Sturmbilanz in Ahlen
Mit blauem Auge davongekommen

Sturmtief „Sabine“ hat Ahlen nicht umgepustet. Es gab keine größeren Schäden und auch keine Verletzten.

Montag, 10.02.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 18:56 Uhr
Keine Chance für den Bus: Bäume versperrten zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen an vielen Stellen den Weg – wie hier am Dorffeld in Vorhelm.
Keine Chance für den Bus: Bäume versperrten zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen an vielen Stellen den Weg – wie hier am Dorffeld in Vorhelm. Foto: Christian Wolff

„Mit einem blauen Auge davongekommen“ sei die Stadt in der Nacht zu Montag, als Orkantief „Sabine“ über Ahlen hinwegfegte, stellte Bürgermeister Dr. Alexander Berger in einer ersten Bilanz erleichtert fest. Die Feuerwehr habe bis zum Morgen 17 sturmbedingte Einsätze gefahren, vornehmlich aufgrund querliegender Bäume. Dabei seien zum Glück keine Menschen zu Schaden gekommen, sagte Wachleiter Walter Wolf .

Bis Montagmorgen 17 Einsätze

Los ging es am Sonntagnachmittag um 17.29 Uhr mit einem Baum, der in Höhe der Oestricher Landwehr gefährlich lose über die Straße hing. Um 18.53 Uhr folgte ein Einsatz am Westfalendamm, wo sich ein Stamm über zwei Fahrzeuge gelegt hatte. Nur vier Minuten später wurden die Kräfte zur Richard-Wagner-Straße gerufen, wo ein etwa acht Meter hoher Baum auf einen Nachbarzaun zu fallen drohte.

Danach blieb es im Stadtgebiet längere Zeit ruhig, denn auch der Sturm hatte zeitweise nicht weiter an Fahrt aufgenommen. Zwischen Kinderklinik und Kreuzung Robert-Koch-Straße / Parkstraße hielt es einen Baum gegen 22 Uhr nicht mehr gerade. Ebenso um 23.20 Uhr an der Herderstraße.

Kurz nach Mitternacht mussten dann die Mitglieder des Löschzugs Vorhelm ausrücken: Auf der Ahlener Straße waren beide Fahrbahnen durch einen Baum blockiert. Zur selben Zeit sägten die Ahlener Kameraden an der Hardenbergstraße die Trasse frei. Danach blieb es für gut drei Stunden ruhig an der Ahlener Sturmfront.

Um 3.06 Uhr war der nächste Baum fällig: Die Alte Beckumer Straße war diesmal Einsatzort. Noch einmal drei Stunden später ging es für die Wehrleute zum Morgenbruch, wo ein weiterer Baum die Fahrbahn blockierte. Gegen 8 Uhr der vorerst letzte der insgesamt 17 sturmbedingten Einsätze – und zwar in Vorhelm: Am Dorffeld war nach einem Baumabbruch kein Durchkommen mehr.

Bürgermeister dankt Feuerwehr

Für ihren Einsatz während des Wintersturms hat der Bürgermeister allen haupt- und ehrenamtlichen Kräften am Montagmittag gedankt. Es sei nicht so schlimm gekommen, wie die Vorhersage es angekündigt habe, bestätigte ihm Wachleiter Wolf. Trotzdem habe es sich als richtiger Entschluss herausgestellt, „dass wir die bekannten Strukturen für derartige Lagen hochgefahren hatten und vorbereitet waren.“ Auch die kommenden Stunden verlangten wegen noch auftretender Sturmböen die Aufmerksamkeit der Feuerwehr.

„Kein Drama.“ So kurz und knapp und unaufgeregt fasste auch Jörg Pieconkows­ki, für die öffentlichen Grünflächen zuständiger Gruppenleiter bei den Ahlener Umweltbetrieben, die Lage am Montagmorgen zusammen. Eine erste Bestandsaufnahme, zu der seine Mitarbeiter ausgeschwärmt waren, zum Teil nach Hinweisen aus der Bevölkerung, ergab, dass sich die Schäden durch „Sabine“ in Grenzen hielten. „Nicht zu vergleichen mit anderen Stürmen in der Vergangenheit.“ Am Werseradweg auf Höhe der Zeche sei durch ei­nen umgestürzten Baum die Sitzgruppe an einer Erzählstation zertrümmert worden, und im Stadtpark habe es eine Eibe „zerlegt“. Ansonsten, so Pieconkowski, viel „Knackholz“, also tote Äste und Zweige, die abgebrochen und heruntergefallen waren.

„Natürlich müssen wir ein bisschen aufräumen“, blickt der Grünflächenchef auf die nächsten Tage. Aber anders als zuletzt vor zwei Jahren bei „Friederike“ gebe es diesmal keine Notwendigkeit, Parks oder Friedhöfe komplett zu sperren. Dennoch rät Pie­con­kows­­ki bei deren Betreten weiter zu erhöhter Wachsamkeit: „Man sollte schon immer mal nach oben schauen.“

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