Gabriele und Benedikt Kaldewei gründen Stiftung
Jungen Menschen Werte vermitteln

Ahlen / Münster -

Der 31. Januar ist ein besonderer Tag für Ga­briele und Benedikt Kaldewei. Es ist der Geburtstag ihres im vergangenen Jahr verstorbenen Sohnes Fabian. Zur Erinnerung an ihn haben sie eine Stiftung unter seinem Namen gegründet.

Freitag, 31.01.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 17:30 Uhr
Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.) hat am Freitag die Stiftungsurkunde an Gabriele (M.) und Benedikt Kaldewei übergeben. Damit kann die Fabian-Kaldewei-Stiftung ihre Arbeit aufnehmen.
Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.) hat am Freitag die Stiftungsurkunde an Gabriele (M.) und Benedikt Kaldewei übergeben. Damit kann die Fabian-Kaldewei-Stiftung ihre Arbeit aufnehmen. Foto: Bezirksregierung

Die Anerkennungsurkunde trägt das Datum vom 31. Januar 2020 – und damit von dem Tag, an dem Fabian Kaldewei seinen 20. Geburtstag gefeiert hätte. Mit dem Dokument, das Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Freitag im Freiherr-vom-Stein-Haus der Bezirksregierung Münster überreichte, nimmt die Fabian-Kaldewei-Stiftung mit Sitz in Ahlen nun offiziell ihre Arbeit auf.

Durch einen tragischen Verkehrsunfall wurde der junge Ahlener, der voller Wissens- und Tatendrang mitten in der Weichenstellung für seine eigene Zukunft steckte, vor gut fünf Monaten urplötzlich aus dem Leben gerissen. Ein Ereignis, das für Familienmitglieder, Freunde und Bekannte noch immer schwer zu begreifen ist.

„Uns war sofort klar, dass die Werte, die wir Fabian vermittelt haben und die er verkörpert hat, nicht einfach verschwinden dürfen“, sagt Benedikt Kaldewei , der die Stiftung gemeinsam mit seiner Frau Gabriele aus der Taufe gehoben hat. Der Termin mit der Bezirksregierung ist für sie mehr als nur ein formaler Akt. Die Idee, sich für Kinder und Jugendliche einzusetzen, deren Elternhaus es vielleicht nicht ermöglicht, eine sinnvolle Lebensperspektive zu entwickeln, stehe schließlich unmittelbar mit dem Ereignis vom 24. August 2019 in Verbindung. „Schon eine Woche nach dem Unfall haben wir die Möglichkeiten einer Stiftung besprochen“, so die Gründer. In den Folgemonaten seien alle Vorbereitungen getroffen und eine Satzung erstellt worden.

Es gehe um Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Disziplin, Authentizität, aber auch Vertrauen, Glaube, Fröhlichkeit, Hoffnung und Liebe, fasste Dorothee Feller jene Werte bei der Anerkennung in Münster zusammen. „Stiftungen werden für die Ewigkeit gegründet. Sie haben der Stiftung den Namen Ihres verstorbenen Sohnes gegeben, um an ihn zu erinnern“, richtete sie sich direkt an die Eltern. „Mit der Stiftung wollen Sie jungen Menschen Chancen eröffnen, damit sie für sich eine Lebensperspektive entwickeln können. Für dieses Engagement danke ich Ihnen sehr.“ Die Ansatzpunkte, die sich der Stiftung nun eröffnen, sind breitgefächert. Die Vermittlung von Praktika könne ebenso ein Hebel sein, um jungen Menschen auf die Sprünge zu helfen, wie die Darstellung von Ausbildungswegen oder die Finanzierung eines Studiensemesters. Eine Kooperation mit dem Jugendamt ist ebenso Bestandteil der Planungen.

Wer mit der Stiftung in Kontakt treten möchte, kann das am besten per E-Mail anfabiankaldewei@yahoo.de. „Das ist die Adresse, die unser Sohn selbst eingerichtet hat. So hat sie weiterhin einen Sinn und dient unserer Stiftung bei der zukünftigen Arbeit“, sagt Benedikt Kaldewei im Gespräch mit der „Ahlener Zeitung“.

fabiankaldewei@yahoo.de

Vornehmlich lokale Projekte aus Ahlen sollen im Mittelpunkt stehen, wobei sich Gabriele und Benedikt Kaldewei auch der nahen Umgebung nicht verschließen wollen. Jeder mögliche Fall werde eingehend geprüft. Einer sei bereits ins Auge gefasst: „Es geht um die Unterstützung eines jungen Mannes aus Ahlen. Er ist im selben Alter wie unser Sohn“, verrät Benedikt Kaldewei.

Die Stiftung ist mit einem Anfangsvolumen von 100 000 Euro ausgestattet. Diese Summe muss ungeschmälert erhalten bleiben. Zustiftungen sind möglich und Spenden willkommen. Übrigens ist die Fabian-Kaldewei-Stiftung inzwischen die elfte Stiftung in Ahlen, die 75. im Kreis Warendorf und die 688. im Regierungsbezirk Münster.

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