Thema Rathaus: Kaufleute beim Bürgermeister
Parkplätze gleichen sich 1:1 aus

Ahlen -

Emotional das Aufeinandertreffen von Gewerbetreibenden, Verwaltung und WFG Freitagvormittag in der Rathausfrage. Wie durch den Wegfall beider Großparkplätze Ausgleich geschaffen werden könnte, zeigte Baudezernent Andreas Mentz. Und das mehr als 1:1.

Freitag, 14.02.2020, 20:00 Uhr
25 Parkplätze könnten vor dem Rathaus während der Bauphase hergerichtet werden.
25 Parkplätze könnten vor dem Rathaus während der Bauphase hergerichtet werden. Foto: Ulrich Gösmann

25 Parkplätze auf dem Rathausvorplatz, 22 vor der Stadtbücherei, 179 auf grüner Wiese an der Friedrich-Ebert-Straße: Fallen Ahlens größte Innenstadtflächen an Rathaus und Stadthalle mit ihren 292 Plätzen tatsächlich weg, wenn darauf gebaut werden sollte, Ersatz ist in Sicht: „Es gleicht sich mehr als 1:1 aus“, formulierte Baudezernent Andreas Mentz am Freitag eine Nachricht, die Gewerbetreibende und Dienstleister erleichterter nach Hause gehen ließen.

Gelöst nach dem Gespräch: Stadtspitze und WFG mit Gewerbetreibendenden.

Gelöst nach dem Gespräch: Stadtspitze und WFG mit Gewerbetreibendenden. Foto: Ulrich Gösmann

Aus 90 Minuten wurden zweieinhalb Stunden. Die „sehr intensiv“ und aufschlussreich“ gewesen seien, wie Bürgermeister Dr. Alexander Berger im direkten Anschluss vor der Presse bilanzierte. Die Sorgen und Anregungen der Kaufmannschaft seien angekommen und würden ernst genommen. Die Verunsicherung über den Ablauf des ganzen Verfahrens sei spürbar gewesen. Berger: „Wir haben festgestellt, dass wir die Anwesenden eher an Bord hätten nehmen müssen.“ Sollte es zu einem Neubau kommen, werde man gemeinsam daran arbeiten, die Innenstadt attraktiv zu halten. „Wir haben zwei bis drei Jahre Zeit, es gemeinsam zu tun“, so der Verwaltungschef. Gleich nach dem Bürgerentscheid werde man am 8. April wieder zusammenkommen.

Ein tolles Gespräch.

Boris Burat

„Ein tolles Gespräch“, bilanzierte Boris Burat für die Kaufmannschaft. Die Themen seien erkannt. „Wir müssen jetzt weg von den Kleinkämpfen. Hin zu einer strategischen Gemeinschaft,“ so der Genussbotschafter des Hofes Schulze Rötering. Er stellte klar, dass es den Geschäftstreibenden nicht darum gehe, in der Rathausfrage Partei für Plan A, B oder C zu ergreifen. „Wir sind hier, damit unsere Sorgen und Nöte erkannt werden.“

Platz für 179 Autos. Die Wiese an der Friedrich-Ebert-Straße.

Platz für 179 Autos. Die Wiese an der Friedrich-Ebert-Straße. Foto: Ulrich Gösmann

„Sachlich konstruktiv“ wertete Kaufman Martin Dinkelmann das Gespräch mit Stadt und WFG. Sein Aufruf in die Runde: „Wir müssen was Neues wagen und nicht dem Alten verfallen.“

Baudezernent Andreas Mentz sprach von vielen Missverständnissen, die gerade zu Tage getreten seien. Bis hin zu der Einschätzung einer Bedrohungslage. Nicht klar sei gewesen, dass zwei Jahre Zeit bleibe, um gemeinsam zu gestalten. Und: „Parken ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige.“

Anhand eines Planentwurfs zeigte Mentz alternative Parkplätze auf. Blaue Flächen vor Rathaus und Stadtbücherei, blau auch die Wiese gegenüber dem Vorwärts-Platz. „Es gibt viele Grünflächen, wo wir Autos reinsetzen könnten.“ Denkbar auch zwischen Stadthalle und Vorwärts-Clubheim. Zudem könne sich die Stadt Grundstücke sichern, wo in den nächsten Jahren abgerissen werde. Nicht zu vergessen: die weitere Entwicklung im Bahnhofsbereich.

Auch hier lässt sich parken. Gewinn: 22: Plätze.

Auch hier lässt sich parken. Gewinn: 22: Plätze. Foto: Ulrich Gösmann

Eine Bestandsaufnahme habe, so Mentz, gerade ergeben, dass die Innenstadt über 2450 Parkplätze verfüge. Für eine Stadt dieser Größenordnung eine „sehr sehr hohe Zahl“. Mehr noch: Zu Spitzenzeiten seien gerade einmal 60 Prozent belegt. Wenn abends ein spannender Kinofilm laufe, liege die Belegungsquote gerade mal bei einem Viertel. In Ahlen finde man zu jeder Zeit – Ausnahme der Samstag am 3. Advent – einen Parkplatz, wenn man ihn denn finde. Das aber sei das Problem. Daher, so Berger, werde jetzt an einem Leitsystem gearbeitet. Was nicht heiße, überall Schilder aufzustellen, sondern ein digitales Angebot zu schaffen, das auf dem Handy abrufbar sei.

Blau für neue Parkplätze: Baudezernent Andreas Mentz zeigt Möglichkeiten.

Blau für neue Parkplätze: Baudezernent Andreas Mentz zeigt Möglichkeiten. Foto: Ulrich Gösmann

Abschließender Blick auf die Wiese an der Friedrich-Ebert-Straße mit dem Potenzial für 179 Plätze: „Die Fläche ist für dieses Projekt fest zugesichert“, sagte Andreas Mentz. „Noch ohne Vertrag“, wie Alexander Berger konkretisierte.

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