Rathausfreunde in Düsseldorf
Fassade lässt sich problemlos erneuern

Ahlen/Düsseldorf -

Eine glatte, faltenlose neue Glasfassade für das Rathaus stellt nach Auffassung von Dr. Peter Küffner kein Problem dar. Der Fassadenspezialist gehörte zu der Runde von Fachleuten, die die Ahlener Rathausfreunde in Düsseldorf aufsuchten.

Sonntag, 01.03.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 11:54 Uhr
Im Gespräch mit Dr. Peter Küffner, Prof Christoph Parade und Auguste Triet (2., 3 und 4. v.l.) Franz Kleinewers (l.) Hans-Dieter Hanses und Alfred Thiemann (2. und. 1. von r.).
Im Gespräch mit Dr. Peter Küffner, Prof Christoph Parade und Auguste Triet (2., 3 und 4. v.l.) Franz Kleinewers (l.) Hans-Dieter Hanses und Alfred Thiemann (2. und. 1. von r.). Foto: Dierk Hartleb

Nach Ansicht von Dr. Peter Küffner könnte die Fassade des Rathauses problemlos erneuert werden. Diese Auffassung vertrat der Fassadenspezialist in einem am Freitag geführten Gespräch mit den Rathausfreunden aus Ahlen in Düsseldorf, an dem auch Rathaus-Architekt Professor Christoph Parade und sein Kollege Auguste Triet teilnahmen. Küffner, der als ausgewiesener Fachmann gilt, stellte fest, dass die dunkle Fassade seinerzeit Ausdruck ihrer Zeit gewesen sei. „Aus meiner Sicht ist das Rathaus mit seiner besonderen Architektur ein Kleinod, das es allemal wert ist, erhalten zu werden“, sagte er.

Das Ja zum Bürgerentscheid bedeutet noch keine Sanierung.

Alfred Thiemann

Auch der Wunsch nach zu öffnenden Fenstern lasse sich in einer neuen Glasfassade ohne Komplikationen realisieren. Allerdings sollten die Fenster nicht zu groß gewählt werden. Er plädierte zudem für eine Zweifachverglasung mit einem innenliegebenen Sonnenschutz. Von einer farbigen Gestaltung der Fassade riet Küffner ebenso ab wie von Photovoltaik, deren Wartung schwierig sei. Eine Solaranlage lasse sich dagegen gut auf dem Dach realisieren. Auch das Problem eines Vor- und Zurückspringens der Fassade sieht der vereidigte Sachverständige bei einer neuen Fassade nicht mehr. Damit würde der Pflegeaufwand deutlich geringer ausfallen. Die Kosten für die 7000 Quadratmeter große Glasfläche beziffert Küffner mit 900 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich günstiger als in den Gutachten der Assmann-Gruppe.

„Das Ja zum Bürgerentscheid bedeutet noch keine Sanierung“, weiß Alfred Thiemann. Aber das Ziel der Rathausfreunde bleibe eine Sanierung. Und für die werde sich die Gruppe auch weiterhin einsetzen.

Natürlich kam das Gespräch auch auf das Thema Baukosten. Parade und Triet erinnerten daran, dass das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt und sie bei der Ermittlung der Sanierungskosten für das Rathaus unabhängig voneinander auf einen Betrag von 17,3 bis 17,4 Millionen Euro gekommen seien. Darin enthalten gewesen sei nur die Sanierung und keine Kosten für Zusätzliches.

Ich verstehe nicht, warum wir später nicht mehr in die Gespräche eingebunden worden sind.

Professor Christoph Parade

Parade bedauerte, dass er über diese Zahlen mit der ZGM-Leitung nicht mehr habe sprechen können. „Ich verstehe nicht, warum wir später nicht mehr in die Gespräche eingebunden worden sind“, erneuerte Parade seine Vorwürfe an die Adresse der Verwaltung. Ihm gehe es nicht ums Geld, sondern um das Rathaus, betonte er noch einmal.

Der Denkmalwert sei auch mit der Entscheidung der Ministerin keineswegs vom Tisch, sekundierte Thiemann. Das Gutachten des LWL habe weiterhin Bestand, nur die Unterschutzstellung sei aus politischen Erwägungen seinerzeit verweigert worden.

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