Familie sammelt Unrat ein
Spritzen ein Risiko für Kinder

Ahlen -

Der Spaziergang rund um das Wohngebiet „Im Zuckerort“ ist für viele Menschen eine angenehme Abwechslung. Doch für Christian Sobotta, Daniela Stein und Tochter Emma ist dieser immer auch mit praktischem Natur- und Umweltschutz verbunden.

Freitag, 01.05.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 17:14 Uhr
Christian Sobotta, Daniela Stein und Tochter Emma (v. r.) sammeln herumliegenden Müll ein. Die Ausbeute von knapp einem Kilometer Spaziergang füllt schnell eine ganze Tüte.
Christian Sobotta, Daniela Stein und Tochter Emma (v. r.) sammeln herumliegenden Müll ein. Die Ausbeute von knapp einem Kilometer Spaziergang füllt schnell eine ganze Tüte.

Ein Versorgungsproblem hat Christian Sobottas Familie nicht. Eher ein Entsorgungsproblem. Denn die junge Familie – bestehend aus ihm und Lebensgefährtin Daniela Stein mit Tochter Emma – geht nicht einfach spazieren. Sie sammelt unterwegs den Müll am Wegesrand ein.

„Wir machen das für unsere Tochter und uns“, sagt Christian Sobotta. So streifen sie in regelmäßigen Abständen rund um das Wohngebiet am Zuckerort und dessen Umgebung, halten die Augen offen und nehmen mit, was nicht in die Landschaft gehört. „Ich glaube, durch die zeitweise Fuhrparkschließung kam signifikant mehr Müll hinzu“, überlegt Sobotta. Und den lagert er in seiner Garage zwischen, bis wieder Platz in der Tonne ist.

Umweltbewusstsein auch bei Kindern wecken

So zieht das Trio, begleitet vom hauseigenen Vierbeiner Barney und ausgerüstet mit Zange, Handschuhen und Transportkarren, regelmäßig los. „Wir finden, dass es gut ist, Umweltbewusstsein früh bei den Kindern anzuregen“, erklärt die hauptberufliche Erzieherin Daniela Stein. Natürlich unter allen nötigen Schutzvoraussetzungen. Denn schließlich weiß ja keiner, was unterwegs so alles kommt.

Die Müll-Ausbeute eines Rundgangs.

Die Müll-Ausbeute eines Rundgangs.

„Wir haben schon alles Mögliche und Unmögliche gefunden“, berichtet der Sondermaschinenbauer. Dabei sind volle Windeln zwar ekelig, aber noch harmlos. Schlimmer dagegen findet der 38-Jährige Spritzen und Scherben. „Die stellen ja einfach mal ein großes Risiko für die spielenden Kinder dar“, stellt er klar. Gut finden sie sie Hundebesitzer, sie selbst zählen dazu, die die Hinterlassenschaften der Vierbeiner wegräumen. „Doch die vollen Hundekotbeutel dann in die Büsche zu werfen ist ziemlich dumm“, wundert sich Stein. Dann wäre es doch deutlich sinnvoller den Dreck unerreichbar für menschliche Füße in die Büsche zu treten und dem natürlichen Kreislauf zu überlassen. „So bleibt der ganze Mist jedenfalls sehr, sehr lange erhalten“, ergänzt Sobotta.

Weiterer unbekannter Helfer

Überhaupt steht die Familie mit dem Plastikmüll auf Kriegsfuß. „Vor Corona war Plastikmüll das große Thema, jetzt liegen überall die weggeworfenen Einweghandschuhe“, grollt der Aufsammler. Eines der vielen unbeachteten Probleme der Pandemie. Doch freut sich Sobotta darüber, nicht allein an der Vermüllungsfront zu kämpfen. „Hier ist noch jemand, der immer wieder aufräumt. Das finde ich unfassbar toll“, lobt er den Unbekannten. So sammelt die Familie gerne weiter für eine etwas müllfreiere Welt.

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