Simone Fleck in der Stadthalle
Oma Walli schlägt mit Spargel zurück

Ahlen -

Zum Internationale Frauentag ist Kabarett angesagt: Simone Fleck begeisterte ihre Zuschauer in der Stadthalle.

Dienstag, 10.03.2020, 11:22 Uhr
Im Altersheim wird gesungen, warum dann nicht auch in der Stadthalle? Oma Walli half dem Publikum beim Einsatz mit dem Refrain, den sie auf eine Tafel geschrieben hatte.
Im Altersheim wird gesungen, warum dann nicht auch in der Stadthalle? Oma Walli half dem Publikum beim Einsatz mit dem Refrain, den sie auf eine Tafel geschrieben hatte. Foto: Ralf Steinhorst

Während im Rathaus die Wahlergebnisse zur Rathausfrage einliefen, wollte sich das Publikum nebenan in der Stadthalle kräftig amüsieren. Nicht zum ersten Mal gastierte die Kabarettistin Simone Fleck anlässlich des Internationalen Frauentags in Ahlen und hatte trotz Coronavirus eine ansprechende Kulisse zu ihrem Programm „Lieber ohne Mann als gar kein Mann“. Veranstalter war die Kulturgesellschaft in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten Elisa Spreemann , die in ihrer Begrüßung auf den Weltfrauentag verwies.

Gleich zu Beginn bezog Simone Fleck ihre Zuschauer in das Programm mit ein: „Ich habe schon schäbigeres Publikum gehabt“, vergab sie ein erstes Lob. Klar, zum Weltfrauentag bekam auch das vermeintlich starke Geschlecht sein Fett weg: Männer seien wie Wein – mit den Jahren müssten sie gut liegen, damit der Kork gut abtrockne. Aber auch den weltweiten „Datenverkehr“ beurteilte Simone Fleck belustigt: „Man kennt die Leute nicht, aber was sie essen.“

In der Pause verteilte Simone Fleck im Foyer der Stadthalle beim Bücherverkauf bereitwillig Autogramme und Widmungen.

In der Pause verteilte Simone Fleck im Foyer der Stadthalle beim Bücherverkauf bereitwillig Autogramme und Widmungen. Foto: Ralf Steinhorst

Die Rollenwechsel erfolgten auf der Bühne. Schnell schlüpfte Simone Fleck in die Figur von Altenheimbewohnerin Oma Walli, deren Mitbewohner Hannes oder Mitarbeiterin Angeline. Wobei Oma Walli für den roten Faden im Programm sorgte – mit allen Liebeleien über ihre Mitbewohner und Mitarbeiter im Altersheim. „Die junge Ärztin wollte eine Urinprobe von mir haben. Glaubt die, ich bin gedopt?“, beklagte sie, um gleich zum Gegenschlag auszuholen: „Dann esse ich vorher Spargel.“

Dass Oma Walli noch gut in Form ist, zeigte sie beim sportlichen Zombie-Tanz aus dem Altenheim-Kurs: „Nach dem Sport fühlt man sich viel fitter“, schnappte sie anschließend nach Luft. Und da im Altenheim auch gesungen wird, musste das Publikum ebenfalls dran glauben und ein Lied mitsingen. Ein Niesen auf der Bühne? Oma Walli beruhigte gleich: „Sie müssen keine Angst haben, das war nur eine Allergie.“ Corona ließ dann doch mal ganz kurz grüßen.

Ich habe schon schäbigeres Publikum gehabt.

Simone Fleck

Eher bunt und schrill kam Mitarbeiterin Angeline daher. Zuständig für vorwiegend ästhetische Fragen verpasste Simone Fleck ihrer Figur eine leicht französische Mundart. Wobei die auch ihre Meinung zu Männern preisgab: „Tragen Männer mal Funktionswäsche, denken sie, sie wären sexuell aktiv.“ Mitbewohner Hannes dagegen zeigte sich bei den Ergebnissen seiner Kontaktanzeigen regelrecht verzweifelt.

Simone Fleck verstand es, ihr Publikum zu begeistern, das weniger mit Coronavirus, als vielmehr mit Lachmuskelkater zu tun bekam.

Zum Weltfrauentag gab es dann zum regulären Programm noch einen entsprechenden Abgang: „Nichts mehr gefallen lassen – wir reißen die Klappe auf.“ Als Zugabe hatte sie noch einen Energietipp parat: „Heiße Frauen sind eine Form von erneuerbarer Energie. Bei uns bilden zwölf Frauen ein Blockheizkraftwerk.“

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