Erster Gottesdienst in der Pauluskirche nach Corona-Pause
Mundschutz hält Heiligen Geist nicht ab

Ahlen -

Der erste Gottesdienst nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause wurde am Pfingstsonntag in der Pauluskirche gefeiert. Er bot den Rahmen für die Verabschiedung von Gabriele Dobratz, die 35 Jahre als Küsterin im Paul-Gerhardt-Haus in Walstedde gewirkt hat.

Montag, 01.06.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 20:20 Uhr
Nur 35 Plätze waren in der Pauluskirche zu vergeben gewesen und bereits am Freitag vor Ende der Anmeldefrist reserviert. Alle Gottesdienstbesucher trugen einen Mund-Nasen-Schutz, und auf Singen wurde verzichtet.
Nur 35 Plätze waren in der Pauluskirche zu vergeben gewesen und bereits am Freitag vor Ende der Anmeldefrist reserviert. Alle Gottesdienstbesucher trugen einen Mund-Nasen-Schutz, und auf Singen wurde verzichtet.

Am Pfingstsonntag hat die Pauluskirche nach langer Zeit endlich wieder ihre Türen geöffnet. Die Besucher wurden von einigen Mitgliedern des Presbyteri­ums und den Küstern zu ihren Plätzen begleitet, nachdem die Anmeldung bestätigt und die Hände desinfiziert waren. Jeder ließ seinen Mundschutz während des gesamten Gottesdienstes auf.

Pfarrerin Dorothea Helling begrüßte die Gemeindeglieder und erinnerte an einige Regeln des Hygienekonzeptes, welches am Eingang aufgestellt und in den Bänken ausgelegt war. 35 Plätze waren zu vergeben gewesen und, so Helling, bereits am Freitag vor Ende der Anmeldefrist reserviert.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch Liam Heuwagen auf der Trompete und Larissa Neufeld an der Orgel. Und auch wenn das Singen derzeit nicht erlaubt ist, wurden die Liedtexte einfach zur Musik mitgesprochen.

Wir spüren, wie unsere Gemeinschaft heilt.

Pfarrerin Dorothea Helling

In der Predigt erinnerte Dorothea Helling an die Ausgießung des Heiligen Geistes in Jerusalem. Damals wie heute vereint dieser alle Völker mit dem Wort Gottes. „Sie alle werden Jünger, weil sie mit dem Heiligen Geist erfüllt sind“, sagte Helling. Die frohe Botschaft vom Leben spendenden Gott, die seit Ostern vielleicht schon vom Alltagstrott überlagert worden sei, werde durch das Brausen des Geistes Gottes wieder zum Leben erweckt. Er nehme die Sprachlosigkeit und lasse uns auch über die Dinge reden, die in Vergessenheit geraten sind oder für die man vorher keine Worte gefunden hat. „An Pfingsten finden die Menschen Worte“, sagte Helling. „Wir spüren, wie unsere Gemeinschaft heilt.“ Das Wort Gottes und der Heilige Geist ließen „sich auch nicht vom Mundschutz aufhalten“.

Zum Abschied überreichte Pfarrerin Dorothea Helling der langjährigen Küsterin Gabriele Dobratz einen dicken Blumenstrauß.

Zum Abschied überreichte Pfarrerin Dorothea Helling der langjährigen Küsterin Gabriele Dobratz einen dicken Blumenstrauß.

Aber nicht nur das Pfingstfest bot Anlass zum Feiern, sondern auch die Verabschiedung von Küsterin Ga­briele Dobratz. Ganze 35 Jah­re hat sie im Paul-Gerhardt-Haus in Walstedde Dienst getan. Nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Mit den Worten aus dem Psalm 23, gesprochen von allen Gottesdienstbesuchern, unterstrich Dorothea Helling auch die Erinnerung an diese Zeit. Der Psalm spricht vom Hirten und seiner Schafherde, die er von Weide zu Weide begleitet. Er führt sie durch die Höhen und Tiefen des Lebens und auch Gabriele Dobratz hat dieser Hirte bei ihrer Arbeit als Küsterin immer begleitet und wird es auch weiterhin tun.

Die Pfarrerin erteilte Ga­briele Dobratz den Segen und überreichte ihr im Anschluss an den Gottesdienst einen dicken Blumenstrauß – beides auf Abstand. Die Aufgaben in Walstedde werden in Zukunft von Küsterin Melanie Vanzette und Martin Niesmann übernommen.

Das Hygienekonzept, das sich am Sonntag bewährt hat, soll ab sofort in allen evangelischen Kirchen umgesetzt werden. Am kommenden Sonntag findet der nächste Gottesdienst in der Christuskirche statt, wieder nach vorheriger Anmeldung im Gemeindezentrum unter Telefon 8 13 50.

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