Gartenfans zieht es nach draußen
Aussaat und Heckenschnitt

Ahlen -

Wie ist es mit der Pflege des Kleingartens in Zeiten der Kontaktsperre? Kein Problem, weiß Gabriela Schulz – und so zieht es die Gartenfreunde derzeit raus in die Parzellen. Schließlich gibt es im Frühjahr genug zu tun.

Montag, 30.03.2020, 05:04 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 12:00 Uhr
Gartenfans zieht es nach draußen: Aussaat und Heckenschnitt
Foto: Peter Schniederjürgen

Die Sonne scheint vom blauen Himmel. Kein Kondensstreifen trübt den Eindruck. Auf der Erde sprießt das Grün und es blühen die Bäume und Sträucher. Es ist unbestreitbar Frühjahr und damit zieht’s Gartenfans und ihre professionellen Kollegen ins Freie.

Bei der Gartenarbeit sind die vorgeschrieben Distanzen gewahrt.

Gabriela Schulz

Doch wie sieht es aus mit dem Gang in den Kleingarten in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen? „Wir haben hier keine Probleme“, weiß Gabriela Schulz . Sie ist die Gartenfachberaterin des Kleingartenverbandes und selber leidenschaftliche Gärtnerin. Für sie ist das vergleichbar mit dem Gassigehen oder dem Joggen. So ist der Weg zum Garten natürlich erlaubt. Und schließlich: „Bei der Gartenarbeit sind die vorgeschrieben Distanzen gewahrt“, versichert sie. Und tatsächlich bei der Frühjahrsarbeit in der Gartenanlage Brüningswiese arbeiten die Gartenfreunde mit gehörigem Abstand zueinander. Dafür sorgen schon die wohl gestutzten Hecken zwischen den Gärten.

Gabriela Schulz ist gerade dabei die Reste des Heckenschnitts durch den Häcksler zu schicken.

Gabriela Schulz ist gerade dabei die Reste des Heckenschnitts durch den Häcksler zu schicken. Foto: Peter Schniederjürgen

Doch ein unüberhörbares Bedauern klingt über die Gartenzäune, denn dass der Bauhof keine Abfälle annimmt, stößt weitgehend auf Unverständnis – nicht nur unter den Hobbygärtnern.

Trotzdem herrscht reges Treiben. Da werden die Gehwegplatten abgespritzt und Hecken nachgeschnitten. Gabriela Schulz ist gerade dabei, die Reste des Heckenschnitts durch den Häcksler zu schicken. „Das ist wertvoller Mulch“, freut sie sich auf das Ergebnis.

Unsere Truppe ist ziemlich ausgedünnt.

Jörg Piekonkowski

Anderenorts brummt der Rasenmäher zum ersten Schnitt der gerade angehenden Saison. So ist das Werkeln wieder ein reines Vergnügen für die Gartenfreunde.

Etwas angespannter sehen das die Kollegen von der Profifraktion. „Unsere Truppe ist ziemlich ausgedünnt“, seufzt Jörg Piekonkowski. Der oberste Gärtner der Stadt hat seine Leute fast komplett an die Müllabfuhr abgetreten. Die benötigt Ersatzkräfte für den Fall, dass Gruppen in Quarantäne kommen. Auch dann muss die Abfuhr gesichert sein. Also gibt es hier wenig Kräfte im originären Grüneinsatz.

Wir bereiten hier die Aussaat von Wildblumen vor.

Simon Knieper

Simon Knieper ist zurzeit mit der Kreiselegge unterwegs. „Wir bereiten hier die Aussaat von Wildblumen vor“, verrät der Gärtner vom Traktor aus. An der Stadtgrenze zur Bundesstraße 58, vor dem Lärmschutzwall vor dem Zuckerort sind dafür große Flächen vorgesehen. „Wenn es mit dem Wetter gut läuft, stehen hier bald ein- und mehrjährige Blumen und Stauden, die viele Möglichkeiten für Insekten bieten“, erklärt Andreas Lammerding. Der städtische Gärtnermeister ist für dieses Wildblumenprojekt verantwortlich.

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