Hebammen-Neujahrsempfang im St. Franziskus
Die Zukunft der Geburtshilfe

Ahlen -

Über die Umsetzung des neuen Hebammenreformgesetzes sprach jetzt im St.-Franziskus-Hospital Prof. Dr. Claudia Hellmers von der Hochschule Osnabrück.

Samstag, 01.02.2020, 20:25 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 05:00 Uhr
Der Chefarzt der Frauenklinik Dr. Dr. med. Gantert, Prof. Dr. Claudia Hellmers, Steffi Schröter und zahlreiche Hebammen aus dem Kreis trafen sich am St.-Franziskus-Hospital zum traditionellen Neujahrsempfang der Hebammen.
Der Chefarzt der Frauenklinik Dr. Dr. med. Gantert, Prof. Dr. Claudia Hellmers, Steffi Schröter und zahlreiche Hebammen aus dem Kreis trafen sich am St.-Franziskus-Hospital zum traditionellen Neujahrsempfang der Hebammen. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Die Umsetzung des neuen Hebammenreformgesetzes war das Thema auf dem diesjährigen Hebammen-Neujahrsempfang im St.-Franziskus-Hospital. Die Referentin, Prof. Dr. Claudia Hellmers von der Hochschule Osnabrück , erklärte, warum die Reform der Berufsausbildung zur Hebamme unumgänglich ist.

„Die Bildungssackgasse muss aufgehoben und die internationale Anschlussfähigkeit endlich erreicht werden. Zum einen erfordert eine EU-Richtlinie für alle Mitgliedstaaten die Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschulen bis 2022. Ein zweiter wichtiger Grund liegt in der Berufsausübung selbst. Hebammen arbeiten sehr selbstständig und unabhängig – ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Gesundheitssystem. Sie müssen über umfassende Kenntnisse und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verfügen.“ Prof. Dr. Hellmers wünscht sich, dass in Zukunft viele Hebammen studieren werden und es bald noch mehr Hebammenprofessorinnen in Deutschland geben wird.

Babyfreundliches Konzept

Rund 40 Teilnehmerinnen und überwiegend Hebammen aus Ahlen, Warendorf, Sendenhorst, Hamm und Münster informierten sich beim alljährlichen Neujahrsempfang über die Reformierung des Hebammenberufs.

Der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Dr. med. Markus Gantert, hatte die Teilnehmerinnen zuvor begrüßt und über die Zukunft der Ahlener Geburtshilfe berichtet. Wichtige Themen seien derzeit die Umsetzung des babyfreundlichen Konzepts. Unter dem angestrebten Qualitätssiegel „Babyfreundlich“ – eine WHO/UNICEF-Initiative – geht es um die Bindung zum Neugeborenen. Junge Familien sollen außerdem von der Schwangerenvorsorge über die Geburt bis hin zu Beratungsangeboten nach der Entlassung mit Expertenrat und Praxistipps rundum noch besser versorgt werden.

Auch 2019 konnte das Team der Ahlener Geburtshilfe fast 1000 Geburten erreichen. Exakt waren es 974 Geburten. „Einer der Gründe für das positive Ergebnis ist die gute Zusammenarbeit zwischen der stationären Betreuung im Haus und der ebenso wichtigen Nachsorge durch die freiberuflichen Hebammen in den Familien“, so Gantert.

Rekordteilnehmerzahl

Der Neujahrsempfang für die Hebammen fand bereits zum achten Mal statt und erreichte in diesem Jahr eine Rekordteilnehmerzahl, worüber sich das geburtshilfliche Team sehr freute.

Im anschließenden Austausch entwickelte sich eine rege Diskussion über Risiken und Chancen der Akademisierung. Insgesamt wurde deutlich, dass noch viele Fragen zu klären sind und ein spannender Weg in den Reformen bevorsteht. Im Anschluss wurde mit einem Glas Sekt auf die Zusammenarbeit angestoßen.

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