Kinderklinik: Aktion Benjamin leistete Hilfe
Nezamuddin kehrt jetzt gesund zurück

Ahlen -

Die Aktion Benjamin hat wieder erfolgreich einem Kind geholfen.

Freitag, 31.01.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 17:30 Uhr
In den vergangenen Monaten hat das Team der Kinder- und Jugendklinik am St.-Franziskus-Hospital, hier Maria Theresia Müller, Meike Prinz und Andreas Sentker
In den vergangenen Monaten hat das Team der Kinder- und Jugendklinik am St.-Franziskus-Hospital, hier Maria Theresia Müller, Meike Prinz und Andreas Sentker Foto: St.-Franziskus-Hospital

Der sechseinhalbjährige Nezamuddin kommt aus Afghanistan. Er wohnt mit seinen Eltern und mehreren Geschwistern auf dem Land in einem kleinen Dorf. Seine Reise nach Deutschland begann im August 2019 in Kabul. Nach der Landung in Düsseldorf ging es für ihn direkt weiter zur Behandlung in die Kinder- und- Jugendklinik am St.-Franziskus-Hospital.

Der Junge litt unter einer schweren Knocheneiterung am Unterschenkel. Wegen der schwierigen politischen Lage im Kriegsgebiet Afghanistan und den unzureichenden medizinischen Versorgungsmöglichkeiten konnte er in seiner Heimat nicht behandelt werden, berichtet das St.-Franzikus-Hospital.

Zur ersten Verständigung dolmetschte Chirurgin Hanifa Lalee. Sie konnte mit Parsi für Erstuntersuchungen die Sprachbarrieren überwinden. Mittlerweile spreche Nezamuddin sogar schon Deutsch.

„Gerade am Anfang war die Trennung für den kleinen Jungen von der Familie sehr schwierig“, blickt Bereichsleiter Andreas Sentker zurück. „Es war erst kaum möglich, ihn zu pflegen oder gar zu behandeln, so dass wir ihn für kurze Zeit ins benachbarte Friedensdorf nach Oberhausen zurückgeschickt haben. Nach der kurzen Pause, umgeben von anderen afghanischen Kindern, konnten wir dann mit der Behandlung beginnen.“

Gerade am Anfang war die Trennung für den kleinen Jungen von der Familie sehr schwierig

Andreas Sentker

Mit Unterstützung der radiologischen Praxis Karl A. Balhorn erfolgte mit Hilfe einer MRT-Untersuchung die OP-Planung, erklärt Unfallchirurg Dr. Hubertus Rustige , der die Operation durchführte. Daraufhin folgten im November und Dezember Behandlungen der Knocheneiterung des Jungen. „Die Heilung ist nach erfolgreicher operativer und medikamentöser Infektbehandlung, vollständiger Wundheilung und fortschreitendem Wiederaufbau des Knochens abgeschlossen, eine dauerhafte Infektfreiheit in der Zukunft bleibt für Nezamuddin jetzt zu erhoffen“, fasst Rustige die Behandlung zusammen.

Nezamudin wurde noch vor Weihnachten mobil auf seinen Krücken ins Friedensdorf entlassen. Im Februar wird er gesund in seine Heimat zurückkehren.

„Es ist so wichtig und großartig, dass wir so viele Unterstützer der Aktion Benjamin haben. Diese finanzielle Hilfe für Kinder wie Nezamuddin ermöglichen solche Behandlungserfolge“, freut sich Pater Hermann-Joseph Schwerbrock. Die Aktion Benjamin ermögliche jedes Jahr ein bis drei Kindern die Behandlung im St.-Franziskus-Hospital. Jede Spende werde zu 100 Prozent für die Mädchen und Jungen eingesetzt. Das Team der Unfallchirurgie um Chefarzt Dr. Thomas Krohn und Pater Schwerbrock halte stetig Kontakt zum Friedensdorf Oberhausen.

Der Dank der Aktion Benjamin gehe an alle Menschen, die die Behandlung unterstützen: Spender, Unterstützer, Schwestern und Pfleger der Kinderklinik und alle anderen Mitarbeiter des Hospitals, die Nezamuddin betreut haben, die radiologische Praxis Balhorn für unentgeltliche Diagnostik, die Firma Künzelt Orthopädie-Technik, niedergelassene ärztliche und zahnärztliche Kollegen, die konsiliarisch helfen und viele andere.

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