Krankenpflegeschüler durften nach Deutschland einreisen
Verstärkung aus dem Kosovo ist da

Ahlen -

Die ersten fünf von sieben jungen Leuten, die die Krankenpflegeschule am Ahlener St.-Franziskus-Hospital im Kosovo angeworben hatte, sind jetzt eingetroffen. Sie hatten seit Wochen in Pristina auf gepackten Koffern gesessen.

Donnerstag, 16.04.2020, 18:32 Uhr
Krankenpflegeschüler durften nach Deutschland einreisen: Verstärkung aus dem Kosovo ist da
Foto: St.-Franziskus-Hospital

Große Erleichterung beim Team der Krankenpflegeschule am St.-Franziskus-Hospital sowie beim Direktorium des Krankenhauses: Fünf von sieben bereits im Januar angeworbenen Pflegeschülerinnen und -schülern aus Pristina im Kosovo, die wegen der Coronakrise zunächst nicht pünktlich zum Ausbildungsbeginn Anfang April nach Deutschland einreisen konnten, sind nun endlich doch in Ahlen angekommen. Darüber freut sich auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger , der daran ei­nen nicht unerheblichen Anteil hat.

Im Januar waren der Pflegedirektor des St.-Franziskus-Hospitals, Werner Messink, und Anne Solbach , Pflegepädagogin an der Zentralen Krankenpflegeschule, nach Pristina gereist, um dort innerhalb von drei Tagen über 20 Bewerbungsgespräche mit motivierten jungen Kosovaren zu führen, die eine Krankenpflegeausbildung in Deutschland machen möchten. „Besonders der große Mut unserer Pflegeschüler aus dem Kosovo, dazu die Bereitschaft, ganz neu anzufangen und die eigene Familie zurückzulassen, hat uns neben den exzellenten Deutschkenntnissen sehr beeindruckt“, berichtete Anne Solbach.

Sieben Zusagen gaben sie noch vor Ort und unterschrieben die Verträge.

Es ist ein Abenteuer und eine tolle Möglichkeit, mir eine Zukunft aufzubauen.

Veton Dalipi

Unter Hochdruck arbeiteten alle Mitarbeiter daran, dass die zukünftigen Auszubildenden, die teilweise bereits über berufliche Vorerfahrung im pflegerischen Bereich verfügen, ihre Aner­kennung des Schulabschlusses und sämtliche vorzulegende Unterlagen pünktlich einreichen konnten, um daraufhin ein Einreisevisum für Deutschland zu erhalten. Die Flüge waren bereits gebucht, Wohnheimräume in Ahlen wurden renoviert und die Schule als auch die Bewerber bereiteten sich auf die Ankunft in Deutschland vor. Die Bewerber kündigten ihre Jobs bzw. ihr laufendes Studium in Pristina, verabschiedeten sich bereits von Freunden und Familie und freuten sich auf die vor ihnen liegende Zeit: „Es ist ein Abenteuer und eine tolle Möglichkeit, mir eine Zukunft aufzubauen“, sagte stellvertretend der angehende Pflegeschüler Veton Dalipi.

Durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Einreisestopp nach Deutschland saßen die jungen Leute aber dann erst einmal in der Hauptstadt Pristina bei Verwandten und Freunden auf gepackten Koffern fest. „Dennoch wollten wir das nicht so auf sich beruhen lassen und haben alle uns möglichen Wege beschritten, um noch etwas zu erreichen. So haben wir uns auch an Bürgermeister Dr. Berger gewandt“, berichtet Anja Rapos, Geschäftsführerin des St.-Franziskus-Hospitals.

Bürgermeister wandte sich an Bundestagsabgeordnete

Berger schaltete unter anderen die Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker (CDU) und Bernhard Daldrup (SPD) ein. Er schrieb: „Vor dem Hintergrund, dass wir in Deutschland dringend medizinisches und pflegerisches Personal zur Unterstützung brauchen und in Pristina motivierte Auszubildende, bei denen sämtliche Voraussetzungen dafür erfüllt sind, darauf warten, mit der Ausbildung in Deutschland beginnen zu können, unterstütze ich nachdrücklich die Bitte des Direktoriums, die Einreise der Auszubildenden zu gewährleisten.“

Der Verwaltungschef reagierte natürlich jetzt ebenfalls erleichtert auf die Nachricht von der geglückten Einreise der kosovarischen Nachwuchskräfte. „Das Zusammenspiel von Landes- und Bundesebene hat sich erfolgreich bewährt“, dankt er allen, die zu der Lösung in Parlamenten und Behörden beigetragen haben. Der Medizin- und Pflegestandort Ahlen werde durch den Zuzug junger angehender Fachkräfte auch für die Zeit nach der Pandemie nachhaltig gestärkt.

Die Krankenpflegeschule hofft nun, dass auch zwei weitere designierte Schüler, von denen einer erkrankt ist und der zweite noch auf sein Visum wartet, bald nachkommen können, damit die Gruppe komplett ist.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7372859?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker