Gärtnerei Schulze Eckel
Gartenfreunde gesucht: Die ganze Blütenpracht für die Tonne?

Ahlen -

Wer tagsüber an der Gärtnerei Schulze Eckel an der Drensteinfurter Straße vorbeikommt, wundert sich womöglich, dass der Ladenbetrieb geöffnet ist. Geht die Coronakrise also an der Gärtnerei vorbei? Inhaber Christian Schulze Eckel widerspricht, auch er hat drastische Umsatzeinbußen.

Freitag, 27.03.2020, 14:58 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 19:56 Uhr
Eine Blumenpracht. Aber nur wenige, die kaufen.
Eine Blumenpracht. Aber nur wenige, die kaufen. Die Corona-Krise trifft auch Gärtnereien hart. Foto: Ralf Steinhorst

Christian Schulze Eckels Betrieb besteht aus dem Großhandel und den zwei Läden in Ahlen und Warendorf. Im Großhandel beliefert er Gartencenter, Fachhandel und Wiederverkäufer in ganz Deutschland.

„In NRW ist im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern der Verkauf von Pflanzen noch gestattet“, sagt er. Dennoch sind ihm Absatzmärkte und erhebliche Einnahmen weggebrochen. Abhilfe Kurzarbeit? „Geht nicht, weil die Pflanzen weiter gepflegt und kultiviert werden müssen“, so Schulze Eckel. Schließlich werde schon auf die Sommersaison hingearbeitet.

100.000 Pflanzen

Die Frühlingsblumen im Gewächshaus, ein buntes Farbenmeer, finden wegen Verkaufsverboten derweil keinen Weg zum Endverbraucher: „Das sind 100 000 Pflanzen, worüber wir reden.“ Den ganzen Winter haben sich die Mitarbeiter darum gekümmert, haben geheizt und die Pflänzchen mit Liebe aufgezogen. Wenn die keiner kauft, wandern sie in die sprichwörtliche Tonne. Ein Gedanke, der verrückt mache, gesteht Christian Schulze Eckel.

Christian Schulze-Eckel inmitten eines bunten Blumenmeeres. Findet er dafür keine Abnehmer, wird er sie vernichten müssen.

Christian Schulze Eckel inmitten eines bunten Blumenmeeres. Findet er dafür keine Abnehmer, wird er sie vernichten müssen. Foto: Ralf Steinhorst

Seine beiden Läden machen rund die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, trotz Öffnung seien aber auch dort die Umsätze um 70 bis 80 Prozent eingebrochen. Trotz bester Pflanzzeit im Garten. Denn es hat genug geregnet und auch die Temperaturen schaden den Pflanzen nicht mehr. Aber zu vielen Menschen sei offenbar noch nicht vorgedrungen, dass er geöffnet hat, bedauert Christian Schulze Eckel. Und in seinen Läden sei genug Platz, um Abstand zu halten.

Ich finde es schön, so kann ich mir ein bisschen Frühling holen.

Helga Lösecke

Standortwechsel vom Gewächshaus in den Laden: „Es tut gut, ein wenig einzukaufen“, sagt eine Kundin, die anonym bleiben will, denn der große silberne Deko-Hase in ihrem Arm ist ein Geschenk und soll deshalb eine Überraschung bleiben. Ein Einkauf, der eher eine Ausnahme ist, wie Christiane Schulze Eckel an der mit Plexiglas geschützten Kasse schildert. Deko gehe weniger, Blumen aber umso mehr: „Die Menschen sind froh, dass sie ihre Gärten und Wohnungen verschönern können.“ Die bunte Blütenpracht habe über den Winter gefehlt.

Kunden kaufen Kräuter

Viele Kunden würden auch Kräuter kaufen, sie würden in diesen Zeiten offensichtlich zu Selbstversorgern. Dazu passe, dass es auch Familien gebe, die jetzt Naschobst pflanzen. Dazu gehöre auch Säulenobst wie Äpfel.

„Ich finde es schön, so kann ich mir ein bisschen Frühling holen“, ist Kundin Helga Lösecke froh darüber, in der Gärtnerei einkaufen und so die tristen Zeiten mit Farbe aufpeppen zu können. In ihrem Einkaufswagen befinden sich zahlreiche Pflanzen, die kommen in den Garten. Der Frühling kann sich also ungehindert ausbreiten und für gute Laune sorgen.

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