Theatergruppe St. Ludgeri
„Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Ahlen -

„Märchen außer Rand und Band“ kommen erst mal nicht auf die Bühne der Schuhfabrik. Ausweichtermine stehen aber schon fest.

Freitag, 20.03.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 20:20 Uhr
Uli Bomba und Andrea Kühn-Parciany und das Ensemble der Theatergruppe St. Ludgeri wollen ihr Stück „Märchen außer Rand und Band“ im März kommenden Jahres auf die Bretter bringen.
Uli Bomba und Andrea Kühn-Parciany und das Ensemble der Theatergruppe St. Ludgeri wollen ihr Stück „Märchen außer Rand und Band“ im März kommenden Jahres auf die Bretter bringen. Foto: Ralf Steinhorst

Eigentlich wollte die Theatergruppe St. Ludgeri vom 26. März an in vier Aufführungen im Bürgerzentrum Schuhfabrik ihr Publikum mit viel Humor infizieren. Eigentlich. Die Auftritte fallen ebenfalls dem Coronavirus zum Opfer. Die zwölfköpfige Gruppe war sich aber schnell einig, dass aufgehoben in diesem Fall nur aufgeschoben bedeuten soll. Im März 2021 soll „Märchen außer Rand und Band“ dann auf die Bretter kommen. Neue Termine stehen bereits fest, wie die Schuhfabrik mitteilt: vom 11. bis 14. März.

Welturaufführung

Nein, den Humor lässt sich die Theatergruppe trotz allem nicht nehmen, geben sich Regisseurin Andrea Kühn-Parciany und Schauspieler Ulrich Bomba trotzig. Sie blicken nach vorne. „Damit die Welturaufführung über die Bühne gehen kann“, streicht Uli Bomba augenzwinkernd heraus, dass das Stück ja aus eigener Feder stamme. Allerdings könnten einige Passagen geändert werden. Denn ob beispielsweise Mops Edda in einem Jahr noch in die Dramaturgie passt, werde sich später erweisen.

Noch am Donnerstag vergangener Woche hatte die Gruppe in der Schuhfabrik geprobt. „Da ahnte noch niemand, dass es die letzte Probe sein würde“, blickt Andrea Kühn-Parciany zurück. Auch wenn die Gruppe schon geahnt habe, was auf sie zukommt. Denn schon da sei klar gewesen, dass Veranstaltungen mit über 1000 Menschen nicht mehr stattfinden durften.

Doch Netflix wollte uns nicht haben.

Uli Bomba

Nun seien zwar alle erleichtert, dass Klarheit herrscht, aber trotzdem seien die Darsteller auch traurig. Noch am Samstagvormittag hätte eigentlich die nächste Probe angestanden, doch die habe die Gruppe dann dazu genutzt, um zu besprechen, wie mit der Situation umgegangen werden soll. Tenor: Wir lassen uns nicht unterkriegen. „Unser Herzblut hängt daran“, bekräftigt dann auch Uli Bomba. „Während der Besprechung wollte noch jemand eine Karte kaufen“, zeigt sich die Regisseurin wieder amüsiert.

Proben im November

Ein Gespräch mit der Schuhfabrik habe ergeben, dass die Saaltermine für dieses Jahr dicht sind und die Aufführungen somit erst im kommenden Jahr stattfinden können. Alternativ habe man auch über einen Videostream nachgedacht, wirft Uli Bomba schelmisch ein: „Doch Netflix wollte uns nicht haben.“

Die Einlagerung der Requisiten, der Kostüme und des Bühnenbildes stellt kein Problem dar, letzteres kann zusammengerollt werden. Die Proben sollen dann wieder im November aufgenommen werden, womöglich mit einem Intensiv-Wochenende. Dann sollen auch mögliche Aktualisierungen vorgenommen werden. „Wir fangen ja nicht bei Null an, Figuren und Kostüme bleiben bestehen“, erklärt Uli Bomba. Was nun mit den Karten für die Vorstellungen passiert? Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Sie können auch gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben werden. Da die Schuhfabrik momentan für die Öffentlichkeit geschlossen ist, besteht diese Möglichkeit allerdings erst ab der Wiedereröffnung.

 

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