Handballer der Ahlener SG unterstützen „Rewe“-Markt Meier
Einlass nur mit Einkaufswagen

Ahlen -

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Manche Stammkunden erkennt Ferdi Hümmecke schon wieder. Der 28-Jährige gehört zu einer Gruppe von ASG-Handballern, die ehrenamtlich am „Rewe“-Markt Meier bei den Einlasskontrollen helfen. Dort dürfen Kunden nämlich nur noch mit Einkaufswagen hinein – für den Corona-Abstand

Dienstag, 07.04.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 09:24 Uhr
Dank der ehrenamtlichen Hilfe von Handballern der Ahlener Sportgemeinschaft – wie hier Ferdi Hümmecke – kann „Rewe“-Marktbetreiber Jörg Meier (l.) etwas entspannter auf den zu erwartenden Kundenansturm vor den nahenden Ostertagen blicken.
Dank der ehrenamtlichen Hilfe von Handballern der Ahlener Sportgemeinschaft – wie hier Ferdi Hümmecke – kann „Rewe“-Marktbetreiber Jörg Meier (l.) etwas entspannter auf den zu erwartenden Kundenansturm vor den nahenden Ostertagen blicken. Foto: Christian Wolff

Nur ein einziges Produkt kaufen, mal eben Lotto spielen oder zum Bäcker gehen? Nicht ohne Einkaufswagen! Die eiserne Regel, die in großen Lettern mehrfach am „ Rewe “-Markt Meier zu lesen ist und für den nötigen Abstand angesichts nicht abflauender Corona-Gefahren sorgen soll, wird gerne mal überlesen oder vergessen.

„Ohne Kontrolle geht‘s einfach nicht“, sagt Jörg Meier. „Es dürfen auch nicht mehr als 130 Kunden gleichzeitig im Laden sein. Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, haben wir die Zahl der Einkaufswagen auf 100 begrenzt.“ Und eins schiebt er direkt hinterher: „Wir haben uns diese Auflagen nicht ausgedacht. Aber wir müssen sie eben umsetzen.“ Er mache aber keinen Hehl daraus, dass er es grenzwertig finde, wie die ungeheure Mehrarbeit, die mit den Pandemieverordnungen verbunden ist, derzeit auch auf seinem Rücken ausgetragen wird.

Unterstützung bis Karsamstag

Seit Donnerstag hat der Marktbetreiber jedoch ehrenamtliche Unterstützung an seinen Supermarkt-Türen: Handballer der Ahlener Sportgemeinschaft (ASG) haben sich spontan bereiterklärt, mit wachsamen Blicken paratzustehen. Sie waren auf den öffentlichen Hilferuf des Händlers aufmerksam geworden, fragten in der Gruppe ihre Einsatzbereitschaft ab.

ASG-Handballer helfen bei „Rewe“ Meier

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  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff
  • Manche Stammkunden erkennt Ferdi Hümmecke schon wieder. Der 28-Jährige gehört zu einer Gruppe von ASG-Handballern, die ehrenamtlich am Rewe-Markt Meier bei den Einlasskontrollen helfen. Dort dürfen Kunden nämlich nur noch mit Einkaufswagen hinein . . . für den Corona-Abstand.

    Foto: Christian Wolff
  • ASG-Spieler helfen bei Rewe Meier aus.

    Foto: Christian Wolff

„Schon seit Jahren ist ,Rewe‘ Meier ein treuer Sponsor unseres Vereins. Da ist jetzt die beste Zeit, etwas zurückzugeben“, sagt Ferdi Hümmecke . „Da die meisten Aktivitäten auch außerhalb des Sports oder im Studium derzeit flachfallen, nehme ich mir gerne die Zeit“, so der ASG-Kreisläufer im Gespräch mit unserer Zeitung. Sechs Stunden am Tag sind das. „Aber wer hier wie lange steht, das kann natürlich jeder selbst entscheiden. Für mich lohnt es sich, dafür anzureisen, denn ich wohne ja in Münster“, erzählt der 28-Jährige.

Hümmecke teilt sich die Dienste mit David Denert , dem belgischen Neuzugang der ASG, sowie Jan Anton und Trainer Sascha Bertow. Bislang laufe das Ganze reibungslos. „Leider gibt es ein paar Menschen, die fangen an, mit uns zu diskutieren“, sagt Hümmecke. „Oft sind es auch gerade die älteren Menschen, die wir eigentlich schützen wollen, die für manche Maßnahmen uneinsichtig sind.“ Da seien deutliche Worte nötig, ohne dabei unfreundlich zu sein.

Eigenverantwortung wird erwartet

„Viele Kunden kommen bereits mit Mundschutz in den Markt“, ist David Denert aufgefallen. Andere zögen Handschuhe vor, um sich beim Rollen des Einkaufswagens vor Viren zu schützen. Jörg Meier vertritt die Auffassung: „Ein bisschen Eigenverantwortung können wir von jedem erwarten.“ Schließlich sei es nicht zu leisten, jeden Einkaufswagen zu jeder Stunde neu zu desinfizieren. „Wir machen das schon jeden Tag. Aber wer besonders sicher gehen will, kann ja selbst vor dem Einkauf einmal über die Griffe wischen.“ Die Hilfe aus den Sportler-Reihen werde jedenfalls von vielen Ahlenern registriert. Zumindest bis Karsamstag, wenn der letzte Ansturm vor dem Osterfest zu erwarten ist, soll die Unterstützungsaktion noch weitergehen.

„Wir helfen, wo wir können“, fasst Jan Anton zusammen. Vielleicht werde durch diese Aktion auch ein anderer Gewerbetreibender aufmerksam und könne mit Hilfe der wohltätigen Handballer ein temporäres Personalproblem lösen oder zumindest mindern.

 

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