Grüne wollen Huerkamp nicht unterstützen
Kein Vertrauen mehr in die SPD

Ahlen -

Hermann Huerkamp muss auf die Unterstützung der Ahlener Grünen verzichten. Das erklärten Parteivorsitzender Dieter Bröer und Fraktionsvorsitzende Petra Pähler-Paul nach einem Gespräch mit dem SPD-Bürgermeisterkandidaten und dem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Sebastian Richter.

Donnerstag, 13.02.2020, 15:26 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 17:58 Uhr
Petra Pähler-Paul als Fraktionsvorsitzende und Dieter Bröer als Parteivorsitzender der Ahlener Grünen bezogen klar Stellung zur Bürgermeisterkandidatur Hermann Huerkamps und zum Rathaus
Petra Pähler-Paul als Fraktionsvorsitzende und Dieter Bröer als Parteivorsitzender der Ahlener Grünen bezogen klar Stellung zur Bürgermeisterkandidatur Hermann Huerkamps und zum Rathaus Foto: Dierk Hartleb

SPD-Kandidat Hermann Huerkamp kann im Bürgermeisterwahlkampf nicht auf die Unterstützung der Grünen hoffen. Das machten Dieter Bröer als Vorsitzender und Petra Päh­ler-Paul als Fraktionsvorsitzende am Mittwoch in ei­nem Pressegespräch deutlich. Darüber hinaus werben sie für einen Plan C bei den Rathausplanungen, weil sie weder eine Sanierung noch einen Neubau für finanzierbar halten.

Bröer berichtete von ei­nem zweieinhalbstündigen Gespräch, um das Hermann Huerkamp und der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sebastian Richter gebeten hätten. „Zu wenig Substanz“, monierte Pähler-Paul. Die Vorstellungen, die Huerkamp geäußert habe, seien wenig konkret gewesen, so dass nicht deutlich geworden wäre, welche grünen Projekte er unterstützen würde. Pähler-Paul führte als Beispiel die Osttangente an, die auch Huerkamp nicht für zwingend notwendig für die Zechenerschließung halte. Nach anfänglich positiven Signalen für die Haltung der Grünen habe sich die SPD-Fraktion aber auf die Seite der Befürworter geschlagen. „Ich sehe nicht, wie Herr Huerkamp seine Meinung innerhalb der SPD durchsetzen kann“, sagte Pähler-Paul. Auch lasse er nach ihrer Meinung mit der Annahme, das Rathausthema sei nach dem Bürgerentscheid „durch“, eine völlige Fehleinschätzung erkennen. „Wir sehen keine Basis, die Vertrauen rechtfertigte“ stellten Pähler-Paul und Bröer übereinstimmend fest.

Nachdem die Grünen bei den drei jüngsten Bürgermeisterwahlen die SPD-Kandidaten (Grönebaum, Willamowski und Woltering) un­terstützt hätten, gebe es diesmal keine Zusammenarbeit. „Wenn, dann hätten SPD oder CDU auf uns zukommen müssen.“ Auch einen eigenen Kandidaten werde es nicht geben. Stattdessen werde man sich darauf konzentrieren, eine möglichst starke Fraktion zu bilden, um mehr mitgestalten zu können. Übereinstimmend berichtete das grüne Spitzen-Duo, dass die Partei derzeit einen starken Zulauf erlebe. Zugleich kündigte Pähler-Paul an, sich aus dem Integrationsrat und dem Schul- und Kulturausschuss zurückzuziehen, um jüngeren Leuten Platz zu machen. Gemeinsam mit Dieter Bröer werde sie aber zur Kommunalwahl antreten, die Kandidatenaufstellung ist für Mai vorgesehen.

Kritisch beurteilt die Grünen-Spitze auch die Rathaus-Zukunft. „Es wird weder einen Plan A noch B geben“, wagte Pähler-Paul eine Prognose, weil sich bei der Kostenermittlung herausstellen werde, dass beide Projekte sehr viel teurer als bisher angenommen würden. Die vorgelegte Kostenkalkulation gehe von einer fünfprozentigen Preissteigerung aus, die in Wirklichkeit bei zehn Prozent liege.

Daher favorisieren die Grünen einen Plan C mit dem Neubau des Rathauses auf dem Gelände der Bodelschwinghschule. „Der ist für 20 Millionen Euro innerhalb eines Jahres machbar“, erklärte Bröer. Die Stadthalle solle an ihrem bisherigen Ort bleiben und saniert werden.

Pähler-Paul stellte sich vor die Verwaltung, der von Seiten der SPD eine schlechte Kommunikation attestiert werde. Dabei seien es die beiden großen Fraktionen gewesen, die bei den Umzugsplänen in die Arbeitsagentur 2013 im letzten Momente kalte Füße bekommen und danach die Verwaltung mit einer Sanierung beauftragt hätten. Als dann die ersten Summen auf dem Tisch gelegen hätten, habe man die Verwaltung zu ei­nem Plan B aufgefordert. Das Planungschaos gehe also klar auf das Konto von CDU und SPD. (hat)

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