlerin Madlen Preuß dem Jugendzentrum Ost in jeder Beziehung ein schlechtes Zeugnis aus. Foto: Ulrich Gösmann

Für das Jugendzen­trum Ost könnte es eng werden. Das ist zumindest ein Ergebnis der bisherigen Arbeit an der Sozialraumanalyse für das Fördergebiet Süd-Ost, die Madlen Preuß am Montagnachmittag den Mitgliedern des Integrationsrates vorstellte.

In ihren Ausführungen beschreibt die Sozialwissenschaftlerin das Jugendzen­trum als „eine zentrale Größe im Ahlener Süd-Osten“. So beschrieben nicht nur die befragten Kinder und Jugendliche, die die Einrichtung regelmäßig besuchten, sondern diese Einschätzung decke sich auch mit der Meinung der Akteure und Experten. Mit seinem vielfältigen Angebot decke das Zen­trum nicht nur die Kinder- und Jugendarbeit ab, sondern befasse sich auch mit spezifischen Problemstellungen der sozialstrukturellen Bevölkerungsstruktur. Vor diesem Hintergrund kommt Preuß zu der Feststellung, „dass das Jugendzentrum zwar konzeptionell in seiner expliziten Angebots- und Nutzungsstruktur die Voraussetzungen für ein Quartierszentrum erfüllt, aber nicht die baulichen Bedingungen“. Als eines der Hauptmankos wird die fehlende Barrierefreiheit bezeichnet. Im Detail nennt Madlen Preuß die Zugänge zu Toiletten, Treppenhäuser, Türaufmaße und Bodenbeläge. Hinzu komme die fehlende moderne technische Infrastruktur und mangelhafte Aufenthaltsqualität. Die wenig einladende Außengestaltung komplettiert die Mängelliste.

...eine zentrale Größe im Ahlener Süd-Osten.

Madlen Preuß

Wörtlich heißt es in der Beratungsvorlage, die Preuß der Politik vorlegt: „Der schlechte bauliche bis dringend sanierungsbedürftige Zustand wird sowohl aus den Gesprächen mit den unterschiedlichen Nutzergruppen als auch durch die befragten Mitarbeiter und der Leitung der Einrichtung deutlich.“ Zu entscheiden sei daher über Modernisierung bzw. Sanierung oder einem Kompletttabbruch, der einer noch in diesem Jahr zu erstellende Machbarkeitsstudie vorausgehen soll. Diese Studie soll angemessene Lösungsvorschläge machen und Kostenvergleiche anstellen, fordert Preuß.

Der nächste Schritt sei dann ein städtebaulicher Planungswettbewerb für die Hochbauten und die Freiraumplanung.

Nach dem Vortrag zeigten der Mitglieder des Integrationsrates kein Bedürfnis, noch mehr zu erfahren.

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