Feuerwehr Ahlen stellt zwei neue Rettungswagen in Dienst
Fortschritt erleichtert Schwerstarbeit

Ahlen -

Ihre Feuerprobe haben sie bereits bestanden: Seit gut einer Woche sind zwei nagelneue Rettungswagen bei der Feuerwehr Ahlen im Einsatz.

Mittwoch, 06.05.2020, 19:10 Uhr
Brandoberinspektor Jens Schüsseler, Wachleiter Walter Wolf und Oberbrandmeister Manuel Sommer von der Feuerwehr Ahlen stellten die neuen Rettungswagen und ihre Technik gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger sowie Oberarzt Manfred Hermsen, Chefarzt Dr. Matthias Endmann und Geschäftsführerin Anja Rapos vom St.-Franziskus-Hospital (v.l.) vor.
Brandoberinspektor Jens Schüsseler, Wachleiter Walter Wolf und Oberbrandmeister Manuel Sommer von der Feuerwehr Ahlen stellten die neuen Rettungswagen und ihre Technik gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger sowie Oberarzt Manfred Hermsen, Chefarzt Dr. Matthias Endmann und Geschäftsführerin Anja Rapos vom St.-Franziskus-Hospital (v.l.) vor. Foto: Christian Wolff

Was ihre technische Ausstattung angeht, hat die Feuerwehr Ahlen in diesen Tagen erneut einen Schritt nach vorne gemacht: Mit der Indienststellung von zwei neuen Rettungswagen wird der Einsatzalltag nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern auch für das häufig beteiligte Krankenhauspersonal um einiges komfortabler – und das immer mit Blick auf das Wohl der Patienten.

„Der Rettungsdienst ist Schwerstarbeit“, sagt Wachleiter Walter Wolf – und spricht dabei aus eigener Erfahrung. Zwischen den Jahren, in denen er selbst im Raum Hamburg so manch schwere Trage hoch- und runterhieven musste, und dem Pressetermin am Mittwochmorgen liegen nicht nur mehr als drei Jahrzehnte, sondern eine enorme technische Entwicklung. Be- und Entladungen erfolgen längst mit hydraulischer Unterstützung, während das Umfeld im Inneren der rot-weißen Flotte schon fast einer Intensivstation im Kleinformat gleicht.

Bedarf steigt ständig

„Die Anforderungen sind höher geworden, der Bedarf steigt ständig“, fasst Wolf zusammen. Als größte Stadt im Kreis Warendorf leiste Ahlen besonders viele Rettungsdiensteinsätze. Insofern müsse auch die Ausstattung permanent angepasst werden, was dank des Zusammenspiels von Politik, Rat und Verwaltung in der Wersestadt verlässlich funktioniere. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mit der Zeit Schritt zu halten.“ Die Versorgung von Frühchen und ganz kleinen Patienten nehme dabei einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert ein. „Schäden, die da zwischen Einsatzort und Krankenhaus entstehen können, sind später nicht wiedergutzumachen.“

Die neuen Rettungswagen für die Ahlener Feuerwehr sind technisch bestens ausgestattet.

Die neuen Rettungswagen für die Ahlener Feuerwehr sind technisch bestens ausgestattet. Foto: Christian Wolff

Neben der personellen Beanspruchung sind Material und Technik in einem Rettungswagen gleichermaßen intensiv gefordert. „Wir haben das mal grob überschlagen: Allein für eine Einsatzfahrt werden die Türen eines Rettungswagens mindestens 16-mal bewegt“, erklärt Wolf. „Rechnet man das auf rund 2000 Einsätze im Jahr – pro Fahrzeug unter Volllast – hoch, kann man sich ungefähr vorstellen, welchen Belastungen es ausgesetzt ist.“ Am Ende habe so ein Wagen rund 300 000 Kilometer auf dem Tacho.

Oberbrandmeister Manuel Sommer hat die Beschaffung der zwei „Neuen“ – jeweils 5,5 Tonnen schwer – bei der Fachfirma GSF-Sonderfahrzeugbau im emsländischen Twist koordiniert, dabei auch das St.-Franziskus-Hospital eng mit eingebunden, was Oberarzt Manfred Hermsen , Chefarzt Dr. Matthias Endmann und Geschäftsführerin Anja Rapos beim Besuch an der Hauptwache am Konrad-Adenauer-Ring mit eigenen Worten honorieren.

Besonders im Fokus: drei Neuerungen

Drei signifikante Neuerungen hob Brandoberinspektor Jens Schüsseler hervor: „Wir verfügen nun über ein sogenanntes ,Hoverboard‘, das die Trage flexibler und in Gänze verlagerbar macht, eine Wärmeplatte an der Decke und drei Betreuerstühle mit entsprechenden Sicherheitsstandards.“ Die englische Fachbezeichnung, die Kinofreunde eher an die futuristischen Luftbretter aus „Zurück in die Zukunft“ erinnert, steht für ein mit modernen Krankenhäusern kompatibles Tragesystem, das nicht nur längsseitig, sondern auch quer im Fahrzeug verschiebbar ist, was die Arbeit des Personals vereinfacht. „Man ist sich nicht im Weg, kann bequem noch voreinander hergehen, wenn es nötig ist“, beschreibt Schüsseler. Bis zu 380 Kilogramm Gewicht kann das System aushalten. Auf der Höhe der Zeit ist auch der Transportinkubator, der laut Oberarzt Manfred Hermsen bis zu 15-mal im Jahr gefordert sei.

Jens Schüsseler demonstriert, wie das hydraulisch unterstützte Tragesystem und das sogenannte „Hoverboard“ funktionieren.

Jens Schüsseler demonstriert, wie das hydraulisch unterstützte Tragesystem und das sogenannte „Hoverboard“ funktionieren. Foto: Christian Wolff

Bürgermeister Dr. Alexander Berger betont, dass sich die antizyklische Ausschreibung bei der Fahrzeugbeschaffung bezahlt mache. „Wir warten nicht erst, bis Verschleißerscheinungen in hohem Maße auftreten. So können die Altfahrzeuge ohne lange Wartezeiten ersetzt werden“, sagt er.

Die Refinanzierung, die in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen erfolge, laufe in Ahlen problemlos. Immerhin, ergänzt Wolf, mache der Rettungsdienst rund vier Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Derzeit verfügt die Feuerwehr Ahlen über drei Rettungswagen und ein Reservefahrzeug, daneben zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und einen Krankentransportwagen. Ein RTW ist dauerhaft an der Wache Süd stationiert.

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