Freundeskreis Ahlener Soldaten am St. Michael
Schau gibt Opfern des Widerstands ein Gesicht

Ahlen -

Gemeinsam erinnern Berufskolleg und Gymnasium St. Michael an die Widerstandskämpfer rund um den 20. Juli 1944. Möglich macht dies eine Ausstellung, die der Freundeskreis Ahlener Soldaten gemeinsam mit der Bundeswehr aus dem Militärhistorischen Museum Dresden nach Ahlen geholt hat.

Donnerstag, 30.01.2020, 10:00 Uhr
Gemeinsam mit Vertretern des Freundeskreises Ahlener Soldaten und Aktiven aus der „Westfalen-Kaserne“ eröffneten Schüler und Lehrkräfte von Gymnasium und Berufskolleg St. Michael die Wanderausstellung „Der Führer Adolf Hitler ist tot“.
Gemeinsam mit Vertretern des Freundeskreises Ahlener Soldaten und Aktiven aus der „Westfalen-Kaserne“ eröffneten Schüler und Lehrkräfte von Gymnasium und Berufskolleg St. Michael die Wanderausstellung „Der Führer Adolf Hitler ist tot“. Foto: Christian Wolff

Auf Initiative des Freundeskreises Ahlener Soldaten haben alle weiterführenden Schulen der Stadt ab sofort die Möglichkeit, eine Wanderausstellung des Militärhistorischen Museums Dresden zu buchen, die sich mit dem Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt.

Berufskolleg und Gymnasium St. Michael sind die ersten Bildungseinrichtungen der Wersestadt, die dieses Angebot wahrnehmen. Am Mittwoch übergaben Vorstandsmitglieder des Freundeskreises mit aktiven Soldaten aus der „Westfalen-Kaserne“ die mit 22 Schautafeln bestückten Aufsteller, die durch den Fördertopf für bürgerschaftliches Engagement mitfinanziert worden sind. Unter dem Titel „Der Führer Adolf Hitler ist tot“ werden Attentat und Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944 anschaulich und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erläutert. Großen Raum nimmt die Lebensgeschichte der Opfer ein.

Neben Lehrkräften wie Johannes Epke, der erst am Tag zuvor mit einer Schülergruppe des Bischöflichen Gymnasiums an der jüngsten „Stolperstein“-Verlegung teilgenommen hatte, wohnte auch Jens Beckmann, Leiter des Berufskollegs St. Michael, der ersten Übergabe bei. Lob gab es auch für die Bereitstellung von Zusatzmaterial, mit dem das Gesehene später im Unterricht vertieft werden kann.

Treibende Kraft, die bilderreiche Schau nach Ahlen zu holen, war Stabsfeldwebel Thorsten Beste, der dabei sogar in dreifacher Funktion auftrat – als Standortfeldwebel für die Bundeswehr , als Schriftführer für den Freundeskreis Ahlener Soldaten und als Mitglied im Arbeitskreis „8. Mai“.

Im Gespräch mit der „AZ“ erklärte Beste seine Intention: „Von Juli bis Dezember 2019 war die Ausstellung in Dresden zu sehen. Als ich Anfang vorigen Jahres zu den Arbeitskreis-Treffen zum 8. Mai stieß, habe ich angeboten, die Schautafeln nach Ahlen zu holen. Die Schulen standen da jedoch vor dem Problem der adäquaten Präsentation.“ Da habe der Freundeskreis angesetzt, so Vorsitzender Thomas Kras. Die Gelder für das Projekt „Präsentation bei Ausstellungen in öffentlichen Einrichtungen“ in Höhe von 2000 Euro wurden vom zuständigen Fachausschuss trotz Gegenwinds von Bürgerlicher Mitte, Grünen und Freien Wählern genehmigt (wir berichteten). „Somit können wir jetzt vier Ausstellungen temporär zur Weiterbildung von jungen Leuten nutzen.“ Die Bilderrahmen und Aufsteller können zudem auch für andere Projekte der Schulen und der Stadt genutzt werden.

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