Startschuss für Neugestaltung des Sidney-Hinds-Parks
Visitenkarte in den Stadtfarben

Ahlen -

Der erste Eindruck, den auswärtige Besucher von Ahlen bekommen, wenn sie aus dem Bahnhof nach draußen treten, ist zurzeit nicht unbedingt der beste. Das soll sich mit der Neugestaltung des Sidney-Hinds-Parks ändern.

Mittwoch, 05.02.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 19:53 Uhr
Unter den Augen des „Bergmanns“ von Robert Paulmichl nahmen Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz und Grünflächenchef Jörg Pieconkowski (v.r.) den symbolischen ersten Spatenstich im Sidney-Hinds-Park vor.
Unter den Augen des „Bergmanns“ von Robert Paulmichl nahmen Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Stadtbaurat Andreas Mentz und Grünflächenchef Jörg Pieconkowski (v.r.) den symbolischen ersten Spatenstich im Sidney-Hinds-Park vor. Foto: Peter Harke

Es muss ja vielleicht nicht gleich ein großes Fest sein, wie es in Ahlens Partnerstadt Teltow alljährlich Ende April gefeiert wird, wenn wie auf Knopfdruck die mehr als eintausend Kirschbäume entlang des ehemaligen Grenzstreifens am Südrand von Berlin gleichzeitig aufblühen, die ein japanischer Fernsehsender 1995 gespendet hat. Vorstellen kann sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger aber gut, dass auch der Sidney-Hinds-Park zukünftig im Frühjahr zu ei­nem Mekka für Sonntagsspaziergänger wird.

Denn auch wenn es „nur“ 18 japanische Nelkenkirschbäume der Sorte „Pink Perfection“ sind, die hier jetzt gepflanzt werden, dürfte die rosa Blütenpracht ein schönes Fotomotiv abgeben. Doch auch zu anderen Jahreszeiten soll die Grünanlage auf der Nordseite des Bahnhofsvorplatzes wieder ei­ne vorzeigbare Visitenkarte für Ahlen sein, wünscht sich Berger. Zusammen mit Stadtbaurat Andreas Mentz und Jörg Pieconkowski, Gruppenleiter Grünflächen bei den städtischen Umweltbetrieben, gab er mit dem symbolischen ersten Spatenstich am Mittwochmittag offiziell den Startschuss zur Neugestaltung des in den 1950er Jahren vom damaligen Stadtgärtnermeister Wilhelm Reiberg in seiner heutigen Form angelegten Parks.

Dessen Gesicht wolle man behutsam verändern, erklärt An­dreas Mentz, dabei „das Gute übernehmen“, gleichzeitig aber die Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität verbessern, wie zuvor schon beim Berliner Park und dem Richterbachpark und demnächst dann auch im Stadtpark. Den finanziellen Aufwand für die aktuelle Maßnahme, die bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein soll, beziffert Mentz mit rund 300 000 Eu­ro, zu 80 Prozent gefördert vom Land.

Es wird keine Stufen mehr geben.

Stadtbaurat Andreas Mentz

Jörg Pieconkowski wartet mit weiteren Zahlen auf: „Zu den 18 Kirschbäumen kommen 150 Blütensträucher wie zum Beispiel weißblühender Pfeifenstrauch, 1950 blühende Bodendecker wie Fingerstrauch und 2100 Stauden wie Lavendel oder Eisenkraut als Nahrungsangebot für Insekten.“ All diese Gewächse sollen die beiden Rasenflächen mit dem großen Blumenbeet im Zentrum umschließen. Das Beet, dessen Buchsbaumeinfassung verschwinden wird, will der „Herr der Grünflächen“ wie gehabt mit Eisbegonien bestücken, weil sie einfach unschlagbar robust und pflegeleicht sind. Und rot-weiß seien schließlich auch die Ahlener Stadtfarben.

Aber es geht nicht nur um die Optik. Ein mindestens ebenso wichtiges Ziel ist die Herstellung größtmöglicher Barrierefreiheit. An­dre­as Mentz: „Es wird keine Stufen mehr geben.“ Rampen lösen die bisherigen Treppenanlagen ab. Sie werden einen Pflasterbelag erhalten, die übrigen Parkwege, in der Breite reduziert, eine wassergebundene Decke. Die weitere Ausstattung der „grünen Oase“, die der Bürgermeister vor Augen hat, soll mit den gleichen Leuchten und Ruhebänken wie im Berliner Park erfolgen, ohne die Anlage zu überfrachten und Sichtachsen zu verbauen.

Mentz weist auf eine Besonderheit des Sidney-Hinds-Parks hin: „Hier ist die einzige Stelle, wo die mittelalterliche Wallanlage noch sichtbar ist.“ Sie wird in Zukunft noch besser zur Geltung kommen, ist der Stadtbaurat überzeugt, was auch für den ehemaligen jüdischen Friedhof gilt sowie die Skulptur „Intra - Extra“ von Rolf Nolden und den „Bergmann“ von Robert Paulmichl. Die bei Rodungsarbeiten versehentlich beschädigte „Pütt-Pott-Ploug“-Stele ist laut Jörg Pieconkowski bereits repariert und gereinigt und sieht nun aus „wie neu“.

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