Austausch sozialer Träger
Kontaktpflege über alle Kanäle

Ahlen -

Wie erreicht man Menschen, um sie in Zeiten der Kontaktsperre weiterhin bestmöglich zu unterstützen? Antworten suchten soziale Akteure im Ahlener Süden und Osten bei einem Austausch in der Soccerkaue der Zeche Westfalen.

Sonntag, 17.05.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 18:16 Uhr
So sieht ein Netzwerktreffen in Coronazeiten aus: mit viel Luft zwischen den Teilnehmern.
So sieht ein Netzwerktreffen in Coronazeiten aus: mit viel Luft zwischen den Teilnehmern. Foto: Stadtteilbüro

Unter strenger Einhaltung der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln hatte fand jetzt ein Austausch der sozialen Akteure im Ahlener Osten und Süden in der geschlossenen Soccerkaue auf der Zeche Westfalen statt. Zum Thema „Mit Corona die nächste Zeit auch im Stadtteil leben“ hatte das Stadtteilbüro Vertreter von Schulen, Kindertagesstätten und weiteren Einrichtungen eingeladen.

Dass der Austausch im sozial-präventiven Netzwerk auch in Zeiten von Corona besonders notwendig ist, wurde allen Teilnehmenden in der Runde schnell klar. Die Diskussion machte deutlich, dass die letzten Wochen die verschiedenen Akteure vor ganz ähnliche Herausforderungen gestellt hatten und immer noch stellen: Wie erreicht man Menschen, um sie in Zeiten der Kontaktsperre weiterhin bestmöglich zu unterstützen?

Kinder können nicht in die Betreuungseinrichtungen, Mitarbeiter arbeiten im Home­office und sind ans Haus gebunden und Familien kommen an ihre Belastungsgrenzen, so die Erkenntnisse von vielen Betreuern aus dem Ahlener Osten und Süden. Hinzu komme eine allgemeine Unsicherheit darüber, wann und wie man zu einer scheinbaren Normalität zurückkehren kann.

Hermann Huerkamp, Stadtteilbüroleiter und Moderator des Netzwerks, formulierte es so: „Wir haben alle viele Fragen, aber nicht immer Lösungen für uns und für die Betroffenen parat. Diese müssen sich noch entwickeln“.

Neben den aus den Medien bekannten Maßnahmen wie Homeschooling, die stufenweise Rückkehr in den Kindergarten und in die Schule haben die verschiedenen Träger auch eigene passgenaue Projekte entwickelt.

Lernunterlagen für das Homeschooling wurden beispielsweise nicht immer digital übermittelt, sondern konnten an einigen Schulen auch abgeholt werden, da nicht alle Eltern und Schüler über die technischen Voraussetzungen verfügen. Auf diese Weise konnte der Kontakt zu den Familien aufrechterhalten werden. Der Awo-Kindergarten Wetterweg verschickte zudem Post mit kleinen Aufmerksamkeiten und spielerischen Anregungen.

Aber auch die digitalen Kontakte wurden soweit wie möglich ausgenutzt und verschiedene Wege der Kommunikation, wie Telefonieren, WhatsApp und Videochats ausprobiert, um den Kontakt zu halten.

Der Lunch Club, so Heike Gründken, habe sich aktiv gezeigt, indem Mittagessen für die Kinder und Familien ausgegeben und ausgeliefert wurden. Für die Kinder wurden kleine Challenges ins Leben gerufen: Sie bekamen beispielsweise eine Tüte mit Lebensmitteln, sollten daraus etwas Leckeres zubereiten und dies mit Fotos dokumentieren.

Viele Akteure nutzen die Zeit auch, um ihr bisheriges Angebot auszuwerten, zu überarbeiten und an die geänderten Voraussetzungen anzupassen. Denn auch wenn die Lockerungen greifen, werde ein Arbeiten wie bisher kurzfristig nicht möglich sein, waren sich die Netzwerker einig.

Neben den Unsicherheiten, wie es in der Zukunft weitergeht, sei auch eines sehr deutlich geworden: Wenn ein gutes Vertrauensverhältnis besteht, sind die Menschen offen und dankbar und nehmen neue auch digitale Angebote gerne an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7412806?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker