Absage wegen Corona
Kein P+T-Markt 2020

Ahlen -

Stadt, Wirtschaftsförderung und Pro Ahlen haben entschieden: Aufgrund der Corona-Pandemie wird es keinen Pöttkes- und Töttkenmarkt 2020 geben.

Dienstag, 19.05.2020, 00:30 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 19:46 Uhr
Timm Ostendorf (Pro Ahlen e.V.), Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Jörg Hakenesch (WFG-Geschäftsführer) mit einem der ersten P&T-Markt-Plakate.
Timm Ostendorf (Pro Ahlen e.V.), Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Jörg Hakenesch (WFG-Geschäftsführer) mit einem der ersten P&T-Markt-Plakate. Foto: WFG Ahlen

Er ist die perfekte Kombination aus Shoppingvergnügen und Erlebnis: 43 Mal in Folge lockte Ahlens Pöttkes- und Töttkenmarkt in der Vergangenheit Tausende von Besuchern in die Fußgängerzone und ihre Nebenstraßen. In diesem Jahr wird die für den 19. und 20. September geplante Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden: „Sicherheit und Gesundheit der Besucherinnen und Besucher gehen vor. Unter den derzeitigen Voraussetzungen wäre eine Veranstaltung wie der P+T-Markt guten Gewissens nicht zu verantworten“, schildert Bürgermeister Dr. Alexander Berger die Entscheidung.

Diesmal ist alles anders

Die Verantwortlichen um Stadt und Pro Ahlen hätten sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht: „Wind und Wetter konnten dem P+T-Markt in der Vergangenheit nichts anhaben“, sagt Jörg Hakenesch, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen. Dass das in diesem Jahr zum ersten Mal anders ist, habe mehrere Gründe. Einer liege im besonderen Charakter der Veranstaltung begründet: „Der ­P+T-Markt ist im besten Sinne ein Krammarkt für die gesamte Familie, bei dem die Menschen bummeln, sich unterhalten und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Bürgermeister Dr. Berger. Auch wenn noch nicht absehbar sei, wie sich die Pandemie bis zum vorgesehenen Termin im September entwickele – die derzeitigen Anforderungen an Abstand und Hygiene ließen sich mit dem Flair und der Seele des beliebten Krammarkts nur schwer in Einklang bringen. Allein im vergangenen Jahr hatten mehr als 140 Aussteller ihre Artikel und Waren präsentiert.

Der P+T-Markt erfordert einen erheblichen Vorlauf bei der Vorbereitung.

Timm Ostendorf

Auf der anderen Seite würden sich bei den Planungen Fragen stellen, die bereits jetzt beantwortet werden müssten – was aber niemand verantwortungsvoll könne. „Der P+T-Markt erfordert einen erheblichen Vorlauf bei der Vorbereitung, damit die Abläufe während der beiden Tage stimmen. Hierbei sind zahlreiche Akteure eingebunden, die oft auch nur unscheinbar im Hintergrund dafür sorgen, dass sich die Besucherinnen und Besucher sicher fühlen können“, ergänzt Pro-Ahlen-Vorsitzender Timm Ostendorf. Zuletzt wurde der Markt von einem großen Kinderflohmarkt, dem Wochenmarkt sowie einem verkaufsoffenen Sonntag umrahmt. Der organisatorische Aufwand hierfür sei enorm.

Gesamte Region betroffen

Vor dem Dilemma, wie man mit Großveranstaltungen nach dem 31. August verantwortungsvoll umgeht, stehe Ahlen übrigens nicht allein. Betroffen sei die gesamte Region. So habe die Stadt Beckum unlängst aus denselben Gründen ihre traditionellen Pütt-Tage absagen müssen. Den Verantwortlichen der Stadt Ahlen sei die Entscheidung auf jeden Fall nicht leicht gefallen. „Wir wissen um die Bedeutung, die der Markt für die Menschen in Ahlen hat. Doch die Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Deshalb geht sie vor“, sagt Berger. Der Entschluss sei in enger Abstimmung mit dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse getroffen worden, die Politik sei informiert. Berger sagt aber auch: Sollte absehbar sein, dass sich in naher Zukunft andere Veranstaltungsformate mit vertretbarem Aufwand umsetzen ließen, werde die Stadt dies auch tun. „Wir sind mit allen Beteiligten in einem engen Austausch und loten die Möglichkeiten aus.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7414705?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker