Kommunalwahlprogramm vorgestellt
SPD will „Ahlen besser machen“

Ahlen -

Als erste Partei in Ahlen stellte die SPD ihr Wahlprogramm für die Kommunalwahl am 13. September vor. Es trägt die Überschrift „Ahlen: Besser. Machen. Jetzt!“ Darin eingeflossen sind zahlreiche Wünsche und Anregungen aus der Bürgerschaft, die bei mehreren Workshops gesammelt wurden

Samstag, 30.05.2020, 07:00 Uhr
Mit Bürgermeisterkandidat Hermann Huerkamp (4.v.r.) stellte die Ahlener SPD am Donnerstag ihr Programm für die Kommunalwahl am 13. September vor.
Mit Bürgermeisterkandidat Hermann Huerkamp (4.v.r.) stellte die Ahlener SPD am Donnerstag ihr Programm für die Kommunalwahl am 13. September vor. Foto: Peter Harke

Viel Betrieb war nicht mehr in der Fußgängerzone ei­ne Stunde vor Ladenschluss. Dennoch weckte das für einen Donnerstag und diese Uhrzeit ungewöhnliche Arrangement aus Stehtischen, Sonnenschirmen und Werbeaufstellern die Neugier einiger Passanten, so dass der Kreis der Zuhörer beständig wuchs. In aller Öffentlichkeit, mitten auf dem Marienplatz, stellte die Ahlener SPD der Presse ihr Programm für die Kommunalwahl am 13. September vor. Mit von der Partie: Bürgermeisterkandidat Hermann Huerkamp .

Die Unzufriedenheit in der Kaufmannschaft ist groß.

Hermann Huerkamp

Der Ort war bewusst gewählt, wie Stadtverbandsvorsitzender Sebastian Richter betonte. Denn die Stärkung und Belebung der Innenstadt ist eines der Hauptziele, die sich die Sozialdemokraten auf die Fahne geschrieben haben. Dazu zählt die Forderung nach einem zentralen Parkhaus, zum Beispiel auf dem Areal der Mühle Münstermann oder im Bereich des heutigen Bau­de­zernats und der Post. Doch fehlende Parkplätze seien nur ein Grund für die „große Unzufriedenheit in der Kaufmannschaft“, die Hermann Huerkamp bei verschiedenen Gesprächen mit Einzelhändlern festgestellt haben will. Auch ein aktiveres Stadtmarketing werde vermisst. „Gerade in ei­nem Jahr wie diesem“, in dem wegen der Corona-Pandemie Großveranstaltungen wie Stadtfest und „Pöttkesmarkt“ ausfielen, brauche es „neue Ideen“, findet auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frederik Werning.

Rattenplage und wilde Müllkippen sind Ärgernisse

Der Bürgermeister, kritisiert Sebastian Richter, habe offensichtlich „keine Idee, wo er hin will mit dieser Stadt“ und sei „froh, wenn er den Tag überlebt“. Frederik Werning wirft dem Verwaltungschef mangelnde Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit vor. Wie sonst sei es möglich, dass ein Thema wie die Rattenplage am Lütkeweg über Monate Schlagzeilen mache oder im Ostenstadtteil wochenlang wilde Müllablagerungen nicht beseitigt würden.

Der Bürgermeister ist froh, wenn er den Tag überlebt.

Sebastian Richter

Die SPD propagiert, sie wolle „Ahlen besser machen“. Wie, steht auf den 16 Seiten des Wahlprogramms, in das zahlreiche Wünsche und Anregungen aus der Bürgerschaft eingeflossen sind, die bei insgesamt fünf Workshops zwischen März 2019 und Januar 2020 gesammelt wurden. Sebastian Richter spricht von einem „beispiellosen Partizipationsprozess“, den andere Parteien in Ahlen nicht vorweisen könnten. Nicht nur die Resonanz hat die SPD-Spitze überrascht – man habe jedes Mal noch Stühle dazustellen müssen – , sondern auch mancher Vorschlag wie der, am Fuße der Zechenhalde einen Badesee anzulegen. „Dazu“, gibt Richter zu, „hätte mir die Fantasie gefehlt.“ Die Halde in ein Naherholungsgebiet zu verwandeln, hatte die SPD freilich schon vorher auf dem Zettel. Das Areal biete „viel Potenzial“, so die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Andrea Jaunich, die sich unter anderem eine Sommerrodelbahn und ein gastronomisches Angebot dort gut vorstellen kann.

„Lebendes Programm“

Sebastian Richter bezeichnete das jetzt vom Vorstand vorgelegte Papier als „lebendes Programm“, das noch ergänzt werden könne. Den Segen der Basis soll es bei einer Mitgliederversammlung im Juni bekommen, der genaue Termin steht noch nicht fest. Hermann Huerkamp kündigte an, auch noch „eigene Akzente“ setzen zu wollen. Für ihn steht aber außer Frage: „Ich bin in der richtigen Partei.“ Diese habe sich in Ahlen personell und konzeptionell „erneuert“.

Vor fünf Jahren, erinnert sich Andrea Jaunich, habe man noch 5000 Exemplare des Wahlprogramms gedruckt. Diesmal werde die SPD, nicht nur der Umwelt zuliebe, verstärkt auch das Internet und die sozialen Medien nutzen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Doch auch altbewährte „analoge“ Formate wie Infostände soll es weiter geben – den ersten gleich heute. An einem Samstagvormittag in Wahlkampfzeiten ein durchaus gewohntes Bild am Marienplatz.

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