Schulen organisieren Notbetreuung
Kinder sollen „im Stoff“ bleiben

Ahlen -

Ein einziges Kind wurde am Montag an der Albert-Schweitzer-Schule unterrichtet. Für alle anderen Schüler, die zu Hause bleiben, werden Lernmöglichkeiten auf digitalem Weg aufrecht erhalten.

Montag, 16.03.2020, 20:03 Uhr aktualisiert: 16.03.2020, 20:52 Uhr
Gähnende Leere und eine ungewohnte Stille herrscht am Montagmorgen an der Albert-Schweitzer-Schule. Schulleiterin Kirsten Krimphove (kl. Foto) will mit ihren Kollegen aber auf telefonischem und digitalen Weg den Kontakt zu den Schülern aufrechterhalten.
Gähnende Leere und eine ungewohnte Stille herrscht am Montagmorgen an der Albert-Schweitzer-Schule. Schulleiterin Kirsten Krimphove (kl. Foto) will mit ihren Kollegen aber auf telefonischem und digitalen Weg den Kontakt zu den Schülern aufrechterhalten. Foto: Peter Harke

Mit einem Erzählkreis, in dem die Kinder berichten sollten, was sie am Wochenende mit ihren Familien un­ter­nom­men und erlebt haben, hätte die neue Schulwoche begonnen. Anschließend Mathe, nach der großen Pause Deutsch und Sport – so sah der weitere Stundenplan für die Erst- und Zweitklässler in der gemeinsamen Lerngruppe SE 2 an der Albert-Schweitzer-Grundschule aus, den die Lehrerinnen schon am Freitag an die Tafel gepappt hatten. „In weiser Voraussicht“, sagt Schulleiterin Kirsten Krimphove , habe man den Schülern allerdings auch ih­re Bücher und Hefte, die sonst zum Teil im Klassenraum verbleiben, mit nach Hause gegeben. Die landesweite Schließung aller Schulen und Kitas sei ja absehbar gewesen. Und auch wenn bis auf Weiteres kein Unterricht stattfindet – Lernen ist deswegen nicht verboten.

Drei Kinder haben wir heute Morgen wieder wegschicken müssen.

Kirsten Krimphove

Die allermeisten Eltern haben es mitbekommen, dass die Osterferien vorzeitig beginnen. „Drei Kinder haben wir heute Morgen wieder wegschicken müssen“, erzählt Krimphove. Nur eine allein­er­ziehende Mutter, die im Gesundheitssektor beschäftigt sei, mache bisher vom Angebot der Notbetreuung für ihre Tochter Gebrauch. Für die nächste Woche hätten zwei weitere Eltern Bedarf angemeldet. Der ist insgesamt in Ahlen „überschaubar“ laut Brigga Kazmierczak von der städtischen Schulverwaltung. Zwischen null und sechs Kindern bewege sich das an den einzelnen Schulen. Denen sie im Übrigen attestiert, sich auf die Situation gut einzustellen. „Da ist übers Wochenende schon eine Menge vorbereitet und organisiert worden“, lobt Kazmierczak.

Ob das alle machen, liegt nicht in unserer Hand.

Kirsten Krimphove

Kirsten Krimphove und ih­re Kollegen haben vor allem „viele, viele Telefonate geführt“. Alle Eltern werden angerufen und um ihre E-Mail-Adresse gebeten. An die sollen in den nächsten Wochen regelmäßig Lernmaterialien und Aufgaben verschickt werden. Auch die tägliche Kinderseite „yangu“ in der „AZ“ möchte die Schulleiterin gerne zu diesem Zweck einsetzen. Die Eltern sind dazu aufgerufen, gemeinsam mit ihren Kindern im Schulplaner zu dokumentieren, was bearbeitet wurde. „Ob das alle machen, liegt nicht in unserer Hand“, sagt Kirsten Krimp­hove. Auch verfüge nicht jede Familie über einen PC oder Drucker. Aber diese Form der Kommunikation sei immerhin ein Instrument, damit die Kinder „im Stoff“ bleiben.

Vier Lehrkräfte werden von nun an immer in der Schule präsent und ansprechbar sein, die anderen gehen ins Home-office. Wobei die Erkältungswelle das Kollegium auch nicht verschont hat, zwei Krankmeldungen gibt es. Zum Glück kein Corona.

Das ist schon eine ganz komische Atmosphäre hier.

Kirsten Krimphove

Schule geht also irgendwie weiter. Aber an die Leere und Stille im Gebäude muss sich Kirsten Krimphove erst noch gewöhnen: „Das ist schon ei­ne ganz komische Atmosphäre hier.“

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