Seniorenzentrum am Domizil
Corona: Drei Bewohner verstorben

Ahlen -

Drei Bewohner des Seniorenzentrums am Domizil in Ahlen sind an den Folgen einer Coronainfektion verstorben. Bei einem weiteren ist der Zustand kritisch.

Dienstag, 21.04.2020, 11:11 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 22:00 Uhr
Drei Bewohner des Seniorenzentrums sind am Coronavirus verstorben.
Drei Bewohner des Seniorenzentrums sind am Coronavirus verstorben. Foto: Ulrich Gösmann

Große Betroffenheit im Seniorenzentrum am Domizil: Von den 13 Bewohnern, die am Karsamstag positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind drei verstorben.

„Es ging sehr schnell“, sagt Michael Kamp am Dienstag im Redaktionsgespräch. Der Geschäftsführer der AP-Pflegedienste hatte zu Ostern das Kreisgesundheitsamt in seine Einrichtung im Herbrand gebeten. Ein Mitarbeiter war Tage zuvor bei einem Hausarztbesuch positiv getestet worden. Zwei weitere Kollegen suchten daraufhin ihre Hausärzte auf. Mit gleichem Ergebnis.

Am Karsamstag unterzogen sich alle 38 Bewohner und die rund 40 Mitarbeiter einem Test der Gesundheitsbehörde. Am Ostersonntag dann das Ergebnis, das zu schnellem Handeln zwang: Zwölf Bewohner und sieben Mitarbeiter waren „positiv“. Ein weiterer Bewohner und ein Mitarbeiter sollten noch folgen.

Es ging sehr schnell.

Betreiber Michael Kamp

Alle Betroffenen wurden ins vierte Obergeschoss verlegt, das zu einer Quarantänestation umfunktioniert wurde. Ebenfalls betroffene Mitarbeiter erklärten sich bereit, dort weiter ihren Dienst zu tun. Einige begaben sich zwischenzeitlich in häusliche Quarantäne. Erste Kollegen meldeten sich soeben genesen zurück.

Vier der 13 infizierten Heimbewohner wurden am Ostermontag ins Krankenhaus verlegt. Drei verstarben dort am vergangenen Wochenende. Beim vierten Bewohner ist der Zustand kritisch. Aktuell befinden sich noch neun Bewohner in hauseigener Quarantäne. Personal aus anderen AP-Einrichtungen unterstützt die Kollegen im Herbrand. Darunter auch Kräfte aus der Tagespflege, die zurzeit geschlossen ist.

Eine gefährliche Fehleinschätzung, wie uns die Todesfälle nun vor Augen führen.

Dr. Alexander Berger

Mit großer Betroffenheit reagierte Bürgermeister Dr. Alexander Berger . „Daran erkennen wir schmerzlich, dass die Krise noch lange nicht überwunden ist und wir zu allergrößter Vorsicht gezwungen bleiben“, heißt es am Dienstagmittag in einer Pressemitteilung. Seine Gedanken seien in diesen Momenten bei den Angehörigen der Verstorbenen sowie bei dem Personal des Pflegeheimes, das sich aufopferungsvoll um das Wohl erkrankter Bewohnerinnen und Bewohner kümmere.

Erst vor wenigen Tagen telefonierte Berger mit dem Leiter der Einrichtung, um sich über den Stand der Infektionen und das Krisenmanagement im Haus zu informieren. „Ich habe den festen Eindruck gewonnen, dass mit allen Mitteln und großem Ernst an der Eindämmung weiterer Ansteckungen gearbeitet wird“, dankte der Bürgermeister Pflegeleitung und Beschäftigten für ihr umsichtiges und sorgsames Handeln. Am Dienstagmorgen kondolierte Berger dem Heimleiter au saktuellem Anlass in einem weiteren Telefonat.

Das Stadtoberhaupt wiederholte seine Anerkennung für alle in Pflege und Medizin tätigen Beschäftigten, „die beim Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner ihre eigene Gesundheit trotz aller Vorsichtsmaßnahmen riskierten.“ Die Bevölkerung ruft Ahlens Bürgermeister auf, die Regeln zu Abständen und Hygiene peinlich genau einzuhalten. Die Lockerungen im Alltag vermittelten zuweilen das trügerische Bild, alles sei wieder beim Alten. „Eine gefährliche Fehleinschätzung, wie uns die Todesfälle nun vor Augen führen“, unterstreicht Berger. Das freiwillige Tragen von Alltagsmasken im Nahverkehr oder beim Einkaufen sei gut. „Noch besser aber ist es, sich nicht zu nahe zu kommen und regelmäßig die Hände zu waschen.“ Es komme weiter darauf an, die Verbreitung des Virus einzudämmen, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert werde

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