Ökumenisches Pfingstival im Autokino am Wersestadion
„Amen“ per Lichthupe buchstabiert

Ahlen -

32 Autos mit rund 70 Leuten – das erste Auto-Pfingstival kam am Montag gut an. Wegen der Coronakrise war die besondere Form notwendig geworden, die ihren Vorgängern unter „normalen“ Umständen in nichts nachstand.

Dienstag, 02.06.2020, 13:18 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 14:24 Uhr
Pfarrer Willi Stroband und seine ökumenischen Mitstreiter gaben Alles (v.l.): Pfarrer Yakup Zeren und zwei Gemeindemitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde, Simon Sougaris, Pfarrerin Dorothea Helling und Pastor Volkmar Schuster.
Pfarrer Willi Stroband und seine ökumenischen Mitstreiter gaben Alles (v.l.): Pfarrer Yakup Zeren und zwei Gemeindemitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde, Simon Sougaris, Pfarrerin Dorothea Helling und Pastor Volkmar Schuster. Foto: mm

Ökumenisches Pfingstival im Autokino – eine Premiere, die Eindruck hinterließ. Knapp 32 Pkw mit rund 70 Gottesdienstbesuchern waren am Montagvormittag zum Parkplatz am Wersestadion gekommen und quittierten die Kurzpredigten der Geistlichen sowie die musikalische Gestaltung mit pfingstlich-begeisterten Lichthupen. Wegen der Coronakrise war die besondere Form notwendig geworden, die ihren Vorgängern unter „normalen“ Umständen in nichts nachstand.

Gläubige an Laptops

Pfarrer Willi Stroband von der katholischen Kirchengemeinde begrüßte nicht nur die Autokino-Gemeinde, sondern auch die Gläubigen an Laptops oder Handys, die den Gottesdienst zu Hause im Live­stream verfolgen konnten. „Im nächsten Jahr wird alles wieder anders sein“, äußerte er seine Hoffnung auf die Zeit nach Corona, „und wir werden uns beim Friedensgruß wieder in die Arme fallen.“

Einen gesungenen Pfingstpsalm trug Simon Sougaris von der griechisch-orthodoxen Gemeinde bei. Pastor Volkmar Schuster (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde) hatte einen „Gelben Sack“ als Symbol dafür mitgebracht, dass Trennung auch sinnvoll sein kann und spielte damit auf das „Social Distancing“ während der Coronakrise an. „Der Heilige Geist recycelt, er macht aus Altem Neues“, sagte der Theologe. Die alten, kirchlichen Traditionen bestünden zwar noch, aber der Geist habe eine neue Gemeinschaft möglich gemacht, „in der wir einander verstehen, einander zuhören und miteinander glauben“.

Segnung mit Walnussblättern

Die Lichthupen der aufgereihten Autos baute Pfarrerin Dorothea Helling von der Evangelischen Kirchengemeinde in ihre Kurzpredigt ein. „Licht ist ein christliches Symbol“ sagte sie und lud die Gottesdienstbesucher ein, das Wort „Amen“ mit Morsezeichen zu buchstabieren. „Machen Sie mal so richtig Kapelle hier“ – dieser Aufforderung der Pfarrerin kam die Autokino-Gemeinde gerne nach. „Trotz aller Unterschiede sind wir uns in einem einig, nämlich dass wir ‚Amen‘ sagen können und so auf Gottes Wort antworten“, betonte Helling die Gemeinsamkeit der Konfessionen.

Zusammen mit seiner Kollegin und seinen Kollegen von den anderen Konfessionen segnete der neue Pfarrer der syrisch-orthodoxen Kirche, Yakup Zeren, dann nach alter Tradition die Gottesdienstbesucher mit getränkten Walnussblättern. Das „Vaterunser“ stimmte er gemeinsam mit Mitgliedern seiner Gemeinde in aramäischer Sprache an.

Für die musikalische Gestaltung des Pfingstivals sorgte eine ökumenische „Kirchenband“ bestehend aus Larissa Neufeld (Keyboard), Martin Göcke (Gitarre, Gesang und Percussion), Andreas Blechmann (Bass und Gesang) sowie Pfarrer Markus Möhl (Gesang und Percussion).

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