Woche der Brüderlichkeit
Ein Programm zum Aufrütteln

Ahlen -

Vorträge, Theaterstücke, Zeitzeugenberichte: Das Programm der „Woche der Brüderlichkeit“ ermuntert die Besucher dazu, den Mund auch für andere aufzumachen.

Dienstag, 18.02.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 17:30 Uhr
Friedrich Löper, Mathilde Pieper, Rainer Legand, Tobias Meemann (obere Reihe v. l.) sowie Iris Berghoff, Nadine Köttendorf, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Lars Koenig (untere Reihe v. l.) bieten ein umfangreiches Programm zur Woche der Brüderlichkeit an.
Friedrich Löper, Mathilde Pieper, Rainer Legand, Tobias Meemann (obere Reihe v. l.) sowie Iris Berghoff, Nadine Köttendorf, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Lars Koenig (untere Reihe v. l.) bieten ein umfangreiches Programm zur Woche der Brüderlichkeit an. Foto: Ralf Steinhorst

Am 8. März beginnt bundesweit und auch in Ahlen die „Woche der Brüderlichkeit“ (WdB) unter dem Motto „Tu deinen Mund auf für die Anderen“. 18 Kooperationspartner haben 14 Veranstaltungen geplant, die bis zum 19. April stattfinden.

Wir haben die 28. Woche der Brüderlichkeit in Ahlen ausgedehnt.

Nadine Köttendorf

„Wir haben die 28. Woche der Brüderlichkeit in Ahlen ausgedehnt“, sagte Nadine Köttendorf , Leiterin der Volkshochschule , angesichts der vielen Aktivitäten bei der Programmvorstellung. Bürgermeister Dr. Alexander Berger findet das Thema sehr ansprechend: „Den Mund für sich selbst aufmachen tun viele, für andere sehr viel weniger“. Es sei ein Programm zum Aufrütteln.

Den Auftakt bildet am 8. März die Eröffnungsveranstaltung mit Dirk Neubauer, Bürgermeister im sächsischen Augustburg, der vom Kampf für Demokratie in seinem Ort berichtet. Mit der ehemaligen KZ-Inhaftierten Liesel Michel-Binzer kommt eine weitere Zeitzeugin nach Ahlen, die an zwei Schulen das Gespräch mit Schülern sucht.

Den Mund für sich selbst aufmachen tun viele, für andere sehr viel weniger.

Dr. Alexander Berger

Der bekannte Schauspieler Christian Berkel liest am 19. März aus seinem Buch „Der Apfelbaum“, in dem er sich mit seiner Familiengeschichte auseinandersetzt. Die Vorlesepaten der Stadtbücherei beschäftigen sich am 10. und 17. März mit den Themen Menschlichkeit, Verschiedenheit und Gemeinsamkeit. Eine Buchausstellung in der Stadtbücherei vom 9. bis zum 27. März präsentiert Literatur zur Woche der Brüderlichkeit.

Aber auch Theater und Film bieten einen Zugang. Im „Cinema Ahlen“ laufen die Filme „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (12. März), „Synonymes“ (16. März) und „Tel Aviv On Fire“ (23. März). Zu allen Filmen gibt es eine Einführung von Lisa Voß-Loermann. Das Theaterstück „Anders als du glaubst“ der Berliner Compagnie findet in der Aula des Gymnasiums St. Michael (9. März) statt. Zudem wird eine Fahrt ins Münsteraner Wolfgang-Borchert-Theater zum Stück „Ich werde nicht hassen“ angeboten (19. April). Nach Münster führt am 15. März eine weitere Tagesexkursion in die Jüdische Gemeinde und in die Villa ten Hompel, die von Pfarrer Heinz Aden begleitet wird. Auf die Spuren der Juden in Ahlen führt Dr. Hans Gummersbach in seiner Stadtführung am 19. April. Er wird musikalisch von Axel Ronig und „Mötte“ Gerullis unterstützt.

Demokratie und Menschenrechtserziehung ist ein immerwährender Prozess.

Rainer Legand

Alle Kooperationspartner sind sich darüber einig, dass der beste Weg zum Erhalt der Erinnerungskultur frühzeitig in der Schule beginnt. Für nahezu alle Veranstaltungen haben Schüler einen Vorzugspreis von zwei Euro. „Es gibt viel zu tun, wenn das ‚nie wieder‘ gelten soll“, betont daher Lehrer Friedrich Löper und erhält dabei Unterstützung von seinem Kollegen Rainer Legand: „Demokratie und Menschenrechtserziehung ist ein immerwährender Prozess.“

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