„Drehstrom Ahlen“ baut Windkraft-Großanlagen im Schäringer Feld
Zwei 240-Meter-Mühlen

Vorhelm -

Zu den Planungen für zwei Windkraft-Großanlagen in der Bauerschaft Schäringer Feld gab es am Montag im Ortsausschuss Vorhelm einige Fragen, aber nur wenige Antworten. Grund: Der Kreis hat den Hut auf – und war nicht vertreten. Die Anlagen sollen 240 Meter hoch werden.

Dienstag, 26.05.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 14:24 Uhr
Weiße Giganten: Diese „Nordex“-Windkraftanlage am Seehafen Rostock ragt ganze 220 Meter hinauf. Die beiden Anlagen, die im Vorhelmer Gebiet Schäringer Feld im Winkel zwischen den Straßen Pöling und Im Eckey errichtet werden, sind sogar noch einmal um 20 Meter höher
Weiße Giganten: Diese „Nordex“-Windkraftanlage am Seehafen Rostock ragt ganze 220 Meter hinauf. Die beiden Anlagen, die im Vorhelmer Gebiet Schäringer Feld im Winkel zwischen den Straßen Pöling und Im Eckey errichtet werden, sind sogar noch einmal um 20 Meter höher Foto: Bernd Wüstneck (dpa) / Kreis Warendorf / Christian Wolff

Ein Großprojekt wird in der Bauerschaft Schäringer Feld, nordöstlich des Dorfkerns umgesetzt: Dort sollen zwei Windkraft-Großanlagen mit einer Gesamthöhe von rund 240 Metern errichtet werden. Zum Vergleich: Der Kölner Dom misst „nur“ 157 Meter.

Kreis: Generell keine Ausschuss-Besuche

In einem Sachstandsbericht wurde der Ortsausschuss Vorhelm am Montag über das bereits auf den Weg gebrachte Planungsverfahren unterrichtet. Wie der Vorsitzende Hubertus Beier berichtete, sei die Stadt Ahlen – und damit auch der Ortsausschuss – bei den Planungen außen vor. „Genehmigungsbehörde ist der Kreis“, sagte er. „Mir lag deswegen sehr viel daran, dass heute ein Vertreter aus Warendorf anwesend ist, um das Projekt zu erläutern.“ Doch das sei nicht möglich, wie Stadtplaner Markus Gantefort erklärte. „Lag es nur am Termin oder hat der Kreis generell kein Interesse, die Leute zu informieren?“, wollte Alfred Thiemann (BMA) wissen. Gantefort zitierte aus einem Schreiben der Kreisverwaltung, dass diese generell keine Ausschüsse für diese Zweckebesuche. Immerhin seien ihm einige Informationen zur Verfügung gestellt worden, aus denen er „auf die Schnelle“ noch eine Präsentation erstellt habe.

Veröffentlichung im Amtsblatt

Demnach erfolgte am 16. Dezember im Amtsblatt die Öffentliche Bekanntmachung des Vorhabens, das von einer Genossenschaft namens „Drehstrom Ahlen“ angestrebt wird. „An dieser könnten sich interessierte Bürger beteiligen.“ Zwischen dem 6. Januar und 5. Februar seien die Planunterlagen im Internet, beim Kreis und in der Bauordnungsabteilung ausgelegt worden. „Am 5. März endete die Frist zur Formulierung von Einwänden“, so Gantefort.

Wenig Antworten zu Detailfragen

Zu Thiemanns Fragen, inwieweit Bürger und Anwohner eingebunden waren und um welche Befeuerungsanlage es sich handeln soll, konnte der Stadtplaner nur angeben, dass es „wohl Gespräche gab“. Zu Auswirkungen auf umliegende Bauprojekte und Details zur Luftsicherheit musste er ebenso vage bleiben. Ein kurzes Wortgefecht mit Erhard Richard (CDU), der Thiemann darauf hinwies, dass der Ausschuss ohnehin keinen Einfluss habe, beendete den Sachstandsbericht. „Wenn ich nur die Fragen stelle, die Sie gestellt haben wollen, sind Sie bei mir falsch“, entgegnete der BMA-Vertreter.

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