Bürgerschaftliches Engagement
Sportförderung erzeugt Konflikt

Vorhelm -

Keine Einigkeit im Umgang mit bürgerschaftlichen Projekten, die möglicherweise die Sportförderung tangieren, herrschte am Dienstagnachmittag im Ortsausschuss Vorhelm.

Mittwoch, 04.03.2020, 16:06 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 09:22 Uhr
Viel Lob von Seiten des Ortsausschusses bekam der in Eigenregie erneuerte und barrierefrei gestaltete Eingangsbereich des Feuerwehr-Gerätehauses an der Augustin-Wibbelt-Straße. 350 Arbeitsstunden wurden dafür investiert, trug Jochen Wiechens (3.v.r.) vor.
Viel Lob von Seiten des Ortsausschusses bekam der in Eigenregie erneuerte und barrierefrei gestaltete Eingangsbereich des Feuerwehr-Gerätehauses an der Augustin-Wibbelt-Straße. 350 Arbeitsstunden wurden dafür investiert, trug Jochen Wiechens (3.v.r.) vor. Foto: Christian Wolff

Ein fertiges Projekt besichtigt, zwei neue Anträge auf den Weg gebracht – dann war es mit der Einigkeit im Ortsausschuss Vorhelm vorbei. Anlass dafür waren die Reitvereine Enniger-Vorhelm und Schäringer Feld, die ebenfalls vom Fördertopf für bürgerschaftliches Engagement profitieren wollen und mit ihren Vorhaben am Dienstag auf der Tagesordnung der Kommunalpolitiker standen.

Ein fertiges Projekt besichtigt, zwei neue Anträge auf den Weg gebracht – dann war es mit der Einigkeit im Ortsausschuss Vorhelm vorbei. Anlass dafür waren die Reitvereine Enniger-Vorhelm und Schäringer Feld, die ebenfalls vom Fördertopf für bürgerschaftliches Engagement profitieren wollen und mit ihren Vorhaben am Dienstag auf der Tagesordnung der Kommunalpolitiker standen.

Richtlinien großzügig auslegen?

Da es sich bei beiden Antragsstellern um Sportvereine handelt, hatte die Stadtverwaltung dem Ausschuss empfohlen, die Unterstützung für den Bau einer Reitplatzumrandung (RV Enniger-Vorhelm) sowie einer neuen Stromversorgung (Schäringer Feld) nicht zu gewähren. „Die Richtlinien für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements sind hier eindeutig. Da, wo die Sportförderung greift, hat diese Vorrang“, erläuterte Lutz Henke als zuständiger Sachbearbeiter. „Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Ablehnung.“

Da wollten CDU und FWG nicht mitziehen. „Wir haben bereits einen Antrag vorgelegt, die Richtlinien noch einmal zu überprüfen“, sagte Bernd Avermiddig (FWG). „Das Engagement von Vereinen ist genau das, was wir fördern wollten.“ Da stehe man sich nun selbst im Weg; die Sportförderung sei für ganz andere Summen gedacht und unabhängig vom Ehrenamt zu sehen.

Ludger Diekmann (CDU) gab ihm Recht: „Es muss möglich sein, diese Projekte trotzdem zu unterstützen. Wir sind dafür, die Richtlinien in diesem Punkt großzügig auszulegen.“ Die Intention, Bürger zu motivieren, dürfe nicht vergessen werden. Das unterstrich der Ausschussvorsitzende Hubertus Beier ebenso. Er habe die Befürchtung, dass das Interesse am Fördertopf mittelfristig sinke, wenn die Ehrenamtlichen vor solche Hürden gestellt werden.

Eigenarbeit nicht im Keim ersticken

Ralf Budt (FWG) erinnerte an die Schwierigkeiten, von der Sportförderung Geld zu bekommen. „Das kann mitunter Jahre dauern!“ Für ihn sei eindeutig: „Überall da, wo Menschen selber einen Spaten in die Hand nehmen und etwas bewegen, handelt es sich um bürgerschaftliches Engagement.“ Das sei hier der Fall. In diesem Zusammenhang erinnerte Budt an die Förderung eines Frosch-Logos an der Augustin-Wibbelt-Schule, bei dem die Ausführung ausschließlich von einer Firma übernommen wurde und kein Vorhelmer selbst Hand angelegt hatte. „Damit hatten wir damals kein Problem.“ FWG-Kollege Kristian Knipping wusste davon, dass in Ahlen auch ein Tennisverein Mittel aus dem Bürger-Fördertopf erhalten habe. Das könne er angesichts der Diskussion nicht verstehen.

Gudrun Westhues (SPD) wollte dieses Argument nicht gelten lassen. „Wir sollten die Tätigkeiten nicht vergleichen. Solange wir keine Änderung der Richtlinien vorgenommen haben, glaube ich, dass wir die Möglichkeiten überdehnen.“ Ralf Budt konterte: „Mit dem Frosch haben wir es schon überdehnt.“ Thorsten Beiske (FDP) sah das anders. Er plädierte dafür, dass die Vereine ihre Anträge neu stellen, sobald die Richtlinien angepasst worden sind. Doch das gehe keinesfalls schnell, meinte Lutz Henke von Verwaltungsseite. „In diesem Jahr bestimmt nicht mehr.“

Der Ortsausschuss Vorhelm am Feuerwehr-Gerätehaus.

Der Ortsausschuss Vorhelm am Feuerwehr-Gerätehaus. Foto: Christian Wolff

Ulrich Averberg (CDU) verwies darauf, dass die Sportförderung primär für die Unterhaltung von Sportstätten und die Ausübung der Aktivitäten notwendig sei. „Wenn hier eine neue Stromversorgung installiert wird, braucht man die ja nicht, um ein Pferd anzutreiben.“ Insofern dürfe man die Reitvereine da nicht benachteiligen.

„Unser Dorf“ und Schützen bekommen Zuschüsse

Letztlich stimmte der Ortsausschuss in beiden Fällen mit CDU- und FWG-Mehrheit dafür, dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zu entsprechen und die Reitvereine zu fördern. Nun muss die Verwaltung prüfen, ob die Gelder trotz des Richtlinienkonflikts fließen können.

Ohne Diskussion freigegeben wurden Fördermittel für den Bau von Meisen-Nistkästen durch den Verein „Tönnishäuschen – Unser Dorf“ (1300 Euro) und die Restaurierung der zweiten Seite der Fahne des Allgemeinen Schützenvereins Vorhelm (1100 Euro). Das bereits abgeschlossene Projekt zur barrierefreien Neugestaltung des Eingangsbereichs am Feuerwehr-Gerätehaus fand indes viel Lob. Jochen Wiechens stellte es dem Ausschussvor.­

Ohne Diskussion freigegeben wurden Fördermittel für den Bau von Meisen-Nistkästen durch den Verein „Tönnishäuschen – Unser Dorf“ (1300 Euro) und die Restaurierung der zweiten Seite der Fahne des Allgemeinen Schützenvereins Vorhelm (1100 Euro). Das bereits abgeschlossene Projekt zur barrierefreien Neugestaltung des Eingangsbereichs am Feuerwehr-Gerätehaus fand indes viel Lob. Jochen Wiechens stellte es dem Ausschuss
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