Soldaten-Freundeskreis sagt alle Veranstaltungen ab
Doppeltes Jubiläum ein Corona-Opfer

Ahlen / Sonderburg -

Keine Fahrt zu den Düppeler Schanzen, kein Frühlingsfest, kein Kriegsende-Gedenken: Der Freundeskreis Ahlener Soldaten hat alle kommenden Veranstaltungen abgesagt.

Donnerstag, 26.03.2020, 13:03 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 18:26 Uhr
Heimwehr-Organisationsleiter Jens Peter Rasmussen.
Heimwehr-Organisationsleiter Jens Peter Rasmussen. Foto: Wolff

An der deutsch-dänischen Freundschaft wird nicht gerüttelt. Diese Botschaft ist nicht nur für Jens Peter Rasmussen als Mitorganisator der jährlichen Gedenkfeier auf den Düppeler Schanzen von zentraler Bedeutung. Aber angesichts der aktuellen Lage rund um die Ausbreitung des Coronavirus ist an eine gemeinsame Kranzniederlegung auf dem einstigen Schlachtfeld des Krieges von 1864 in diesem Jahr nicht zu denken.

Grenzziehung vor 100 Jahren festgelegt

Schon einige Tage, bevor in Deutschland massive Maßnahmen zur Kontakteindämmung getroffen wurden, hatte Dänemark die Treffen größerer Gruppen verboten. Rasmussen hatte die Verantwortlichen in der „Westfalen-Kaserne“ sowie des Freundeskreises Ahlener Soldaten darüber in Kenntnis gesetzt. Am 17. März wurden die bereits angemeldeten Mitglieder und Soldaten angeschrieben und über den Ausfall der Veranstaltung informiert. Einige Angehörige des Aufklärungsbataillons 7 wollten die Fahrt zudem mit einer Tagung im nahen Flensburg verbinden, die jedoch nun ebenfalls nicht stattfindet.

Für die Organisatoren eine schmerzliche, wenn auch unausweichliche Situation. „Es geht einfach nicht anders“, sagt Thomas Kras, Vorsitzender des Freundeskreises. 2,5 Millionen Kronen bekam das Düppeler Museum für Restaurierungen in Vorbereitung auf die Feierlichkeiten, denn im Jahr 2020 sollte insbesondere dem Umstand gedacht wird, dass die heutige Grenze zwischen Deutschland und Dänemark vor genau 100 Jahren auf friedliche Weise festgelegt wurde. Ob und wie das Jubiläum nachgeholt wird, ist zur Stunde noch unklar. Das im Vorjahr bereitgestellte Geld wurde vor allem für neue Flügel an der historischen Mühle ausgegeben. Die jetzigen stammten aus dem Jahr 1978, so Jens Peter Rasmussen, Vorsitzender der Gedenkeinrichtung, gegenüber lokalen Medien.

Enge Bande zwischen Ahlen und Sonderburg

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehen enge Bande zwischen den Städten Sonderburg und Ahlen. Seit 2001 gibt es die gemeinsame Gedenkfeier auf den Düppeler Schanzen, die ohne Initiative des damaligen Sonderburger Bürgermeisters Arne Peder Hansen und Rolf Kersting, heutiger Ehrenvorsitzender des Freundeskreises Ahlener Soldaten, unmöglich gewesen wäre. In diesem Jahr wäre also ein doppeltes Jubiläum gefeiert worden – 100 Jahre Grenzziehung und 20. Teilnahme der Ahlener.

Auch alle weiteren Veranstaltungen des Freundeskreises wurden vorsorglich abgesagt, darunter das Gedenken an die kampflose Übergabe der Stadt Ahlen am 31. März, das Frühlingsfest in der Kaserne und kommende Vorstandssitzungen.

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