Aktuelles aus den Abstimmungslokalen
Bürgerentscheid in Ahlen läuft

Ahlen -

Soll der Ratsbeschluss zum Neubau von Rathaus und Stadthalle gekippt werden? Diese Frage sollen die Ahlener beim Bürgerentscheid klären. Die Abstimmung läuft.

Sonntag, 08.03.2020, 10:18 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 17:10 Uhr
Schlangen in den Abstimmungslokalen – hier in der Don-Bosco-Schule – gab es am Tag des Bürgerentscheids bereits in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr.
Schlangen in den Abstimmungslokalen – hier in der Don-Bosco-Schule – gab es am Tag des Bürgerentscheids bereits in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr. Foto: Christian Wolff

Um Punkt 8 Uhr öffneten die sieben Abstimmungslokale im Stadtgebiet. Die Frage, ob der Ratsbeschluss zum Neubau von Rathaus und Stadthalle gekippt wird oder nicht, soll bis zum frühen Abend per Bürgerentscheid geklärt werden.

 

8.40 Uhr: Die sieben Abstimmungslokale melden allesamt keinen Ansturm, aber steten Besuch. In Vorhelm (Bezirk 1) haben zu diesem Zeitpunkt 25 Bürger ihr Kreuzchen gemacht. Traditionell stellt sich der größte Bürgeranteil in der Augustin-Wibbelt-Schule nach der Sonntagsmesse ein.

 

Abstimmunglokal Augustin-Wibbelt-Schule: In den ersten 40 Minuten haben hier 25 Vorhelmer ihr Kreuzchen gemacht.

Abstimmunglokal Augustin-Wibbelt-Schule: In den ersten 40 Minuten haben hier 25 Vorhelmer ihr Kreuzchen gemacht. Foto: Christian Wolff

9 Uhr: Die Don-Bosco-Schule (Bezirk 3) zählt 63 Bürger, die abgestimmt haben. Wahlhelfer Bernd Manthey nimmt die Benachrichtigungskarten mit Gummihandschuhen entgegen. „Reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt er, ohne das Wort Coronavirus in den Mund zu nehmen, das derzeit allerorts Thema Nummer eins ist. Die Karten würden schließlich durch viele Hände gehen. Allerdings müsste er die Handschuhe regelmäßig wechseln. Sie reißen schnell. „Papier ist scharf“, sagt Manthey und lacht, während Henning Schulte seine Haken notiert. Er ist hier für die korrekte Auflistung der eingegangenen Benachrichtigungen verantwortlich.

Luisa (4) darf noch kein Kreuzchen machen. Aber sie übernimmt für ihre Eltern Jacqueline und Simon Holz gerne den Wurf der Stimmzettel in die Urne.

Luisa (4) darf noch kein Kreuzchen machen. Aber sie übernimmt für ihre Eltern Jacqueline und Simon Holz gerne den Wurf der Stimmzettel in die Urne. Foto: Christian Wolff

9.33 Uhr: Inzwischen ist Bürgermeister Dr. Alexander Berger im Bezirk 3 eingetroffen, um die obligatorische Tafel Schokolade an die Helfer zu verteilen – wie bei einer „normalen“ Wahl auch. Die Zahl der Bürger, die jetzt in der Don-Bosco-Schule zum Entscheid gekommen sind, ist sprunghaft auf 130 angestiegen. „Ich denke, die Auszählung heute Abend dürfte schnell gehen“, sagt das Stadtoberhaupt. Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann, die ebenfalls im Abstimmungslokal vorbeischaut, nickt.

 

Bürgermeister Dr. Alexander Berger versorgt die Helfer in den Abstimmungslokalen mit der obligatorischen Tafel Schokolade.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger versorgt die Helfer in den Abstimmungslokalen mit der obligatorischen Tafel Schokolade. Foto: Christian Wolff

10.45 Uhr: Besonders großer Ansturm herrscht im Abstimmungslokal Rathaus (Bezirk 4). Rund 30 Bürger stehen in der Schlange. „Es ist schon den ganzen Morgen gut zu tun“, sagt Michael Göttfert. So viel, dass die Wahlhelfer gar nicht genau sagen können, wie viele Bürger den Entscheid hier bereits hinter sich gebracht haben. „Wir machen dann um 12 Uhr einen Zwischenstand.“ Unterdessen ist die Schlange noch länger geworden. Um die 50 Bürger stehen letztlich im Foyer des Verwaltungsbaus, um dessen Zukunft sich heute alles dreht.

 

11.45 Uhr: Im Elisabeth-Tombrock-Haus (Bezirk 2) herrscht ebenfalls Hochbetrieb. Das gehe schon den ganzen Vormittag so, lassen die Wahlhelfer nahezu gleichzeitig wissen. Abgestimmt haben hier genau 550 Bürger – und minütlich werden es mehr. Der Andrang habe im Vergleich zu Kommunalwahlen aber auch damit zu tun, dass es nur sieben statt wie sonst 22 Stimmbezirke gibt.

Um die Mittagszeit reicht die Schlange an der Don-Bosco-Schule bis nach draußen.

Um die Mittagszeit reicht die Schlange an der Don-Bosco-Schule bis nach draußen. Foto: Christian Wolff

 

12 Uhr: Noch einmal zurück zur Don-Bosco-Schule, wo die Schlange inzwischen bis nach draußen reicht. In den nächsten Minuten ist mit einem ersten Zwischenstand zum Bürgerentscheid aus dem Rathaus zu rechnen.

Die Zahl der abgegebenen Abstimmungskarten wird stündlich größer.

Die Zahl der abgegebenen Abstimmungskarten wird stündlich größer. Foto: Christian Wolff

 

12.20 Uhr: 9819 Ahlener haben bis zum Mittag für oder gegen die Aufhebung des Ratsbeschlusses zur „Rathausfrage“ gestimmt. Davon sind 5880 Briefabstimmer. Das Wahlamt meldet außerdem erste Prozentzahlen. Die bisher höchste Wahlbeteiligung erreichte das Elisabeth-Tombrock-Haus (Bezirk 2) mit 30,93 Prozent und 820 abgegebenen Stimmen, gefolgt von der Augustin-Wibbelt-Schule in Vorhelm (Bezirk 1) mit 28,54 Prozent und 439 abgegebenen Stimmen. Drittstärkste Beteiligung bislang im Rathaus (Bezirk 4) mit 27,91 Prozent Wahlbeteiligung und 680 abgegebenen Stimmen. Die weiteren Zahlen: 24,92 Prozent und 680 Stimmen in der Don-Bosco-Schule (Bezirk 3), 17,54 Prozent und 554 Stimmen im Stadtteilbüro (Bezirk 5), 18,04 Prozent und 436 Stimmen in der Feuerwache Süd (Bezirk 6) sowie 24,86 Prozent und 330 Stimmen in der Lambertischule Dolberg (Bezirk 7; jeweils ohne Briefwahl).

Schlangestehen im Objekt, um das es geht: Abstimmungsimpression aus dem Rathaus.

Schlangestehen im Objekt, um das es geht: Abstimmungsimpression aus dem Rathaus. Foto: Christian Wolff

 

14.35 Uhr: „Wie beim Flughafen-Check“, meint Martin Pancke im Abstimmungslokal Rathaus (Bezirk 4), wo die Menschen ebenso wie an anderen Orten bis draußen stehen. Beim Besuch unserer Zeitung drehen zwei Bürger sogar resignierend ab: „Dafür stehe ich doch hier nicht zwei Stunden herum . . .“

In der Feuerwache Süd sind bis 15.30 Uhr mehr als 1000 Bürger zur Abstimmung erschienen.

In der Feuerwache Süd sind bis 15.30 Uhr mehr als 1000 Bürger zur Abstimmung erschienen. Foto: Christian Wolff

 

15.30 Uhr: Die Feuerwache Süd (Bezirk 6) hat die 100er-Marke überschritten. So viele Bürger haben an diesem Tag des Bürgerentscheids bereits ihre Stimme abgegeben. Mit zwischenzeitlich einsetzendem Regen nimmt der Bürgerandrang jedoch schlagartig wieder ab.

 

16.10 Uhr: Neue Zahlen aus dem Rathaus belegen acht Stunden nach Öffnung der Abstimmungslokale eine Wahlbeteiligung von 33,6 Prozent. Mit Briefwählern haben jetzt 13 572 Bürger ihre Stimme abgegeben. Die höchste Beteiligung meldet die Augustin-Wibbelt-Schule in Vorhelm (Bezirk 1) mit 41,74 Prozent, gefolgt vom Elisabeth-Tombrock-Haus (Bezirk 2) mit 39,11 Prozent und der Don-Bosco-Schule (Bezirk 3) mit 36,27 Prozent.

Entspannte Ruhe am Nachmittag im Abstimmungsbüro Lambertischule Dolberg.

Entspannte Ruhe am Nachmittag im Abstimmungsbüro Lambertischule Dolberg. Foto: Christian Wolff

 

16.50 Uhr: Im Abstimmungslokal Lambertischule Dolberg (Bezirk 7) kehrt Ruhe ein. Die meisten Bürger kamen hier – ähnlich wie in Vorhelm – bereits im Laufe des Vormittags. Der aktuelle Stand der Wahlbeteiligung liegt hier bei 35,14 Prozent. 620 Dolberger haben in den vergangenen Stunden „Ja“ oder „Nein“ angekreuzt. Die Möglichkeit der Briefabstimmung nutzten hier 371 Bürger.

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