Kulturgesellschaft hatte Stefan Danziger zu Gast
Auf Rundfahrt durch Berlin

Ahlen -

So einen Stadtführer hätte jeder gerne bei der Rundfahrt durch Berlin: Stefan Danziger weiß nämlich, wie „Unter den Linden“ hieße, würden dort Nussbäume stehen.

Donnerstag, 27.02.2020, 12:12 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 10:20 Uhr
Ganz schön schräg gab sich Stand-up-Comedian Stefan Danziger in der Schuhfabrik:. Als ehemaliger Stadtführer in Berlin brachte er seinen Gästen die Bundeshauptstadt und deren Eigenarten näher.
Ganz schön schräg gab sich Stand-up-Comedian Stefan Danziger in der Schuhfabrik:. Als ehemaliger Stadtführer in Berlin brachte er seinen Gästen die Bundeshauptstadt und deren Eigenarten näher. Foto: Ralf Steinhorst

Stand-up-Comedian Stefan Danziger schaffte es mit seinem Auftritt am Mittwochabend im Bürgerzentrum Schuhfabrik nicht nur, gleichzeitig Teil von zwei Veranstaltungsreihen – dem Jahresprogramm der Kulturgesellschaft und den Politisch-kulturellen Wochen – zu sein. Er schaffte es auch, sein Publikum absolut zu begeistern.

Titel der Veranstaltung war „Was machen Sie eigentlich tagsüber?“ Darauf konnte es am Ende eine Antwort geben: eine Stadtrundfahrt durch Berlin mit Stefan Danziger, Denn diesen Job hatte er jahrelang ausgeübt, ehe er auf die Bühne wechselte: „Aber bitte nennt mich nicht Herr Führer!“

BER eine Performance

So brachte der geschichtsbegeisterte Comedian seinen Gästen nicht nur die Eigenarten Berlins näher, sondern auch die Bewohner und die unterschiedlichen Typen der Berlinbesucher. Besonders die Amerikaner hatte Stefan Danziger im Visier: „Die fragen: Warum sind die nicht um die Mauer herumgelaufen?“ Oder ob es nicht gefährlich gewesen sei, dass Hitler seinen Bunker so nah an der Berliner Mauer gebaut habe.

Eine Lösung für das deutsche Terrorismusproblem hatte der Comedian auch im Gepäck. So werde auf Einreisebögen in die USA abgefragt, ob man Terrorist sei. Das könne man doch auch in Deutschland bei der Einreise abfragen. Die Baumaschinen am BER? Alles eine Performance, man wolle zeigen, wie man einen Flughafen baut. Auch zur Bezeichnung der Prachtstraße „Unter den Linden“ gab es eine Erklärung. Ständen dort Nussbäume, würde sie „Unter den Nüssen“ heißen. Das aber würde ernsthaft niemand wollen.

Wohnen im Sumpf

Einblicke in die vergleichsweise junge Berliner Stadtgeschichte brachte Stefan Danziger auch. Vor 1000 Jahren sei an der Stelle tiefster Sumpf gewesen: „Und wer will da wohnen? Die Deutschen“. Auch die Ordnungsliebe der Deutschen griff er auf. Die hielten nämlich immer an roten Ampeln an – ob Verkehr sei oder nicht. „Wir hätten eigentlich keine Mauer bauen müssen, eine rote Ampel hätte gereicht“, kommentierte er süffisant.

Ein deutscher James Bond mit der Lizenz zum Töten wäre doch mal was, schlug er vor. Was aber fast unmöglich sei, denn es sei halt schwer, in Deutschland eine Lizenz zu bekommen. Politische Witze in Ahlen? Könne man machen, zeigte er sich gut informiert, schließlich sei der Bürgermeister parteilos.

Nach über zwei Stunden zeigte sich auch das Publikum äußerst amüsiert. Und der Name Stefan Danziger ist nun auch in Ahlen ein Begriff.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7298247?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker