CDU-Chef Peter Lehmann zur Rücktrittsankündigung Kramp-Karrenbauers
Schlechtes Krisenmanagement

Ahlen -

CDU-Stadtverbandschef Lehmann findet die Rücktrittsankündigung Kramp-Karrenbauers respektabel, aber auch wegen schlechten Krisenmanagements überfällig.

Dienstag, 11.02.2020, 10:48 Uhr
Im April 2019 war die Welt für Annegret Kramp-Karrenbauer noch in Ordnung, als sie auf Einladung der Ahlener CDU im Lokschuppen der Zeche „Westfalen“ vor 200 Gästen sprach und anschließend von der örtlichen Parteispitze mit Peter Lehmann und Ralf Marciniak (v.l.) Geschenke bekam.
Im April 2019 war die Welt für Annegret Kramp-Karrenbauer noch in Ordnung, als sie auf Einladung der Ahlener CDU im Lokschuppen der Zeche „Westfalen“ vor 200 Gästen sprach und anschließend von der örtlichen Parteispitze mit Peter Lehmann und Ralf Marciniak (v.l.) Geschenke bekam. Foto: Peter Harke

„Sehr respektabel.“ Mit diesen Worten kommentiert Peter Lehmann die Ankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer , von ih­rem Amt als CDU-Parteivorsitzende zurücktreten und ihre Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur aufgeben zu wollen.

Doch das war es dann auch schon an Lob. „Ich bin entsetzt und enttäuscht über das schlechte Krisenmanagement im Konrad-Adenauer-Haus“, erklärt der Ahlener CDU-Stadtverbandsvorsitzende und zitiert aus einem Brief, den er am Freitag an CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gerichtet hat. Darin nimmt er Bezug auf ein Treffen mit ihm in Warendorf. In dem Schreiben heißt es wörtlich: „ . . . aber ich bin sehr enttäuscht von Ihnen. Ich glaube, dass Sie überfordert sind und Krisenmanagement nicht können. Auch die Bundesvorsitzende, die im April 2019 in Ahlen war, enttäuscht mich sehr. Als Polizeibeamter h. D. muss ich Ihnen leider attestieren, dass es so nicht geht.“ Im Namen des CDU-Stadtverbandes Ahlen erwarte er „klare strategische Vorstellungen“. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben.

In jeder Vorstandssitzung sei das schlechte Erscheinungsbild der CDU Thema. Dabei ständen die Fragen des Umgangs mit der AfD nicht erst seit heute auf der Tagesordnung und hätten nach Ansicht Lehmanns längst abgehakt werden müssen. Wenn man eine Linie gefunden habe, stehe man auch dazu. Es sei höchst ärgerlich, wenn Mitglieder, die man selbst geworben habe, aus Gründen des schlechten Erscheinungsbildes austräten. Ganz konkret vermisse er bei der Parteivorsitzenden eine klare strategische Planung, Führungsqualität und die Fähigkeit, sich durchzusetzen.

Als Nachfolger wünscht sich Lehmann Friedrich Merz, der auf dem Bundesparteitag in Hamburg AKK nur knapp unterlag. „Das ist aber noch keine Vorentscheidung über den Kanzlerkandidaten“, unterstreicht Peter Lehmann und lässt eine Präferenz für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder erkennen. Neben Merz hält der Ahlener CDU-Chef auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für einen ernsthaften Bewerber, der viel für die Polizei und die Innere Sicherheit tue.

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