Architekten erneuern Position zur Rathausfrage
„Mängel sind gar nicht so gravierend“

Ahlen -

Im Endspurt vor dem Bürgerentscheid erneuern Ahlener Architekten bei einem Ortstermin ihre Haltung zur Rathausfrage. Nachhaltig ist für sie allein eine Sanierung des bestehenden Gebäudes.

Freitag, 28.02.2020, 10:20 Uhr
Die Ahlener Architektengruppe um Silke Anna Linnemann, Carsten Heitfeld, Agnes Weber, Matthias Blume, Stefanie Schürmann und Christian Tripp (v.l.) erneuert noch einmal ihren Appell für eine Sanierung des bestehenden Rathauses.
Die Ahlener Architektengruppe um Silke Anna Linnemann, Carsten Heitfeld, Agnes Weber, Matthias Blume, Stefanie Schürmann und Christian Tripp (v.l.) erneuert noch einmal ihren Appell für eine Sanierung des bestehenden Rathauses. Foto: Christian Wolff

Die Rathausfrage berge ein großes Problem, sagt Silke Anna Linnemann : „Viele können sich nicht vorstellen, wie das bestehende Rathaus nach einer Sanierung aussehen könnte.“ Dass der umstrittene Verwaltungsbau den Charme des grau-braunen Kastens dabei loswerden könnte, davon ist die Gruppe Ahlener Architekten, die sich für den Erhalt des Parade-Baus einsetzen, überzeugt.

Am Mittwochnachmittag erneuerten sie ihre Position bei einem Ortstermin. „Für den Neubau gibt es noch gar keine Planung. Trotzdem stehen schon konkrete Zahlen im Raum“, kritisiert Christian Tripp . Für ihn habe das jetzige Rathaus einen Mehrwert, was die Größe der Büros angeht. „Für einen Neubau sind die Flächen deutlich kleiner bemessen.“

Ohnehin, ergänzt Stefanie Schürmann, seien die Pro­bleme mit dem 1977 eröffneten Rathaus gar nicht so groß: „Natürlich sind Defizite da. Aber dass man so ein Haus aufgrund weniger Mängel abreißen muss, ist nicht nachvollziehbar.“ Kollege Tripp will bewusst nicht von einer Sanierung sprechen, die seine Mitstreiter und er anstreben, sondern von einer Neugestaltung. „Bis auf den Betonkörper hat das Objekt nichts mehr mit dem Alten zu tun“, sagt Carsten Heitfeld, verweist auf Nachhaltigkeit und finanzielles Risiko. „Wir haben es doch beim Bauhof gesehen, wie schnell sich die Kosten und Wünsche ändern.“

Dass Ratssaal, Tagungs- und Ruheräume in einem Bürgerforum separiert untergebracht werden sollen, hält Silke Anna Linnemann für überholt. „Keiner der Mitarbeiter zieht sich einen Mantel an und geht in der Pause über einen freien Platz in ein anderes Gebäude.“ Damit verhebe sich die Stadt. „Hier haben wir doch alles, was wir brauchen.“

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