Verantwortung aufgrund Corona-Ausbreitung
Ausbildungsmesse vorsorglich abgesagt

Ahlen -

Die Verantwortung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sei zu groß, die Veranstaltung zudem mit einigen Risikofaktoren verbunden: Die 8. Ahlener Ausbildungsmesse, die am Samstag, 7. März, gut 1000 Besucher ins Autohaus Senger locken sollte, ist abgesagt.

Dienstag, 03.03.2020, 12:10 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 12:31 Uhr
Gesundheit geht vor: Im Namen der Veranstalter sagten Jörg Hellwig (Autohaus Senger), Jörg Hakenesch (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen) und Joachim Fahnemann (Arbeitsagentur Ahlen-Münster) die 8. Ahlener Ausbildungsmesse ab.
Gesundheit geht vor: Im Namen der Veranstalter sagten Jörg Hellwig (Autohaus Senger), Jörg Hakenesch (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen) und Joachim Fahnemann (Arbeitsagentur Ahlen-Münster) die 8. Ahlener Ausbildungsmesse ab. Foto: Christian Wolff

In diesem Jahr wird es keine Ausbildungsmesse in Ahlen geben. Das Risiko angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist den Verantwortlichen zu groß, wie sie am Dienstag in einer Pressekonferenz verkündeten. Eigentlich sollte die achte Auflage der Veranstaltung am Samstag, 7. März, rund 1000 Besucher ins Autohaus Senger locken.

„Das ist keine Panikmache“, stellt Jörg Hakenesch, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG) klar. „Das Erfolgsrezept der Messe ist aber die Interaktion unter Menschen. Da werden viele Gespräche auf Augenhöhe und in unmittelbarer Nähe zueinander geführt und Infomaterialien ausgetauscht.“ Insofern können die geltenden Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Gesundheitsbehörde des Kreises nicht durchweg eingehalten werden.

Verschiebung ist keine Option

„Für die Messe haben sich mehr als 70 Unternehmen und Organisationen aus Ahlen und Umgebung als Aussteller angemeldet. Das birgt eine große Verantwortung“, verdeutliche Arbeitsagentur-Geschäftsführer Joachim Fahnemann . Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen der Gesundheitssituation in Deutschland haben die Organisationsverantwortlichen entschieden, die Ausbildungsmesse nicht einfach zu verschieben, sondern in diesem Jahr gänzlich abzusagen. „Das Ganze zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr auszurichten, ist keine Option, da genau jetzt die Bewerbungs- und Einstellungsprozesse in den Betrieben sowie in den Schulen laufen.“.

Jörg Hellwig, Centerleiter im Autohaus Senger, betont, dass auch er mit einem weinenden Auge auf das betreffende Wochenende schaue, zumal viel in Vorbereitung und Marketing investiert worden ist. „Aber wir haben die Entscheidung in einem strukturierten Risikomanagement sorgfältig abgewogen und einstimmig gemeinsam getroffen.“

Risiko liegt in Zusammensetzung der Teilnehmer

Auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen kann es unter ungünstigen Bedingungen zu einer Übertragung auf viele Personen kommen. Das Risiko von großen und oder schwer verlaufenden „Covid-19“-Ausbrüchen nach einer Veranstaltung hängt von der Zusammensetzung der Teilnehmer, Art und Typ der Veranstaltung sowie Möglichkeiten der Kontrolle im Falle eines Ausbruches zusammen, so Fahnemann. „Die Ahlener Ausbildungsmesse ist als offene Veranstaltung ohne Eintrittskarten oder sonstige Zutrittskontrolle geplant. Es wäre daher nicht nachvollziehbar, wer die Veranstaltung besucht hat, falls die Gesundheitsbehörden im Nachgang eine Rückverfolgung von Kontaktpersonen für notwendig erachten.

Dass Menschen die Ahlener Ausbildungsmesse besuchen, die eine Grunderkrankung mitbringen, könne nicht ausgeschlossen werden, unterstrichen die Veranstalter bei der Pressekonferenz. Die Absage der Veranstaltung ziele daher auch darauf ab, unnötiges Unwohlsein der Beteiligten zu vermeiden. „Wir haben in diesen Tagen bereits erste Absagen von Ausstellern erhalten“, sagt WFG-Chef Jörg Hakenesch. „Andere äußerten ihre Bedenken und fragten, wie sie sich am besten verhalten sollen.“

Alternative für Jugendliche und Arbeitgeber

Dennoch soll Jugendlichen und interessierten Arbeitgebern die Chance gegeben werden, zueinanderzufinden, erklärte Joachim Fahnemann: „Wir stehen weiterhin dafür, den Ausgleich am Ahlener Ausbildungsmarkt gut zu managen. Allen, die individuelle Erwartungen mit der Ahlener Ausbildungsmesse verbunden haben, machen wir deshalb ein alternatives Angebot.“ Jugendliche könnensich ab sofort mit ihren Anliegen unter der E-Mail-Adresse Berufsberatung-Ahlen@arbeitsagentur.de an die Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur wenden. „Unsere Experten beraten die jungen Menschen, stehen ihnen bei der Suche nach passenden Stellen zur Seite und helfen bei den Bewerbungen. Sie gleichen die Wünsche der Bewerber mit den Angeboten der Ausstellungsbetriebe ab und stellen bei Interesse den Kontakt zu den für die Ausbildungsmesse vorgesehenen Betrieben her.“

Für Arbeitgeber, die sich während der Ahlener Ausbildungsmesse präsentieren wollten, stehen die jeweiligen persönlichen Ansprechpartner der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur zur Verfügung. Darüber hinaus können sie die E-Mail-Adresse Ahlen.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de nutzen. Die Fachexperten aus dem Arbeitgeber-Service beraten zur Rekrutierung von Auszubildenden und gleichen die Ausbildungsangebote mit vorgemerkten Bewerbern ab.

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