Nikolaus-Groß-Siedlung
Gemeinschaftsgemüse für Gartennachbarn

Ahlen -

Warum nicht die Nachbarschaft durch gemeinsames Gärtnern stärken? Diese Idee hatten die Bewohner der Nikolaus-Groß-Siedlung. Die Stadt stellte dafür eine Parzelle zur Verfügung.

Montag, 25.05.2020, 12:19 Uhr
Beim Herbstfest der Bewohner der Nikolaus-Groß-Siedlung war die Idee entstanden, einen Gemeinschaftsgemüsegarten anzulegen. Der entsteht jetzt auf einem Teil des Spielplatzes.
Beim Herbstfest der Bewohner der Nikolaus-Groß-Siedlung war die Idee entstanden, einen Gemeinschaftsgemüsegarten anzulegen. Der entsteht jetzt auf einem Teil des Spielplatzes.

Warum nicht die Nachbarschaft durch gemeinsames Gärtnern stärken? Diese Idee, die auch bei der Stadt Ahlen sehr gut ankam, hatten die Bewohner der Nikolaus-Groß-Siedlung. Die Stadt stellte dafür eine Parzelle auf dem großflächigen Spielplatz der Siedlung zur Verfügung.

Die Bewohner der Siedlung feiern öfters Feste auf ihrem Spielplatz, beim Herbstfest dort im vergangenen Jahr kam die Idee eines Gemeinschaftsgemüsegartens auf. Zwar haben alle Nachbarn einen eigenen Garten, doch nicht jeder kann Erfahrungen mit Gemüseanbau vorweisen. „Da kam das Thema Gemeinschaft ins Spiel“, berichtet Felix Schwarte . Durch einen gemeinsamen Gemüsegarten könnten die Erfahrungen gebündelt werden – auch für die, die sich den Gemüseanbau nicht zutrauen. Außerdem fanden alle den Gedanken schön, sich gegenseitig zu motivieren. Und Zugezogenen würde so ein besserer Zugang in die Nachbarschaft ermöglicht.

Felix Schwarte vor einem Flachbeet mit Porree, Zwiebeln und Knoblauch. Er hofft auf Steine von Spendern, damit eine Kräuterspirale angelegt werden kann.

Felix Schwarte vor einem Flachbeet mit Porree, Zwiebeln und Knoblauch. Er hofft auf Steine von Spendern, damit eine Kräuterspirale angelegt werden kann. Foto: Privat

„Unseren Kindern können wir vermitteln, wo das Essen herkommt“, betont Felix Schwarte, dass auch die Jüngsten einbezogen werden sollen. Die können sich dann auch noch besser kennenlernen. Inzwischen sind zwölf Familien dabei, die teilweise auch aus dem Wohngebiet Altefeld/Langst kommen. Mitmachen darf jeder. Verbunden sind sie durch eine WhatsApp-Gruppe.

Unseren Kindern können wir vermitteln, wo das Essen herkommt.

Felix Schwarte

Viele positive Rückmeldungen nach dem Herbstfest zeigten: Es lohnt sich, das Projekt anzugehen. Als Platz bot sich der Siedlungsspielplatz an, auf dem seit dem Rückbau der Rollschuhbahn viel Rasenfläche brach lag. In der Weihnachtszeit wurde mit dem städtischen Fachbereichsleiter Bernd Döding Kontakt aufgenommen und der sagte umgehend Unterstützung zu. Im Februar kam das O.K., kurze Zeit später schlossen beide Parteien einen Pachtvertrag über eine Fläche von 300 Quadratmetern ab. Bedingung: Die Hobbygärtner müssen das Areal pflegen, Rasenschnitt inbegriffen.

Esin, Ferit und Sohn Ömer Atak vor einem der Hochbeete. Dort sind Radieschen, Zupfsalat, Peperoni und Brokkoli eingesät.

Esin, Ferit und Sohn Ömer Atak vor einem der Hochbeete. Dort sind Radieschen, Zupfsalat, Peperoni und Brokkoli eingesät. Foto: Privat

Die Fläche ist so groß, dass sich jeder einbringen kann. Viele Spenden kamen zusammen – auch von Menschen außerhalb der Nachbarschaft, die die Idee gut fanden. So wurden inzwischen zwei Obstbäume gepflanzt, einer davon mit Wildblumenbeet, Zudem entstanden mehrere Hoch- und Flachbeete sowie eine Benjes-Hecke mit Weidenholz. Die dient Insekten und anderen Tieren als Rückzugsort. Eine Bank bietet eine gute Sitzgelegenheit. Zwei 1000-Liter-Wasserbehälter können aus einem Nachbargarten bei Bedarf aufgefüllt werden. Fehlen nur noch händelbare Steine für den Bau einer Kräuterspirale. Wer welche zur Verfügung stellen kann, soll sich bei Felix Schwarte unter Telefon 01 60/7 80 53 63 melden.

Die ersten Pflanzen sind eingesät. Für den Spätsommer ist ein Erntefest geplant, bei dem sich die Gärtner Kartoffeln, Porree, Zwiebeln, Kräuter und vieles mehr schmecken lassen.

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