Filmabend mit Adam Barker-Mill
Im Vorleben Kameramann

Ahlen -

Die Filme hatte er selbst mitgebracht: Künstler und Kameramann Adam Baker-Mill zeigte drei seiner Arbeiten bei einem Besuch im Ahlener Kunstmuseum.

Sonntag, 09.02.2020, 15:14 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 17:14 Uhr
Dagmar Schmidt moderierte am Freitagabend das Gespräch mit Adam Barker-Mill.  
Dagmar Schmidt moderierte am Freitagabend das Gespräch mit Adam Barker-Mill.   Foto: Dierk Hartleb

Marilyn Monroe, Keith Richard und die Rolling Stones , der junge David Hockney mit vollem Haarschopf – es war ein bunter Bilderbogen, den Adam Barker-Mill am Freitagabend im Kunstmuseum spannte.

Der Künstler, der sich gemeinsam mit seiner Frau Carolyn und Filmmaterial im Handgepäck auf den Weg nach Ahlen gemacht hatte, zeigte drei Filme, in denen er als Kameramann fungierte. Denn bevor sich der 79-Jährige 1984 ganz der Kunst verschrieb, stand er hinter der Kamera.

In den ersten beiden Filmen beschäftigte sich Barker-Mill mit David Hockney und Richard Hamilton, zwei schon in den 1960er Jahren bereits bekannten Landsleuten. Besonders intensiv geriet das Porträt Hockneys, dessen Gesicht und Charakterkopf Barker-Mill mehrmals in Großaufnahme einfing und den er mit der Kamera unaufdringlicher in seinem Atelier beobachtete.

In dem zweiten Film widmete sich Barker-Mill Hamilton, der gegen seinen Willen zur Ikone der Pop-Kultur in Großbritannien wurde. Er zeigte collageartige Ausschnitte mit den Pop-Größen der Musik- und der Schauspielszene.

Auch der dritte Film entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur James Scott. Im Unterschied zu den beiden zuvor gezeigten Künstlerfilmen handelte es sich dabei um einen Spielfilm, der auf einer Short Story des englischen Dramatikers Graham Green mit dem Titel „A Shocking Accident“ (Ein entsetzlicher Unfall) beruhte.

Es ist so etwas wie ein Lehrstück für englischen Humor. Jeromes Vater, ein Reiseschriftsteller, wird beim Spaziergang durch Neapel von einem Schwein samt Balkon, der unter dessen Gewicht zusammenbricht, erschlagen. Mit dieser Begebenheit wird Jerome in der Schule von seinen Klassenkameraden ständig gehänselt, so dass der ungewöhnliche Tod des Vaters zum Trauma für den Jungen wird. Um es zu verdrängen, stellt er sich lieber vor, sein Vater wäre im Kugelhagel einer Maschinenpistole gestorben.

Erst als er als angehender Wirtschaftsprüfer Sally trifft, kann er das Trauma überwinden, weil die junge Frau Mitgefühl zeigt und ehrlich entsetzt ist. Der Film wurde damals mit einem Oscar ausgezeichnet.

Die Besucher nutzten auf Einladung von Dr. Stephan Trescher und Dagmar Schmidt die Gelegenheit, um mit Adam Barker-Mill über seine Arbeit als Kameramann und seinen Einfluss auf den Film zu diskutieren.

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